Die Schwäbische Alb wird in verschiedene Teile gegliedert (hier annähernd von Südwesten ausgehend nach Nordosten aufgezählt):
Die Schwäbische Alb ist ein Teil der südwestdeutschen Schichtstufenlandschaft. Sie ist ein Plateaugebirge, dessen Schichten von Nordwesten nach Südosten einfallen. Ein eigentlicher Plateaurand (der sogenannte Albtrauf) ist nur im Norden und Nordwesten vorhanden. Nach Süden und Südosten zu sinkt das Plateau langsam zur Donau und zum Alpenvorland hin ab.
Diese topographische Situation hat konkrete Auswirkungen auf die Art und Ausprägung der Berge. Eigentliche Berge, also Geländeerhebungen, die nach allen Seiten hin abfallen und wie sie von den Alpen und vielen anderen deutschen Mittelgebirgen bekannt sind, sind nicht typisch für die Schwäbische Alb. Die Hochpunkte der Schwäbischen Alb befinden sich zum größten Teil entlang des Traufs. Diese Punkte sind als Berge nur sehr schwach ausgeprägt.
Anders verhält es sich bei den sogenannten Zeugenbergen sowie den Erhebungen auf dem Kuppenalb genannten Teil der Albhochfläche. Die Zeugenberge sind Berge, die dem Albtrauf im Norden und Nordwesten vorgelagert sind. Diese Berge waren früher Bestandteil der Albhochfläche. Sie sind aus unterschiedlichen Gründen nach dem Zurückweichen der Albhochfläche in Folge der Abtragung übriggeblieben. Auf der Kuppenalb befinden sich ebenfalls Berge, allerdings schwächer ausgeprägt als bei den Zeugenbergen. Hier handelt es sich um Erhebungen aus Massenkalk, die über älteren Schichten liegengeblieben sind.
Beispiel für einen "Berg" im Verlauf des Albtraufs: Raichberg, 956 m
Beispiel für einen Zeugenberg: Achalm, 707 m
Beispiel für einen Berg auf der Kuppenalb: Kornbühl (mit der Salmendinger Kapelle)
Die höchsten Erhebungen befinden sich auf der westlichen Hochfläche der Schwäbischen Alb, dem sogenannten Heuberg; so etwa der Lemberg bei Gosheim, der mit 1015 m ü. NN der höchste Berg ist und der höchstgelegene Ort Böttingen mit 911-991 m. ü. NN. Die mit Stern (*) markierten Berge sind so genannte Zeugenberge und stellen zum Teil Vorberge der Alb dar.
Die Gesteine des Schwarzen Jura sind Tonschiefer und werden durch einen hohen Gehalt an Bitumen und Pyrit gefärbt. Man spricht auch (fälschlich) von Ölschiefer. Dieses Gestein tritt am Fuß des Albtraufs auf und ist berühmt für seine Funde von Ichthyosauriern. Am besten kann man diese im Urweltmuseum Hauff in Holzmaden betrachten. Die Schichten des Braunen Jura, sandig-tonige Mergel, erhalten ihre braune Farbe durch einen recht hohen Gehalt an Eisen. Dieses Eisen wurde in Wasseralfingen bei Aalen auch als oolithisches Eisenerz abgebaut. Der Weiße Jura, der die Steilstufe des Albtraufs bildet, besteht aus fast reinem Kalzit, der in einem sauerstoffreichen und lebendigen Meer abgelagert wurde. Er ist charakterisiert durch viele Riffe. Der weiße Jura wird im Blautal bei Ulm abgebaut - sein CaCO3-Gehalt beträgt teilweise über 99% - und wird als Ulmer Weiß an die chemische Industrie in alle Welt verkauft. In allen Jurasedimenten sind vielfältige Fossilien enthalten, die man auf einer Wanderung leicht selbst finden kann.
Die Schwäbische Alb ist eines der größten zusammenhängenden Karstgebiete in Deutschland. Kalkstein, der wie hier ein von Flußtälern umgebenes Hochplateau bildet, löst sich durch Regenwasser langsam auf, wobei es zur Bildung von Höhlen, Dolinen und Trockentälern kommt. Trockentäler sind Vorzeitformen. Eine Möglichkeit ihrer Entstehung ist die Tieferlegung der Erosionsbasis im Bereich von wasserdurchlässigen Gesteinen und Absenkung des Grundwasserspiegels. Trockentäler können auch unter kaltzeitlichen Bedingungen in Gebieten mit wasserdurchlässigen Gesteinen entstanden sein. Möglich war dieses, weil Dauerfrostböden das Versickern des Wassers verhindert hatten. Heute ist die Entwässserung etwa 150 bis 200 m tief in das Gestein verlagert und erfolgt durch Klüfte und Höhlen. Eine der bekanntesten Höhlen ist wohl die Blauhöhle mit dem Blautopf als Abfluss. Viele Höhlen sind als Schauhöhlen erschlossen (darunter die tiefst begehbare Schachthöhle Deutschlands, die Laichinger Tiefenhöhle, und eine der längsten Schauhöhlen Süddeutschlands, die Charlottenhöhle) und können besichtigt werden. Andere können im Rahmen von Wanderungen auf eigene Faust besucht werden. Verschiedene geologische und karstkundliche Wanderwege erlauben es auch dem interessierten Laien, viele dieser Besonderheiten zu erkennen und zu verstehen.
Aufgrund ihrer erdgeschichtlichen Vielfalt und Besonderheiten wurde die Schwäbische Alb Anfang 2003 als Nationaler GeoPark in Deutschland ausgezeichnet.
Die Schwäbische Alb ist eines der am frühesten besiedelten Gebiete Deutschlands. Archäologische Zeugnisse gehen bis in die Altsteinzeit zurück, insbesondere am Rande des Nördlinger Rieses und in den zahlreichen Höhlen. Mit die ältesten figürlichen Darstellungen der Menschheit, kleine Schnitzereien aus Mammutelfenbein, stammen aus dem Lonetal (Vogelherdhöhle) und dem Aachtal/Blautal (Geißenklösterle, Hohler Fels) bei Ulm. Sie sind ungefähr 30.000 bis 35.000 Jahre alt. Die Funde sind im Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren, dem Ulmer Museum und im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Tübingen zu sehen.
Es gibt zahlreiche gut markierte Wanderwege auf der Schwäbischen Alb. Diese lassen sich einteilen in Streckenwanderwege und Rundwanderwege. Die Streckenwanderwege werden überwiegend vom Schwäbischen Albverein betreut und markiert. Viele Gemeinden haben darüber hinaus auf ihrem Gebiet Rundwanderwege eingerichtet.
Die sogenannten Hauptwanderwege (HW) bilden das Rückgrat der Streckenwanderwege. Der HW 1 (Schwäbische Alb - Nordrandweg) und der HW 2 (Schwäbische Alb - Südrandweg) umschließen die Schwäbische Alb und erlauben eine mehrwöchige Umwanderung des Gebirges. Sie haben ihre Ausgangs- bzw. Endpunkte in Donauwörth und Tuttlingen. Auch der HW 3, der HW 4, der HW 5, der HW 7 und der HW 9 berühren auf Teilstrecken die Schwäbische Alb. Der HW 3 (Main - Neckar - Rhein - Weg) von Wertheim nach Villingen tritt bei Hechingen in das Gebiet der Schwäbischen Alb ein und verlässt es wieder vor Villingen. Der HW 4 (Main - Donau - Bodensee - Weg) von Würzburg nach Friedrichshafen verläuft von Wasseralfingen bis Ulm durch die Schwäbische Alb. Der HW 5 (Schwarzwald - Schwäbische Alb - Allgäu - Weg) von Pforzheim bis zum Schwarzen Grat bei Isny berührt die Schwäbische Alb von Reutlingen bis zur Donau. Der HW 7 wird auch Schwäbische Alb - Oberschwaben - Weg genannt. Er verläuft von Lorch bis Friedrichshafen und durchquert die Schwäbische Alb von Göppingen bis Zwiefaltendorf. Der HW 9 (Heuberg - Allgäu - Weg) verläuft von Spaichingen bis zum Schwarzen Grat bei Isny und quert die Südwestalb von Spaichingen bis Neuhausen ob Eck.
Die Schwäbische Alb bietet teilweise hervorragende Sportklettermöglichkeiten und gehört - zusammen mit dem Elbsandsteingebirge und der Fränkischen Alb - zu den herausragendsten Mittelgebirgen in Deutschland, was das Klettern betrifft.
Klettermöglichkeiten gibt es vor allem an den sogenannten Massenkalkfelsen. Das sind Gebilde, die im Jurameer durch Lebewesen (Korallen und Schwämme) aufgebaut und aus dem umgebenden Gestein herausgewittert worden sind.
Das obere Donautal bietet die besten Klettermöglichkeiten und die höchsten Wände. Weitere Gebiete mit guten Klettermöglichkeiten befinden sich in der Gegend von Blaubeuren sowie im Lenninger Tal und im Ermstal. Die einzelnen Führen über die zahlreichen größeren und kleineren Felsen sind in mehreren Kletterführern beschrieben.
Das Klettern ist seit einigen Jahren jedoch nicht mehr an jeder beliebigen Stelle zulässig. Das Naturschutzgesetz von Baden Württemberg zählt die Felsen zu den sogenannten §24a-Biotopen. Im Grundsatz ist das Betreten dieser Biotope nicht gestattet. In den vergangenen Jahren ist es zwischen der Naturschutzverwaltung und den Kletterverbänden gelungen, die kletterbaren Bereiche sowie die Kletterverbote für die gesamte Schwäbische Alb abzustimmen. Teilweise bestehen die Kletterverbote nur saisonal.
Die einzelnen Klettertouren weisen zum größeren Teil obere Schwierigkeitsgrade auf (Schwierigkeitsgrade IV bis über VI). Leichtere Klettereien, wie sie aus den Alpen bekannt sind, gibt es kaum.
Die Schwäbische Alb ist ein Karstgebiet in dem etwa 2500 Höhlen bekannt sind. Einige davon sind als Schauhöhlen ausgebaut.
Schwäbische Alb | Deutsches Mittelgebirge | Region in Baden-Württemberg
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