Der immunologische Schwangerschaftstest dient dem Nachweis einer Schwangerschaft.
Um sich bei Schwangerschaftszeichen zu vergewissern, dass auch tatsächlich eine Schwangerschaft vorliegt, wird oft das Vorhandensein des schwangerschaftserhaltenden Hormons hCG im Körper geprüft. Dieses Hormon kommt im Trophoblastengewebe vor, das vom Feten oder der Plazenta gebildet wird, weshalb es nur während der Schwangerschaft nachgewiesen werden kann.
Ab der sechsten Schwangerschaftswoche kann ein Embryo auch mittels Ultraschalluntersuchung nachgewiesen werden.
Stäbchen- bzw. Urintest
Der häusliche
Urin- oder
Stäbchentest ist die am häufigsten angewandte Methode zum Schwangerschaftsnachweis. Sämtliche dieser Tests beruhen auf einem 1980 von Unipath Ltd. in Großbritannien patentierten Prinzip. Die Teststreifen sind in Apotheken, Drogerien und teilweise auch in Kaufhäusern erhältlich.
Der Test mittels des in den Urin gehaltenen Teststreifens/-stäbchens führt frühestens ca. 14 Tage nach der Befruchtung der Eizelle (also ca. 2 Tage nach dem letzten Ausbleiben der regulären Monatsblutung) zu einem Ergebnis mit einer Zuverlässigkeit von über 99 Prozent. Da Morgenurin höhere hCG-Konzentrationen enthält, kann damit die Schwangerschaft besser und früher nachgewiesen werden. Um aber einen noch sichereren Schwangerschaftsnachweis erbringen zu können, sollte daraufhin bei einem Arzt ein weiterer Test (erneuter Urintest oder Blutentnahme bzw. Ultraschalluntersuchung) gemacht werden.
In medizinischen Labors kann im Urin zusätzlich die quantitative hCG-Konzentration gemessen werden. Diese wird in internationalen Einheiten (IE) pro Liter angegeben. Die Werte verdoppeln sich anfangs alle 2,5 Tage, bis sie sich ab der 8. bis 10. Schwangerschaftswoche um 60.000 - 150.000 IE/l einpendeln. Damit lassen sich auch rechtsmedizinische Fragestellungen, wie zum Beispiel, ob eine unrechtliche Abtreibung vorgelegen hat, beantworten.
Bei einer erwarteten Schwangerschaft und negativem Urintest kann es sein, dass noch nicht ausreichend hCG gebildet wurde, weshalb der Test später noch einmal wiederholt oder ein Bluttest durchgeführt werden sollte.
Funktion des hCG-Urintests
Schwangerschaftstest_hCG.png
Um mittels eines Schwangerschaftsschnelltests im Urin hCG nachweisen zu können, werden hCG-
Antikörper (in der Grafik grau) auf einem Teststreifen fixiert. Wird der Teststreifen nun mit Urin benetzt, so werden die allfälligen hCG-
Antigene (grün) an die fixierten Antikörper gebunden. Ein weiterer hCG-Antikörper (weiss) ist mit einem Enzym kombiniert, welches bei einer Bindung des Antikörpers an das hCG-Antigen eine Farbreaktion hervorruft. Ist im Urin also hCG vorhanden, so bindet der weisse Antikörper an dieses und verfärbt sich blau. Je nach Test wird dadurch eine Linie oder ein Plus sichtbar.
Die Zweite Testregion, die auf vielen Tests zu finden ist, dient als Referenz. Die verbleibenden weissen Antikörper können an fixierte Antigene (schwarz) gebunden werden. Dadurch verfärbt sich die Kontrollregion blau. Die Verfärbung der Kontrollregion zeigt an, dass der Schwangerschaftstest voll funktionsfähig ist.
Blutentnahme
Insbesondere in den ersten sechs Wochen der Schwangerschaft kann die Hormonkonzentration im Urin unter der Nachweisgrenze des Urintests sein, so dass hier ein falsch negatives Testergebnis vorliegt.
Durch eine Blutentnahme kann schon ca. 9 Tage nach erfolgter Empfängnis das hCG in ausreichender Menge im Blutserum festgestellt werden. Dies wiederum bedeutet, dass bereits vor der vermutlich ausbleibenden Periode eine Schwangerschaft nachgewiesen werden kann.
Ultraschalluntersuchung
Durch eine
Ultraschalluntersuchung kann eine Schwangerschaft ungefähr ab der sechsten Schwangerschaftswoche festgestellt werden. Dabei ist meist nur die Einnistung des Embryos in die Gebärmutter sichtbar (Anhäufung von Gewebe an einer bestimmten Stelle).
Später erst ist der
Fetus selbst zu sehen.
Historische Testmethoden
Bereits im Alten Ägypten versuchte man, anhand von Urinproben eine eventuelle Schwangerschaft nachzuweisen. Über Getreidekörner goss man den Urin einer möglichen Schwangeren. Trieben die Körner aus, so galt das als Indiz für eine Schwangerschaft.
Der erste moderne Schwangerschaftstest war die
Aschheim-Zondek-Reaktion, ein Test der an Mäusen durchgeführt wurde. Bis in die 1940er Jahre wurden Schwangerschaftstests mit Hilfe von afrikanischen
Krallenfröschen durchgeführt. Dieser Test ist als
Froschtest bekannt. Hierbei wurde den Fröschen
Urin der Testpersonen injiziert. Wenn es sich um Urin einer Schwangeren handelte, fing der Frosch als Reaktion an zu
laichen.
Falsch positive Ergebnisse
Ein falscher Schwangerschaftsnachweis kann durch
Chorionzellkarzinome und andere
Keimzelltumore erbracht werden, da diese ebenfalls das Hormon hCG ausbilden können. Auch eine Fehlentwicklung der Fruchtanlage in den ersten Tagen nach der Befruchtung und Einnistung der Eizelle kann ein positives Ergebnis herbeiführen, obwohl ein
Abgang (Medizin) der Frucht bereits stattgefunden hat (eventuell als verspätete
Monatsblutung bemerkbar).
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