| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen Schwaebisch Hall.png | Karte Schwäbisch Hall in Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg |
| Regierungsbezirk: | Stuttgart |
| Regionalverband: | Heilbronn-Franken |
| Landkreis: | Schwäbisch Hall |
| Gemeindeart: | Große Kreisstadt |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 301 m ü. NN |
| Fläche: | 104,24 km² |
| Einwohner: | 36.556 (31. Dezember 2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 351 Einwohner je km² |
| Ausländeranteil: | 10,0 % |
| Postleitzahlen: | 74501-74523 (alt: 7170) |
| Vorwahl: | 0791 |
| Kfz-Kennzeichen: | SHA |
| Gemeindeschlüssel: | 08 1 27 076 |
| Stadtgliederung: | Kernstadt und 8 Stadtteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Am Markt 6 74523 Schwäbisch Hall |
| Offizielle Website: | www.schwaebischhall.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Hermann-Josef Pelgrim (SPD) |
Seit 1. Oktober 1960 ist Schwäbisch Hall Große Kreisstadt. Mit den umliegenden Gemeinden Michelbach an der Bilz, Michelfeld und Rosengarten hat die Stadt Schwäbisch Hall eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.
Die Kernstadt und die Stadtteile bzw. Ortschaften gliedern sich in weitere Wohngebiete bzw. -bezirke oder Wohnplätze mit eigenem Namen. So gehören zu Bibersfeld die Orte Buchhof, Hilbenhof, Hohenholz, Rötenhof, Sittenhardt, Starkholzbach, Steigenhaus, Wielandsweiler und Winterhalde. Zu Eltershofen gehört Breitenstein, zu Gailenkirchen die Orte Frühlingsberg, Gottwollshausen, Wackershofen, Sülz, Neuhofen und Gliemenhof, zu Gelbingen der Ort Erlach, zu Sulzdorf die Orte Anhausen, Buch, Dörrenzimmern, Hohenstadt, Jagstrot, Matheshörlebach und Neunbronn sowie zu Tüngental die Orte Altenhausen, Otterbach, Ramsbach, Veinau und Wolpertsdorf. Weckrieden hat keine weiteren Orte.
In der Kernstadt unterscheidet man folgende Wohnbezirke bzw. Wohnplätze, deren Grenzen jedoch meist nicht genau festgelegt sind: Altstadt, Katharinenvorstadt, Weilervorstadt, Unterlimpurg, Oberlimpurg, Kreuzäckersiedlung, Heimbachsiedlung und Teurershof, Rollhof, Reifenhof, Lehenhof (abgegangen, ehemals Dürrenberg), Steinbach mit Comburg, Kleincomburg, Einkorn und Taubenhof (diese Orte bildeten bis 1930 die selbständige Gemeinde Steinbach), Tullauer Höhe-Hagenbach (bis 1935 Wohnplatz der Gemeinde Bibersfeld), Hessental mit Kaiserhof und den Siedlungen Mittelhöhe, Ghagäcker, Solpark und Grundwiesensiedlung (bis 1936 selbständige Gemeinde).
Image:Schwaebisch_hall_09.jpg |Marktplatz
Image:Schwaebisch_hall_05.jpg |Badtorweg Image:Schwaebisch_hall_04.jpg |Der alles überragende "Neubau" Image:Schwaebisch_hall_06.jpg |Alte Stadtmühle, heute Hällisch Fränkisches Museum
Image:Schwaebisch_hall_02.jpg |Michaelskirche und Neubau vom Kocher aus Image:Schwaebisch_hall_11.jpg |Der Josenturm
Die Entwicklung zur Stadt erfolgte in mehreren Schritten im 12. Jahrhundert. In der Weiheurkunde der St. Michaelskirche von 1156 ist Schwäbisch Hall erstmals sicher urkundlich erwähnt. Wahrscheinlich war es Kaiser Friedrich I. (Barbarossa), der in Hall eine Münzprägestätte einrichtete, in der die Heller (= Haller Pfennig) hergestellt wurden. Diese in großen Mengen hergestellte, geringwertige Münze aus dünnem Silberblech erreichte schnell eine weite Verbreitung im Reich und darüber hinaus. 1204 ist Schwäbisch Hall erstmals als Stadt bezeichnet. Saline und Münzprägung bescherten der Stadt eine wirtschaftliche Blüte. Der „Wiener Schiedsspruch“ König Rudolfs von Habsburg von 1280 beendete einen langen Konflikt mit den Schenken von Limpurg um die Stadtherrschaft und ermöglichte es Schwäbisch Hall, den Status einer Reichsstadt zu erreichen. Dominierende Schicht war der aus den staufischen Ministerialen hervorgegangene Stadtadel. Nach inneren Unruhen mussten sie den Nichtadligen einen Teil der Herrschaft abtreten. Die Verfassungsurkunde Kaiser Ludwigs des Bayern von 1340 blieb mit geringen Änderungen bis 1802 in Geltung. Wichtigstes Gremium war der Rat, an dessen Spitze der Stättmeister (Bürgermeister) stand. Diesem Rat gehörten 12 Adlige, sechs „Mittelbürger“ und acht Handwerker an. Endgültig gebrochen wurde die Vorherrschaft des Stadtadels durch die „Zweite Zwietracht“ von 1509 bis 1512. In der Folge dominierte eine bürgerliche, zunehmend akademisch gebildete Oberschicht die Stadt, zu der z.B. die Vorfahren des Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer gehörten.
Im 14., 15. und 16. Jahrhundert erweiterte die Reichsstadt systematisch ihr Territorium. Sie kaufte Herrschaftsrechte, wann immer sich die Gelegenheit bot, und verteidigte diese notfalls mit Waffengewalt. Die letzte große Erwerbung war 1595 der Kauf der Herrschaft Vellberg.
1523 leitete der seit 1522 wirkende Theologe Johannes Brenz den Übergang zur Reformation ein, der mit der Kirchenordnung von 1543 abgeschlossen wurde. Im Bauernkrieg von 1525 konnte sich die Reichsstadt als eine der wenigen Herrschaften der Region gegen die aufständischen Bauern behaupten. Für die Beteiligung am Schmalkaldischen Krieg auf protestantischer Seite musste die Stadt mit hohen Bußgeldern an Kaiser Karl V. büßen. Im Dreißigjährigen Krieg litt die Stadt schwer unter wechselnden Besatzungen durch kaiserliche, französische und schwedische Truppen. Zwischen 1634 und 1638 wurde jeder fünfte Einwohner ein Opfer von Seuchen und Hunger. Trotzdem gelang ein rascher Wiederaufstieg nach dem Ende des Kriegs.
Mehrfach verwüsteten Brände die Stadt. 1316 sollen große Teile niedergebrannt sein, 1680 zerstörte ein durch Blitzschlag ausgelöstes Feuer rund 100 Gebäude in der Gelbinger Vorstadt. 1728 verwüstete ein Großbrand zwei Drittel der Altstadt. Neben 294 Privathäusern verbrannten zwei Kirchen, das Spital, das Rathaus und die Saline. Der Wiederaufbau erfolgte im bis heute das Stadtbild prägenden Barockstil. Am Ende des Alten Reichs besaß die Freie Reichsstadt Schwäbisch Hall ein Herrschaftsgebiet mit 330 Quadratkilometern und etwa 21.000 Einwohnern. Es umfasste 3 Städte, 21 Pfarrdörfer, sowie 90 Dörfer und Weiler. Das Gebiet war in die Ämter Kocheneck, Rosengarten, Bühler, Schlicht, Ilshofen, Vellberg und Honhardt eingeteilt.
1802 wurde die Reichsstadt Schwäbisch Hall mit dem Einverständnis Napoleons durch Württemberg annektiert, das damit für linksrheinische Gebietsabtretungen an Frankreich entschädigt wurde. Die Stadt wurde Sitz eines Oberamtes, seine zugehörigen Städte und Dörfer wurden selbständige Gemeinden verschiedener Oberämter. Für die Stadt Hall begann danach eine lang anhaltende Phase der Stagnation und des Rückschritts. Die Napoleonischen Kriege ruinierten die Stadtfinanzen. Durch die Grenzen des neuen Staates wurden Kaufleute und Handwerker von ihren traditionellen Märkten im nun bayerischen Franken abgeschnitten, das traditionsreiche Gymnasium 1811 zur Lateinschule degradiert. Die bis dahin im Privatbesitz zahlreicher Bürger befindliche Saline übernahm der Staat. Die Entschädigungsverhandlungen zogen sich bis 1827 hin. Die vereinbarten „ewigen Renten“ werden bis heute an die Nachfahren der damaligen Eigentümer bezahlt, haben aber, da kein Inflationsausgleich vereinbart wurde, ihren Wert weitgehend verloren. Die Saline wurde 1924 geschlossen. Da die Stadt Sitz eines Oberamtes war, siedelten sich weitere Behörden an, so 1807 ein Kameralamt (ab 1919 Finanzamt) oder 1811 das Oberamtsgericht (ab 1879 Amtsgericht). Von besonderer Bedeutung waren die 1839 angeordnete Einrichtung eines Gefängnisses, dessen stadtbildprägender Neubau am Rand der Altstadt ab 1846 genutzt wurde, sowie 1868 die Gründung des Kreisgerichtshofs (ab 1879 Landgericht) als den Oberamts- bzw. Amtsgerichten übergeordnete Instanz (1932 trotz Protesten aufgehoben). Hinzu kamen das 1896 von der Stadt eingerichtete Arbeitsamt sowie Einrichtungen der Schul-, Eisenbahn-, Post- und Telegrafen-, Straßenbau-, Zoll- und Militärverwaltung.
Während der Revolution 1848 kam es in Schwäbisch Hall zu Unruhen, die aber nicht zu offener Gewalt führten. Die Mehrheit der Bürgerschaft war demokratisch gesinnt und wählte den Stuttgarter Professor Wilhelm Zimmermann, einen gemäßigten Republikaner, in die Frankfurter Nationalversammlung. Im Herbst 1848 ließ die württembergische Regierung die Stadt wegen des „anarchischen Geists“ der Bürgerschaft durch Truppen besetzen. Einige lokale Führer der Republikaner wurden auf dem Hohenasperg inhaftiert und wanderten später teilweise in die USA aus. Bis zum Ende des Kaiserreichs war die Mehrheit der Bürgerschaft linksliberal gesinnt und wählte entsprechende Abgeordnete in den Reichs- und Landtag. Ein Ortsverein der SPD entstand 1864, konnte sich bald als Vertreter der Arbeiterschaft etablieren und bei Wahlen bis zu einem Viertel der Stimmen gewinnen.
Die Industrialisierung setzte in Schwäbisch Hall nur sehr zögerlich ein und konnte im wesentlichen nur den Verlust an Arbeitsplätzen im traditionellen Handwerk ausgleichen. Auch der Anschluss an die Eisenbahnlinie nach Heilbronn 1862 bewirkte keine grundlegende Veränderung, begünstigte aber den Tourismus und die Entwicklung als Kurort. Zahlreiche Einwohner wanderten in die nahen Ballungsräume und nach Übersee aus, weshalb die Bevölkerungszahlen im 19. Jahrhundert nur sehr langsam wuchsen. Erst im 20. Jahrhundert entstanden größere Neusiedlungen außerhalb des alten Stadtbereichs. Zurückgewinnen konnte die Stadt hingegen ihre Funktion als regionales Bildungszentrum; 1877 gelang es, die Wiederherstellung des Gymnasiums zu erreichen. Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung zum Dienstleistungszentrum war 1886 die Gründung des Diakonissenkrankenhauses, das heute einer der größten Arbeitgeber der Stadt ist.
Während des Ersten Weltkriegs 1914-1918 war die Stadt Lazarettstandort. In die Zeit der Weimarer Republik fällt ein tiefgreifender Wandel des politischen Klimas. Die linksliberale DDP verlor rasch an Zustimmung, das Bürgertum wandte sich mehrheitlich den republikfeindlichen Deutschnationalen (DNVP) zu. Eine von dem Lehrer und späteren württembergischen NS-Ministerpräsidenten Christian Mergenthaler geführte Ortsgruppe der NSDAP entstand schon 1922 und hatte bereits im folgenden Jahr 180-200 Mitglieder, zerfiel aber nach 1925 wieder und entstand erst um 1930 neu. Bis zu den Wahlen von 1932 und 1933 blieb die SPD die stärkste politische Kraft in Schwäbisch Hall.
In den 1920er Jahren begann die Errichtung der ersten Siedlungen außerhalb der Stadt. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde Schwäbisch Hall 1936 durch den Bau des Fliegerhorsts Schwäbisch Hall-Hessental der Luftwaffe Garnisonsstadt. Der Fliegerhorst war nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1993 als „Camp Dolan“ ein Standort der US-Armee. Während des Zweiten Weltkriegs waren hier vor allem Bomber und Nachtjäger sowie der erste serienmäßig hergestellte Düsenjäger der Welt, die Messerschmitt Me 262 stationiert. In einem getarnten Werk in der Nähe wurden Maschinen dieses Typs u.a. durch Zwangsarbeiter montiert.
Die 1933 noch 121 Menschen umfassende jüdische Gemeinde wurde durch die Flucht ihrer Mitglieder und die Deportation und Ermordung der hier gebliebenen ausgelöscht. Etwa 40 Schwäbisch Haller Juden fielen dem Holocaust zum Opfer. Im Rahmen der sogenannten Euthanasie wurden 1940 auch 270 Insassen des Behindertenheims der Diakonissenanstalt abtransportiert und größtenteils ermordet. 1944 erfolgte die Einrichtung des Konzentrationslagers Hessental mit bis zu 800 Häftlingen, die v.a. auf dem Fliegerhorst Reparaturarbeiten ausführten. Mindestens 182 von ihnen starben durch Mord, Hunger und Krankheiten. Weitere Opfer forderte der Hessentaler Todesmarsch in das Außenlager Allach des KZs Dachau. Am 17. April 1945 besetzten amerikanische Truppen die Stadt. Die historische Altstadt blieb von Kriegsschäden weitgehend verschont.
Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg wurden Steinbach mit der Comburg, Hessental und Hagenbach eingemeindet. 1938 wurde das Oberamt Schwäbisch Hall in den Landkreis Schwäbisch Hall überführt. In den 1950er Jahren überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Schwäbisch Hall die 20.000-Grenze. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die baden-württembergische Landesregierung dann mit Wirkung vom 1. Oktober 1960 beschloss. Im Zuge der Gemeindereform der 1970er Jahre kamen die Gemeinden Tüngental, Weckrieden, Sulzdorf, Gailenkirchen, Bibersfeld, Gelbingen und Heimbach zur Stadt Schwäbisch Hall und bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 erhielt der Landkreis Schwäbisch Hall seine heutige Ausdehnung.
1982 war Schwäbisch Hall Gastgeber der dritten Landesgartenschau Baden-Württemberg.
Schwäbisch Hall ist heute Bildungs-, Dienstleistungs- und kulturelles Zentrum der Region und Standort einiger mittelständischer Unternehmen v.a. des Maschinenbaus. Seit 1944 ist die Stadt Sitz der aus dem kriegsbedrohten Berlin umgezogenen "Bausparkasse der Deutschen Volksbanken AG", die heute als "Bausparkasse Schwäbisch Hall AG" der größte Arbeitgeber ist und bis 2001 auch der größte Gewerbesteuerzahler war.
2002 traf die Stadt Schwäbisch Hall die mutige Entscheidung, eine Vorreiterrolle zu übernehmen und als eine der ersten Kommunen die Computer der Verwaltung auf das Open Source-Betriebssystem Linux umzustellen. Ein Grund hierfür war die Einstellung der Unterstützung des bis dahin verwendeten Betriebssystems Windows NT4, was mangelnde Sicherheit bei Beibehaltung des alten Systems bzw. hohe Kosten für neue Lizenzen zur Folge gehabt hätte. Mehrere deutschsprachige Städte wie München (mit LiMux) und Wien (mit Wienux) sind dabei, Linux großflächig einzuführen.
Das Gebiet der Stadt Schwäbisch Hall gehörte ursprünglich zum Bistum Würzburg und war dem Landkapitel Hall zugeordnet. Der vom Rat zum Prediger von St. Michael berufene Theologe Johannes Brenz führte in der Reichsstadt ab 1522 die Reformation ein. Als Schlusspunkt bei der Durchsetzung der Reformation kann die gedruckte und für die Stadt und das Landgebiet verbindliche Kirchenordnung von 1543 gelten. Unter Berufung auf das Bischofsrecht setzte der Haller Rat auch in den Pfarreien des Landkapitels die Reformation durch. Die Pfarreien bildeten danach de facto eine hällische Landeskirche unter der Oberaufsicht des reichsstädtischen Rates. Die letzte katholische Kirche in der Stadt (St. Johann) wurde bereits 1534 geschlossen. Die 1548 von Kaiser Karl V. erzwungene Einführung des Interim brachte zeitweilig wieder altkirchliche Geistliche auf die Kanzel, blieb aber Episode (bis 1558/1559). Die Stadt war danach bis zum 19. Jahrhundert rein protestantisch. Seit dem Übergang an Württemberg gehören die Kirchengemeinden der Stadt zur Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Die Pfarreien im Hospital, St. Urban (Unterlimpurg) und St. Johann und Gottwollshausen hob man 1812 auf, danach gab es in der Stadt nur noch die beiden Pfarreien St. Michael und St. Katharina. Schwäbisch Hall blieb Sitz eines Dekanats, zu dem heute die Kirchengemeinden des gesamten Umlands gehören. Die Gesamtkirchengemeinde Schwäbisch Hall besteht aus der Kirchengemeinde St. Michael und St. Katharina (Innenstadt, Zusammenschluss der Pfarreien 2004), der Johannes-Brenz-Gemeinde (Rollhof, Reifenhof, gegr. 1955), der Kreuzäckergemeinde (Kreuzäckersiedlung, gegr. 1964), der Sophie-Scholl-Gemeinde (Heimbachsiedlung, Teurershof, gegr. 1992) und der Lukasgemeinde (Hagenbach, gegr. 1976) sowie - eine Schwäbisch Haller Besonderheit - der seit 2002 als "Gemeinschaftsgemeinde" ohne Gebietsfestschreibung in die Gesamtkirchengemeinde integrierte Ortsverein des Süddeutschen Gemeinschaftsverbands. Weitere evangelische Kirchengemeinden im Bereich der Stadt bestehen in den Teilorten Bibersfeld, Gailenkirchen, Gottwollshausen, Gelbingen, Eltershofen, Hessental, Steinbach, Sulzdorf und Tüngental.
Da das Reichsstift Comburg katholisch blieb und im Zuge der Gegenreformation auch seine Besitzungen in dieser Konfession hielt bzw. rekatholisierte, blieben auch Ortschaften, die Comburg gehörten oder wo es Besitzungen hatte, ganz oder teilweise katholisch bzw. wurden es wieder (die heutigen Schwäbisch Haller Teilorte Steinbach, Hessental und Tüngental). Steinbach war Sitz der Pfarrei. Nach dem Ende der Reichsstadt 1802 ließen sich auch wieder Katholiken in Schwäbisch Hall nieder. Ein erster größerer Ansiedlungsschub kam durch den Eisenbahnbau in den 1860er Jahren, ein weiterer durch den Zustrom von Vertriebenen und Flüchtlingen nach 1945. Seit 1887 gibt es wieder eine eigene Pfarrei (St. Josef). Diese betreut heute die Katholiken im Altstadtbereich, im Ostteil der Stadt sowie in den Stadtteilen Breitenstein, Eltershofen, Gelbingen und Weckrieden sowie in den Nachbarorten Untermünkheim, Enslingen, Übrigshausen und Kupfer. Die zweite Pfarrei in Schwäbisch Hall ("Christus König") wurde 1967 gegründet, die Kirche war bereits 1961 in der Heimbachsiedlung erbaut worden. Sie betreut heute auch die Katholiken der Stadtteile Heimbachsiedlung, Teurershof, Bibersfeld, Gailenkirchen und Gottwollshausen sowie der Nachbarorte Michelfeld und Gnadental. Die dritte Pfarrei St. Markus betreut die Katholiken in Hagenbach sowie der Gemeinde Rosengarten. In den Stadtteilen Schwäbisch Halls gibt es folgende katholische Kirchengemeinden: St. Maria Königin des Friedens in Hessental (diese betreut auch die Stadtteile Sulzdorf, Tüngental und die Stadt Vellberg) sowie St. Johannes Baptist Steinbach (diese betreut auch die Gemeinde Michelbach/Bilz und den Ortsteil Tullau der Gemeinde Rosengarten). Alle Pfarrgemeinden bilden zwei Seelsorgeeinheiten im Dekanat Schwäbisch Hall des Bistums Rottenburg-Stuttgart.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Schwäbisch Hall auch Freikirchen, darunter eine Adventgemeinde, eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde in Hessental und eine Evangelisch-methodistische Kirche (Christuskirche am Säumarkt). Vertreten sind auch die Zeugen Jehovas.
Eine jüdische Gemeinde bestand bereits im Mittelalter und ist erstmals 1241 erwähnt. Sie wurde 1349 durch einen Pogrom vernichtet, entstand aber später wieder neu und verschwand endgültig erst im 15. Jahrhundert. Erst 1688 kam es wieder zu einer dauerhaften Ansiedlung von Juden, die als "Schutzjuden" kein Bürgerrecht genossen und unter zahlreichen Einschränkungen leben mussten. Zimmersynagogen bestanden in Wohnhäusern in der Vorstadt Unterlimpurg und in Steinbach. Die um 1738/1739 durch Eliezer Sussmann aus Polen bemalte Vertäfelung der Unterlimpurger Zimmersynagoge ist das wohl bedeutendste Exponat des Hällisch-Fränkischen Museums in Schwäbisch Hall. Nach dem Ende der Reichsstadt 1802 wurden die Einschränkungen gelockert und verschwanden schließlich 1864 durch die bürgerliche Gleichberechtigung. 1828 konstituierte sich die jüdische Gemeinde Steinbach-Hall, eine Synagoge bestand seit 1809 in Steinbach, ein Betsaal in Hall kam 1893 hinzu. Durch die Zuwanderung aus den Landgemeinden der Umgebung wuchs die Gemeinde bis auf maximal 300 Mitglieder, schrumpfte dann aber durch Auswanderung nach Übersee und Abwanderung in die größeren Städte auf 125 im Jahr 1933. In den folgenden Jahren wurde die jüdische Gemeinde durch den NS-Terror vernichtet, ihre Mitglieder flohen ins Ausland oder wurden deportiert und ermordet (ca. 40 Opfer). Zwischen 1946 und 1949 waren jüdische Überlebende des Holocaust in drei Lagern in Schwäbisch Hall untergebracht. Seit den 1980er Jahren pflegt die Stadt den Kontakt zu den ehemaligen jüdischen Bürgern und deren Nachkommen, die v.a. in Israel und den USA leben. Seit den 1990er Jahren gibt es wieder jüdische Bürger, die meist aus der ehemaligen Sowjetunion zugewandert sind.
Seit den 1960er Jahren kamen zahlreiche Türken als Gastarbeiter nach Schwäbisch Hall. Sie stellen etwa 800 der 1.000 Muslime im Stadtgebiet. 1979 richtete der Türkische Arbeitnehmer-Hilfs- und Sportverein einen Betraum ein, seit 2004 verfügt die türkisch-muslimische Gemeinde über die an der Gaildorfer Straße entstandene Mevlana-Moschee.
| Jahr | Einwohnerzahlen | - | 1514 | 1.124 Haushalte | - | 1800 | ca. 5.000 | - | 1823 | 6.374 | - | 1855 | 6.720 | - | 1. Dezember 1871 | 7.793 | - | 1. Dezember 1880 ¹ | 9.222 | - | 1. Dezember 1900 ¹ | 9.225 | - | 1. Dezember 1910 ¹ | 9.321 | - | 16. Juni 1925 ¹ | 8.978 | - | 16. Juni 1933 ¹ | 11.239 | - | 17. Mai 1939 ¹ | 14.964 |
|---|
| Jahr | Einwohnerzahlen | - | Dezember 1945 | 15.232 | - | 13. September 1950 ¹ | 19.266 | - | 6. Juni 1961 ¹ | 21.458 | - | 27. Mai 1970 ¹ | 23.505 | - | 31. Dezember 1975 | 32.129 | - | 31. Dezember 1980 | 31.562 | - | 27. Mai 1987 ¹ | 31.289 | - | 31. Dezember 1990 | 32.226 | - | 31. Dezember 1995 | 34.910 | - | 31. Dezember 2000 | 35.428 | - | 30. Juni 2004 | 36.490 |
|---|
Der Gemeinderat der Stadt Schwäbisch Hall hat seit der letzten Kommunalwahl vom 13. Juni 2004, bei der die Wahlbeteiligung 44,3 % betrug, insgesamt 38 Mitglieder, die den Titel "Stadträtin/Stadtrat" führen. Sie gehören folgenden Parteien an:
Nach dem Übergang an Württemberg 1802 beseitigte die "Municipalverfassung" von 1803 die reichsstädtische Verfassung Halls. Die eigenständige Verfassungsgeschichte der Stadt endete damit. Wie überall in Württemberg war die Entwicklung im 19. Jahrhundert durch eine schrittweise Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung und der demokratischen Elemente gekennzeichnet. Von 1819 bis 1919 gab es neben dem Gemeinderat als beratendes Gremium den "Bürgerausschuss". Die Wahl der Räte auf Lebenszeit fiel während der Revolution von 1848. Ab 1803 gab es zunächst zwei Bürgermeister, ab 1822 einen auf Lebenszeit vom König eingesetzten Stadtschultheißen. Ab 1891 erfolgte die Wahl durch die Bürgerschaft, 1906 fiel die Lebenslänglichkeit des Stadtschultheißenamtes. Seit 1930 führte das Stadtoberhaupt den Titel „Bürgermeister“, seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1960 den des Oberbürgermeisters. Dieser wird von den Wahlberechtigten auf acht Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung Erster Bürgermeister.
Die Stadt liegt an der Murrbahn Stuttgart-Schwäbisch Hall-Crailsheim- Nürnberg. Der Bahnhof an dieser Strecke befindet sich im Stadtteil Hessental. Hier verzweigt die Hohenlohebahn über Öhringen nach Heilbronn. An dieser Strecke liegt der Schwäbisch Haller Stadtbahnhof. Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen darüber hinaus mehrere lokale und regionale Buslinien. Alle gehören dem Verkehrsverbund KreisVerkehr Schwäbisch Hall an.
Die Stadt ist auch Sitz des Kirchenbezirks Schwäbisch Hall der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und des Dekanats Schwäbisch Hall des Bistums Rottenburg-Stuttgart.
An allgemeinbildenden Schulen hat Schwäbisch Hall zwei Gymnasien (Erasmus-Widmann-Gymnasium im Schulzentrum West und Gymnasium bei St. Michael), zwei Realschulen (Leonhard-Kern-Realschule im Schulzentrum West und Realschule Schenkensee) zwei Hauptschulen (Hauptschule mit Werkrealschule Schenkensee und Thomas-Schweicker-Hauptschule mit Werkrealschule im Schulzentrum West), eine Förderschule (Friedensbergschule) sowie mehrere Grundschulen (Grundschule am Langen Graben sowie je eine Grundschule in den Stadtteilen Bibersfeld, Breitenstein, Gailenkirchen, Gottwollshausen, Hessental, Kreuzäcker, Rollhof, Steinbach und Sulzdorf).
Der Landkreis Schwäbisch Hall ist Träger der drei Beruflichen Schulen (Gewerbliche Schule, Kaufmännische Schule und Sibilla-Egen-Schule - Hauswirtschaftliche Schule) sowie der Wolfgang-Wendlandt-Schule für Sprachbehinderte.
Folgende Privatschulen runden das schulische Angebot Schwäbisch Halls ab: Altenpflegeschule des Verbandes Schwäbischer Feierabendheime e.V., Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Schwäbisch Hall, Evangelische Schule für Heilerziehungspflege am Heim Sonnenhof, Freie Waldorfschule Schwäbisch Hall, Private Schule für Kranke und Krankenpflegeschule am Diakoniekrankenhaus Schwäbisch Hall sowie Sonnenhofschule für Geistigbehinderte am Heim in freier Trägerschaft mit Schulkindergarten für Geistigbehinderte.
Auf der Comburg befindet sich die Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen.
Sehenswert ist die gesamte Altstadt mit zahlreichen historischen Gebäuden. Der größere Teil entstand nach dem großen Stadtbrand 1728; ältere Wohnhäuser aus Spätmittelalter im südöstlichen Teil zwischen Marktplatz, Rosenbühl und Kocher, in der Gelbinger Gasse und in der Katharinen- und Weilervorstadt. Hervorhebung verdienen:
Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen:
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