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Die Schwäbische Alb ist ein Mittelgebirge in Südwestdeutschland. Es erstreckt sich vom Schweizer Kanton Schaffhausen diagonal durch Baden-Württemberg bis zur bayerischen Grenze dieses Bundeslandes nordöstlich von Ulm. Geologisch ist es als Schwäbischer Jura ein Teil des Juragebirges, das sich nach Südwesten (Schweizer Jura) und Nordosten (Fränkischer Jura) fortsetzt.

Geographie


Lage

Die Schwäbische Alb erstreckt sich vom Hochrhein im Südwesten bis zum Nördlinger Ries, welches sie von der Fränkischen Alb abgrenzt. Südöstlich wird die Alb durch den Hegau und die Donau begrenzt, im Westen von der Baar und der Wutach, nach Norden hin vom oberen Neckarland (Albvorland: rechts des Neckars bis zum Albtrauf), Schurwald, Welzheimer Wald und von den Ellwanger Bergen (Schwäbisch-Fränkische Waldberge). Geologisch beginnt der Schwäbische Jura im Südwesten am Rheinfall bei Schaffhausen mit dem Randen und der Hegaualb (nordwestliche Randgebiete des Hegau). Als Kulturlandschaft wird der südwestliche Rand meist bei der Sprachgrenze des Schwäbischen gesehen, die etwa an der Linie Schwenningen - Tuttlingen verläuft.

Naturraum

Die nordwestliche Kante, der Albtrauf, stellt eine bis zu 400 Meter hohe Steilstufe dar. Die Alb ist eine Hochfläche, die von ihrem Nordwestrand stetig nach Südosten abfällt. Die Länge von Südwest nach Nordost beträgt etwa 200 km, die Breite ca. 30 Kilometer.

Die Schwäbische Alb wird in verschiedene Teile gegliedert (hier annähernd von Südwesten ausgehend nach Nordosten aufgezählt):

Berge

Die Schwäbische Alb ist ein Teil der südwestdeutschen Schichtstufenlandschaft. Sie ist ein Plateaugebirge, dessen Schichten von Nordwesten nach Südosten einfallen. Ein eigentlicher Plateaurand (der sogenannte Albtrauf) ist nur im Norden und Nordwesten vorhanden. Nach Süden und Südosten zu sinkt das Plateau langsam zur Donau und zum Alpenvorland hin ab.

Diese topographische Situation hat konkrete Auswirkungen auf die Art und Ausprägung der Berge. Eigentliche Berge, also Geländeerhebungen, die nach allen Seiten hin abfallen und wie sie von den Alpen und vielen anderen deutschen Mittelgebirgen bekannt sind, sind nicht typisch für die Schwäbische Alb. Die Hochpunkte der Schwäbischen Alb befinden sich zum größten Teil entlang des Traufs. Diese Punkte sind als Berge nur sehr schwach ausgeprägt.

Anders verhält es sich bei den sogenannten Zeugenbergen sowie den Erhebungen auf dem Kuppenalb genannten Teil der Albhochfläche. Die Zeugenberge sind Berge, die dem Albtrauf im Norden und Nordwesten vorgelagert sind. Diese Berge waren früher Bestandteil der Albhochfläche. Sie sind aus unterschiedlichen Gründen nach dem Zurückweichen der Albhochfläche in Folge der Abtragung übriggeblieben. Auf der Kuppenalb befinden sich ebenfalls Berge, allerdings schwächer ausgeprägt als bei den Zeugenbergen. Hier handelt es sich um Erhebungen aus Massenkalk, die über älteren Schichten liegengeblieben sind.

Beispiel für einen "Berg" im Verlauf des Albtraufs: Raichberg, 956 m

Beispiel für einen Zeugenberg: Achalm, 707 m

Beispiel für einen Berg auf der Kuppenalb: Kornbühl (mit der Salmendinger Kapelle)

Die höchsten Erhebungen befinden sich auf der westlichen Hochfläche der Schwäbischen Alb, dem sogenannten Heuberg; so etwa der Lemberg bei Gosheim, der mit 1015 m ü. NN der höchste Berg ist und der höchstgelegene Ort Böttingen mit 911-991 m. ü. NN. Die mit Stern (*) markierten Berge sind so genannte Zeugenberge und stellen zum Teil Vorberge der Alb dar.

  1. Lemberg (1.015 m)
  2. Oberhohenberg (1.011 m)
  3. Wandbühl (1.007 m)
  4. Bol (1.002 m)
  5. Hummelsberg (1.002 m)
  6. Plettenberg (1.002 m)
  7. Schafberg (1.000 m)
  8. Ortenberg (999 m)
  9. Weichenwang (989 m)
  10. Dreifaltigkeitsberg (983 m)
  11. Lupfen* (977 m)
  12. Lochen (963 m)
  13. Raichberg (956 m)
  14. Hundsrücken (931 m)
  15. Böllat (921 m)
  16. Hohenkarpfen* (912 m)
  17. Zoller* (855 m)
  18. Farrenberg (820 m)
  19. Bossler (800 m)
  20. Teck (775 m)
  21. Stuifen* (757 m)
  22. Hohenneuffen* (743 m)
  23. Achalm* (707 m)
  24. Hohenrechberg* (707 m)
  25. Hohenstaufen* (684 m)
  26. Ipf* (668 m)
  27. Limburg (597 m)

Geologie


Die Alb stellt eine Schichtstufe des Süddeutschen Schichtstufenlands dar. Sie besteht aus sedimentären marinen Ablagerungen. Diese Gesteine entstanden während des Jura am Boden eines Meeres. Die jurassischen Gesteine bilden drei Hauptformationen. Nach ihrer Farbe unterscheidet man lokal von unten nach oben Lias oder Schwarzer Jura, Dogger oder Brauner Jura und Malm, den Weißen Jura.

Die Gesteine des Schwarzen Jura sind Tonschiefer und werden durch einen hohen Gehalt an Bitumen und Pyrit gefärbt. Man spricht auch (fälschlich) von Ölschiefer. Dieses Gestein tritt am Fuß des Albtraufs auf und ist berühmt für seine Funde von Ichthyosauriern. Am besten kann man diese im Urweltmuseum Hauff in Holzmaden betrachten. Die Schichten des Braunen Jura, sandig-tonige Mergel, erhalten ihre braune Farbe durch einen recht hohen Gehalt an Eisen. Dieses Eisen wurde in Wasseralfingen bei Aalen auch als oolithisches Eisenerz abgebaut. Der Weiße Jura, der die Steilstufe des Albtraufs bildet, besteht aus fast reinem Kalzit, der in einem sauerstoffreichen und lebendigen Meer abgelagert wurde. Er ist charakterisiert durch viele Riffe. Der weiße Jura wird im Blautal bei Ulm abgebaut - sein CaCO3-Gehalt beträgt teilweise über 99% - und wird als Ulmer Weiß an die chemische Industrie in alle Welt verkauft. In allen Jurasedimenten sind vielfältige Fossilien enthalten, die man auf einer Wanderung leicht selbst finden kann.

Die Schwäbische Alb ist eines der größten zusammenhängenden Karstgebiete in Deutschland. Kalkstein, der wie hier ein von Flußtälern umgebenes Hochplateau bildet, löst sich durch Regenwasser langsam auf, wobei es zur Bildung von Höhlen, Dolinen und Trockentälern kommt. Trockentäler sind Vorzeitformen. Eine Möglichkeit ihrer Entstehung ist die Tieferlegung der Erosionsbasis im Bereich von wasserdurchlässigen Gesteinen und Absenkung des Grundwasserspiegels. Trockentäler können auch unter kaltzeitlichen Bedingungen in Gebieten mit wasserdurchlässigen Gesteinen entstanden sein. Möglich war dieses, weil Dauerfrostböden das Versickern des Wassers verhindert hatten. Heute ist die Entwässserung etwa 150 bis 200 m tief in das Gestein verlagert und erfolgt durch Klüfte und Höhlen. Eine der bekanntesten Höhlen ist wohl die Blauhöhle mit dem Blautopf als Abfluss. Viele Höhlen sind als Schauhöhlen erschlossen (darunter die tiefst begehbare Schachthöhle Deutschlands, die Laichinger Tiefenhöhle, und eine der längsten Schauhöhlen Süddeutschlands, die Charlottenhöhle) und können besichtigt werden. Andere können im Rahmen von Wanderungen auf eigene Faust besucht werden. Verschiedene geologische und karstkundliche Wanderwege erlauben es auch dem interessierten Laien, viele dieser Besonderheiten zu erkennen und zu verstehen.

Aufgrund ihrer erdgeschichtlichen Vielfalt und Besonderheiten wurde die Schwäbische Alb Anfang 2003 als Nationaler GeoPark in Deutschland ausgezeichnet.

Flüsse

Durch den Karstcharakter der Schwäbischen Alb gibt es kaum Flüsse auf der Albhochfläche, die meisten Flüsse entspringen am Fuße der Alb aus Karstquellen mit zum Teil immenser Schüttung. Die Donau dagegen durchbricht die Alb.

Böden


Die aus dem Weißjura entstandenen Böden sind überwiegend schwer und lehmig, örtlich auch locker und krümelig. Neben tiefgründigen Böden finden sich auch Standorte mit sehr geringer Bodenauflage. Zu den typischen Böden zählen: Rendzina, Terra fusca und Braunerde-Pelosol.

Kultur


Die Schwäbische Alb bietet auch in kultureller Hinsicht vieles. Es gibt zahlreiche Burgen und Klöster. Viele Dörfer besitzen interessante Heimatmuseen. Industrien waren zum Beispiel Trikotagen und Feinmechanik bei Albstadt und Leinenweberei in und um Laichingen.

Die Schwäbische Alb ist eines der am frühesten besiedelten Gebiete Deutschlands. Archäologische Zeugnisse gehen bis in die Altsteinzeit zurück, insbesondere am Rande des Nördlinger Rieses und in den zahlreichen Höhlen. Mit die ältesten figürlichen Darstellungen der Menschheit, kleine Schnitzereien aus Mammutelfenbein, stammen aus dem Lonetal (Vogelherdhöhle) und dem Aachtal/Blautal (Geißenklösterle, Hohler Fels) bei Ulm. Sie sind ungefähr 30.000 bis 35.000 Jahre alt. Die Funde sind im Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren, dem Ulmer Museum und im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Tübingen zu sehen.

Städte und Orte

Größere und bedeutende Städte/Orte auf bzw. am Rande der Schwäbischen Alb; alphabetisch sortiert

Tourismus


Touristen- und Bergstraßen

Wanderwege

Es gibt zahlreiche gut markierte Wanderwege auf der Schwäbischen Alb. Diese lassen sich einteilen in Streckenwanderwege und Rundwanderwege. Die Streckenwanderwege werden überwiegend vom Schwäbischen Albverein betreut und markiert. Viele Gemeinden haben darüber hinaus auf ihrem Gebiet Rundwanderwege eingerichtet.

Die sogenannten Hauptwanderwege (HW) bilden das Rückgrat der Streckenwanderwege. Der HW 1 (Schwäbische Alb - Nordrandweg) und der HW 2 (Schwäbische Alb - Südrandweg) umschließen die Schwäbische Alb und erlauben eine mehrwöchige Umwanderung des Gebirges. Sie haben ihre Ausgangs- bzw. Endpunkte in Donauwörth und Tuttlingen. Auch der HW 3, der HW 4, der HW 5, der HW 7 und der HW 9 berühren auf Teilstrecken die Schwäbische Alb. Der HW 3 (Main - Neckar - Rhein - Weg) von Wertheim nach Villingen tritt bei Hechingen in das Gebiet der Schwäbischen Alb ein und verlässt es wieder vor Villingen. Der HW 4 (Main - Donau - Bodensee - Weg) von Würzburg nach Friedrichshafen verläuft von Wasseralfingen bis Ulm durch die Schwäbische Alb. Der HW 5 (Schwarzwald - Schwäbische Alb - Allgäu - Weg) von Pforzheim bis zum Schwarzen Grat bei Isny berührt die Schwäbische Alb von Reutlingen bis zur Donau. Der HW 7 wird auch Schwäbische Alb - Oberschwaben - Weg genannt. Er verläuft von Lorch bis Friedrichshafen und durchquert die Schwäbische Alb von Göppingen bis Zwiefaltendorf. Der HW 9 (Heuberg - Allgäu - Weg) verläuft von Spaichingen bis zum Schwarzen Grat bei Isny und quert die Südwestalb von Spaichingen bis Neuhausen ob Eck.

Hauptweg 1

Felsklettern

Die Schwäbische Alb bietet teilweise hervorragende Sportklettermöglichkeiten und gehört - zusammen mit dem Elbsandsteingebirge und der Fränkischen Alb - zu den herausragendsten Mittelgebirgen in Deutschland, was das Klettern betrifft.

Klettermöglichkeiten gibt es vor allem an den sogenannten Massenkalkfelsen. Das sind Gebilde, die im Jurameer durch Lebewesen (Korallen und Schwämme) aufgebaut und aus dem umgebenden Gestein herausgewittert worden sind.

Das obere Donautal bietet die besten Klettermöglichkeiten und die höchsten Wände. Weitere Gebiete mit guten Klettermöglichkeiten befinden sich in der Gegend von Blaubeuren sowie im Lenninger Tal und im Ermstal. Die einzelnen Führen über die zahlreichen größeren und kleineren Felsen sind in mehreren Kletterführern beschrieben.

Das Klettern ist seit einigen Jahren jedoch nicht mehr an jeder beliebigen Stelle zulässig. Das Naturschutzgesetz von Baden Württemberg zählt die Felsen zu den sogenannten §24a-Biotopen. Im Grundsatz ist das Betreten dieser Biotope nicht gestattet. In den vergangenen Jahren ist es zwischen der Naturschutzverwaltung und den Kletterverbänden gelungen, die kletterbaren Bereiche sowie die Kletterverbote für die gesamte Schwäbische Alb abzustimmen. Teilweise bestehen die Kletterverbote nur saisonal.

Die einzelnen Klettertouren weisen zum größeren Teil obere Schwierigkeitsgrade auf (Schwierigkeitsgrade IV bis über VI). Leichtere Klettereien, wie sie aus den Alpen bekannt sind, gibt es kaum.

Skilauf

Schauhöhlen

Die Schwäbische Alb ist ein Karstgebiet in dem etwa 2500 Höhlen bekannt sind. Einige davon sind als Schauhöhlen ausgebaut.

Museen

Wintersport

Durch ihre Höhenlage zwischen 600 und 1000 m über dem Meer bietet die Schwäbische Alb viele Möglichkeiten zum Wintersport. Viele Skihänge und Skilanglaufloipen laden zu sportlicher Betätigung ein.

Literatur / Karten


  • Alber, Frahm, Stadler: Die Schwäbische Alb. Bildlegenden (Eine Bildreise). 1996. ISBN 3-89234-665-8,
  • Freier: Schwäbische Alb. 35 Wanderungen. Wandern kompakt. 2001. ISBN 3-7654-3734-4
  • Fieselmann, Grohe: Die Schwäbische Alb. ISBN 3-87407-350-578
  • Mayr, Herbert: Schwäbische Alb - West (Rother Wanderführer) ISBN 3-7633-4118-8
  • Mayr, Herbert: Schwäbische Alb - Ost (Rother Wanderführer) ISBN 3-7633-4117-X

Siehe auch


Weblinks


Schwäbische Alb | Deutsches Mittelgebirge | Region in Baden-Württemberg

Schwäbische Alb | Swabian Alb | Swabian Alb

 

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