| Wappen | Karte |
|---|---|
| Schwäbisch Gmünd Wappen.png | Schwaebisch_Gmuend_Karte.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg |
| Regierungsbezirk: | Stuttgart |
| Regionalverband: | Ostwürttemberg |
| Landkreis: | Ostalbkreis |
| Gemeindeart: | Große Kreisstadt |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 321 m ü. NN |
| Fläche: | 113,78 km² |
| Einwohner: | 61.428 (31. Dezember 2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 540 Einwohner je km² |
| Ausländeranteil: | 14,4 % |
| Postleitzahlen: | 73501–73529 (alt 7070) |
| Vorwahl: | 07171 |
| Kfz-Kennzeichen: | AA (früher GD) |
| Gemeindeschlüssel: | 08 1 36 065 |
| Stadtgliederung: | Kernstadt und 11 Stadtteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Marktplatz 1 73525 Schwäbisch Gmünd |
| Website: | schwaebisch-gmuend.de |
| E-Mail-Adresse: | stadtverwaltung@ schwaebisch-gmuend.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Wolfgang Leidig |
Schwäbisch Gmünd ist eine Stadt im Osten Baden-Württembergs etwa 50 km östlich von Stuttgart. Sie ist nach der Kreisstadt Aalen die zweitgrößte Stadt des Ostalbkreises. Für die umliegenden Gemeinden bildet Schwäbisch Gmünd ein Mittelzentrum.
Von 1805 bis 1934 hieß die Stadt amtlich GmündWürttembergisches Städtebuch von 1962 – dies ist im örtlichen Sprachgebrauch weiterhin eine gängige Bezeichnung.
Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1905 die Grenze von 20.000. 1935 wurde sie Stadtkreis im Sinne der Deutschen Gemeindeordnung. 1945 wurde Schwäbisch Gmünd zur „unmittelbaren Kreisstadt“ und mit Inkrafttreten der baden-württembergischen Gemeindeordnung am 1. April 1956 kraft Gesetzes zur Großen Kreisstadt erklärt. Mit der Gemeinde Waldstetten hat die Stadt Schwäbisch Gmünd eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.
Bis zur Kreisreform zum 1. Januar 1973 war Schwäbisch Gmünd Kreisstadt eines eigenen Landkreises (Schwäbisch Gmünd; KFZ-Kennzeichen GD), zuvor Sitz des Oberamts Gmünd. Im selben Jahr wurde die Stadt Sitz des Regionalverbandes Ostwürttemberg.
Mutlangen, Durlangen, Täferrot, Iggingen, Böbingen an der Rems, Heubach, Bartholomä (alle Ostalbkreis), Lauterstein (Landkreis Göppingen), Waldstetten (Ostalbkreis), Donzdorf, Ottenbach und Göppingen (alle drei Landkreis Göppingen), Lorch (Ostalbkreis) sowie Alfdorf (Rems-Murr-Kreis)
Zu den eingegliederten Gemeinden gehören teilweise eine Vielzahl meist räumlich getrennter Wohnplätze oder Ortsteile. Davon haben die meisten eine lange eigenständige Geschichte. Andere wiederum wurden auch als neue Baugebiete angelegt, erhielten dann einen eigenen Namen, haben aber oftmals keine festgelegten Grenzen. Im Einzelnen gehören
Rehnenhof-Wetzgau hat keine weiteren Wohnplätze.
Ob sich der Name Gamundias, den im 9. Jahrhundert eine auf den Namen Karls des Großen gefälschte Urkunde des Klosters Saint Denis bei Paris erwähnt, auf Gmünd bezieht, ist höchst unsicher. Archäologische Hinweise auf eine von Abt Fulrad von Saint Denis angelegte Zelle fehlen.
Die prägendste Periode für Gmünd war die Zeit der Staufer. Ihre Spuren können noch heute in der ältesten Stauferstadt gefunden werden. Mit dem Ausgang des Hauses der Staufer erlangte Gmünd die Reichsunmittelbarkeit (Freie Reichsstadt) und konnte sich ein kleines Herrschaftsgebiet erwerben. Neben der eigentlichen Stadt gehörten die Amtsorte Bettringen, Spraitbach, Iggingen und Bargau zum „Staatsgebiet“. Jeder dieser Amtsorte war Sitz einer Vogtei, die meist weitere Dörfer verwaltete. 1746 wurde die Vogtei Bargau aufgehoben und der Vogtei Bettringen angegliedert. Zum Amt Spraitbach zählten Teile der Orte Pfahlbronn, Vorder- und Hintersteinenberg, Zimmerbach, Durlangen, Mutlangen, Wetzgau sowie Groß- und Kleindeinbach. Zum Amt Bettringen zählten Weiler, Bargau, Teile von Ober- und Unterböbingen, der größte Teil von Lautern, Mögglingen und Dewangen. Zu Iggingen gehörten Herlikofen, Hussenhofen und die Hälfte von Straßdorf. 1535 bis 1629 gab es noch eine Vogtei Mögglingen, zu der Dewangen und Lautern gehörte. Dann kam Dewangen zu Iggingen und Mögglingen und Lautern zu Bettringen.
1802 kam das Gebiet der Freien Reichsstatt Gmünd an Württemberg. Die Stadt wurde Sitz eines Oberamt Gmünd, aus dem 1938 der Landkreis Schwäbisch Gmünd hervorging. Die heute zu Schwäbisch Gmünd gehörigen Stadtteile haben eine alte Geschichte. Auf sie wird im Folgenden näher eingegangen:
Bargau wurde 1326 erstmals urkundlich erwähnt mit der „Veste Bargau“, einer Burg südlich von Bargau auf einem Vorsprung des Scheuelberges. Über die Herren von Rechberg und Rothenlöwen und die Ritter von Urbach sowie die Herrschaft Weißenstein kam der Ort 1544 an die Reichsstadt Gmünd. Diese unterhielt in Bargau eine Vogtei, dessen Sitz auf der Burg war. 1746 wurde Bargau der Vogtei Bettringen zugeordnet. 1802 wurde Bargau württembergisch und wurde 1803 der neu gegründeten Oberamt Gmünd angegliedert.
Bettringen wurde 1218 erstmals urkundlich erwähnt. Es gab einen Ortsadel, die Herren von Bettringen. Auch das Kloster Lorch hatte Besitzungen. Seit dem 15. Jahrhundert gehörte Bettringen zur Reichsstadt Gmünd. Es wurde zwischen Ober- und Unterbettringen unterschieden. Gmünd erhob Oberbettringen zum Amtsort. Die Vogtei residierte im so genannten Turm, der 1813 abgebrochen wurde. Nach dem Übergang Gmünds an Württemberg 1802 wurde Obertrettringen eine selbständige Gemeinde innerhalb des Oberamts Gmünd, zu der auch Unterbettringen gehörte. 1934 wurde der Gemeindename in „Bettringen“ geändert.
Degenfeld entstand wohl vor 1200 am Fuße einer Burg der Grafen von Degenfeld. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Degenfeld 1281. 1625 wurde Christoph Martin von Degenfeld in den Freiherrenstand und 1716 (oder schon 1710) wurde Christoph Martin II. von Kaiser Karl IV. gar in den Reichsgrafenstand erhoben. Die Herren von Degenfeld konnten jedoch nur über die Hälfte des Ortes herrschen. Die andere Hälfte stand unter der Herrschaft Rechbergs, wobei der Fluss Lauter die Grenze beider Herrschaftsbereiche bildete. Rechts des Bächleins gehörte der Besitz den Degenfeldern, links den Rechbergern. Wegen Streitigkeiten verkaufte Christoph von Degenfeld 1597 seine Hälfte an Herzog Friedrich von Württemberg, welches den Ort dem Klosteramt zuteilte und reformierte. Zwischen 1791 und 1806 wurde der rechbergische Teil Degenfelds gemeinsam mit Württemberg verwaltet, bevor der Ort 1806 ganz zu Württemberg kam und ab 1809 eine Gemeinde des württembergischen Oberamts Gmünd wurde.
Großdeinbach wurde 1271 und 1275 erstmals urkundlich erwähnt als „Tainbuch“ bzw. „Tainbuoch“. Im Laufe der Zeit entstanden die Siedlungen Kleindeinbach, Hangendeinbach, Wustenriet, Radelstetten, Waldau, Haselbach-Söldhaus. Die Siedlungen gehörten überwiegend zum Kloster Lorch und waren dadurch württembergisch. Auch die Reichsstadt Gmünd und die Herren von Rechberg hatten Güter, die 1803 an Württemberg kamen. Die Orte wurde ursprünglich vom Klosteroberamt Lorch verwaltet. 1807 kamen sie zum Oberamt Welzheim und erst 1810 wurde eine eigenständige Gemeinde Großdeinbach gebildet, die zum Oberamt Gmünd gehörte. Zu ihr gehörten die Orte Groß-, Klein- und Hangendeinbach, Wustenriet, Waldau, Haselbach-Söldhaus, Pfersbach, Lenglingen, Radelstetten, Schnellhöfle, Beutenhof, Sachsenhof, Ziegerhof und Wetzgau. Letzteres wurde 1938 abgetrennt und nach Schwäbisch Gmünd eingegliedert. Bei der jüngsten Gebietsreform kam Pfersbach zur Nachbargemeinde Mutlangen, Lenglingen zur Stadt Göppingen und Schnellhöfe mit Beutenhof zur Stadt Lorch.
Herlikofen wurde erstmals 1225 als „Herlekoven“ erwähnt. Schon früh gehörte der Ort zur Reichsstadt Gmünd und war der Vogtei Iggingen unterstellt. 1802 kam der Ort zu Württemberg und blieb aber noch zunächst bei Iggingen. Erst 1820 wurde Herlikofen unter Einbeziehung von Hussenhofen zur eigenständigen Gemeinde innerhalb des Oberamts Gmünd erhoben, in welche 1938 der Wohnplatz Zimmern der Gemeinde Oberböbingen eingegliedert wurde. Nach der Eingliederung in die Stadt Schwäbisch Gmünd wurde Hussenhofen mit Zimmern als eigener Stadtteil abgetrennt.
Hussenhofen, zu dem unter anderem auch Zimmern und Hirschmühle gehören, war bis 1969 ein Ortsteil der Gemeinde Herlikofen. Erst mit der Eingliederung nach Schwäbisch Gmünd wurde Hussenhofen ein eigenständiger Stadtteil. Hussenhofen wurde um 1250 erstmals als „Huzzenhovin“ erwähnt, als ein Gmünder Bürger seinen Besitz an das Kloster Gotteszell verkaufte. Schon bald gehörte der Ort zur Reichsstadt und kam mit dieser 1802 an Württemberg. Hier gehörte er mit dem Mutterort Herlikofen zunächst zur Bürgermeisterei Iggingen und wurde um 1820 Teil der selbständigen Gemeinde Herlikofen innerhalb des Oberamts Gmünd. Zimmern wurde schon im Jahr 839 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte zur Nachbargemeinde Oberböbingen. 1938 wurde die Eingliederung nach Herlikofen verfügt.
Lindach wurde 1328 erstmals erwähnt. Teile des Ortes standen schon früh unter württembergischer Herrschaft. Dennoch verkauften die Herren von Rechberg ihre Teile an die Schenken von Limpurg. Danach wechselte die Herrschaft mehrmals, doch war Württemberg als Lehnsherr stets daran beteiligt. Durch Unterstützung Württembergs wurde die Reformation eingeführt. Ab 1751 gehörte Lindach zum Kammergut Württemberg und wurde dem Amt Heubau angegliedert. Nach dessen Auflösung kam es zum Oberamt Gmünd.
Rechberg wurde 1179 erstmals erwähnt. Die Herren von Rechberg konnten sich im Laufe der Geschichte ein kleines Herrschaftsgebiet erwerben. Sie spaltete sich jedoch in mehrere Linien auf. Im 15. Jahrhundert umfasste die Herrschaft Hohenrechberg fünf Ämter: Hohenrechberg, Eislingen, Eschach, Wengen und Heuchlingen. Ein Versuch die Reichsunmittelbarkeit zu erlangen misslang, doch wurden die Herren von Rechberg 1607 in den Grafenstand erhoben. 1802 kam ihr Gebiet an Württemberg. Der Hauptort Rechberg wurde 1808 eine Gemeinde im Oberamt Gmünd, dem einige kleiner Weiler angehörten.
Straßdorf wurde 1269 als „Strasdorf“ erstmals erwähnt. Der Ort gehörte den Herren von Rechberg, doch erlangte auch die Reichsstadt Gmünd Teile des Ortes, so dass er bis 1803 eine rechbergischen und einen gmünder Schultheißen hatte. Dann fiel der gmündische Teil an Württemberg. Der rechbergische Teil folgte 1806. 1809 wurden beide Teil als Gemeinde Straßdorf dem Oberamt Gmünd zugeordnet. Die heute zu Straßdorf gehörigen Weiler gehörten wie der Hauptort selbst teilweise zu Rechberg, teilweise zur Reichsstadt Gmünd.
Weiler in den Bergen wurde 1345 als „Wiler“ erstmals erwähnt. Eine spätere Bezeichnung war „Im Größeren Weiler“. Wie Straßdorf gehörte der Ort teils zu Rechberg, teils zur Reichsstadt Gmünd. 1587 verkauften die Rechberger ihren Teil an die Reichsstadt, die fortan alleiniger Herrscher war. Der Ort gehörte zum Amt Bettringen und kamt 1802 mit Gmünd an Württemberg. Zunächst noch von Bettringen aus verwaltet wurde es 1819 eine selbständige Gemeinde innerhalb des Oberamts Gmünd. Bereits 1807 war der Namen in „Weiler in den Bergen“ geändert worden.
Gmuend Muenster von Suedwest.jpg Zunächst Filial von Lorch wurde die Pfründe in Gmünd 1297 dem Domkapitel Augsburg verkauft. Doch kaufte es der Rat 1544 wieder zurück. Die Pfarrei zu Unserer Lieben Frau, später auch Heilig Kreuz (heute Pfarrei Heilig-Kreuz-Münster), wurde Mittelpunkt des neuen Dekanats Gmünd, das nach der Reformation alle katholisch gebliebenen Pfarreien des ehemaligen Dekanats Lorch umfasste. 1761 löste sich die Gmünder Geistlichkeit von diesem Dekanat und bildete ein Kollegiatstift, das 1803 von Württemberg wieder aufgelöst wurde. Die Pfarrkirche zu Unserer Lieben Frau hatte mehrere Kaplaneien. Neben dem Heilig-Kreuz-Münster gab es weitere Kirchen und Kapellen bzw. Klöster. So gibt es eine erwähnte Johannes-Kapelle (heute die zur Münsterpfarrei gehörige Johanneskirche). Auf dem Friedhof befindet sich die St. Leonhardskapelle von 1471, die mehrmals verändert wurde. Die St. Nikolauskapelle und die St. Michaelskapelle von 1504 wurden 1807, die St. Veitskapelle bereits 1803 abgebrochen. Ebenso erging es der St. Margaretenkapelle 1811, der St. Joos- oder Georgskapelle 1827 und der St. Theobaldskapelle 1834. Die zahlreichen Klöster wurde nach dem Übergang an Württemberg zwischen 1802 und 1810 aufgelöst. Es bestanden bis dahin das Augustiner-Eremiten-Kloster (ab 1284), ein Franziskanerkloster (13. Jahrhundert), ein Dominikanerkloster (seit 1294), ein Kapuzinerkloster (1644), Franziskaner-Tertianerinnenkloster zum Hl. Ludwig (1445) und ein Dominikanerinnenkloster zu Gotteszell (gegründet angeblich 1240). Die Klostergebäude wurden teilweise säkularisiert. Aus der Dominikanerkirche wurde zum Beispiel ein Stall, Gotteszell wurde zum Gefängnis umgebaut. Die Franziskanerkirche wurde hingegen als Kirche weitergenutzt, die 1909 zur Pfarrkirche St. Franziskus erhoben wurde. Die Augustinerkirche wurde zur evangelischen Pfarrkirche (siehe unten).
Neben den alten katholischen Pfarreien entstanden nach dem 2. Weltkrieg weitere Pfarreien und Kirchen in Schwäbisch Gmünd, so 1962 die Pfarrei St. Peter und Paulus in der Hardt-Siedlung (Kirche von 1958), 1970 die Pfarrei St. Michael (Kirche von 1968) sowie 1967 die Seelsorgestelle St. Pius. Diese Kirchengemeinden (Heilig Kreuz, St. Michael, St. Franziskus mit Seelsorgestelle St. Pius und St. Petrus und Paulus) bilden heute die Seelsorgeeinheit 1 Schwäbisch Gmünd-Mitte innerhalb des Dekanats Schwäbisch Gmünd, das seit 1821 zum neuen Bistum Rottenburg (heute Rottenburg-Stuttgart) gehört.
Auch die meisten Stadtteile Schwäbisch Gmünds blieben nach der Reformation katholisch, weil sie entweder zur Reichsstadt Gmünd oder zur Herrschaft Rechberg gehörten, die ebenso die Reformation nicht akzeptierte. Daher gibt es dort jeweils katholische Kirchengemeinden und Kirchen. Sie sind heute zu verschiedenen Seelsorgeeinheiten zusammen geschlossen, die zum Teil auch Gemeinden außerhalb des Stadtgebiets von Schwäbisch Gmünd umfassen und alle zum Dekanat Schwäbisch Gmünd des Bistums Rottenburg-Stuttgart gehören. Im Einzelnen handelt es sich um die Gemeinden St. Maria Hohenrechberg, St. Cyriakus Straßdorf, St. Laurentius Waldstetten und St. Johannes Baptist Wißgoldingen (=Seelsorgeeinheit 2 Unterm Hohenrechberg), St. Jakobus Bargau, St. Michael Weiler in den Bergen mit Filiale Mariä Namen Degenfeld, St. Cyriakus Bettringen (=Seelsorgeeinheit 3 Unterm Bernhardus), St. Albanus Herlikofen, St. Leonhard Hussenhofen, St. Martinus Iggingen (=Seelsorgeeinheit 5 Am Limes) sowie St. Georg Mutlangen (mit Heilig-Geist-Kirche Lindach), St. Maria Wetzgau-Rehnenhof (mit den Kirchen St. Coloman in Wetzgau und St. Maria in Rehnenhof), Christus König Großdeinbach (=Seelsorgeeinheit 8 Limeshöhe).
Protestanten kamen erst nach dem Übergang an Württemberg wieder nach Schwäbisch Gmünd. Bereits 1806 wurde die ehemalige Augustinerkirche evangelische Garnisonskirche. 1817 wurde sie die erste protestantische Pfarrkirche Gmünds. Diese wurde später Sitz eines Dekanats. Nach dem 2. Weltkrieg wurde 1951 die Martin-Lutherkirche im Rehnenhof, 1961 die Friedenskirche und später in der Weststadt eine weitere Kirchengemeinde gegründet. Diese vier Kirchengemeinden bilden heute mit der 1969 errichteten Johannesgemeinde Hussenhofen die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Schwäbisch Gmünd. In den bereits seit der Reformation evangelisch gewordenen Stadtteilen Degenfeld, Großdeinbach und Lindach gibt es jeweils eine evangelische Kirchengemeinde und eine Kirche. Zur Gemeinde Degenfeld gehört auch Unterbettringen (eigene Kirche von 1967). Die Pfarrei Großdeinbach wurde erst 1897 errichtet (zuvor Filiale von Lorch). Die Protestanten aus Bargau werden von der Nachbargemeinde Heubach, die aus Rechberg, Straßdorf und Wißgoldingen von Waldstetten betreut. Alle genannten evangelischen Kirchengemeinden im Gmünder Stadtgebiet gehören zum Kirchenbezirk Schwäbisch Gmünd innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Ferner gibt es in Schwäbisch Gmünd Altpietistische Gemeinschaften. Der Altpietistische Gemeinschaftsverband unterhält im Stadtteil Wetzgau sein Tagungs- und Erholungshaus „Schönblick“.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Schwäbisch Günd auch Freikirchen und Gemeinden, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche und eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten). Auch die Neuapostolische Kirche ist in Schwäbisch Gmünd vertreten.
| Jahr | Einwohnerzahlen | - | 1810 | 5.341 | - | 1823 | 5.650 | - | 1843 | 7.152 | - | 1855 | 7.589 | - | 1861 | 8.298 | - | 1. Dezember 1871 | 10.739 | - | 1. Dezember 1880 ¹ | 13.774 | - | 1. Dezember 1890 ¹ | 16.817 | - | 1. Dezember 1900 ¹ | 18.699 | - | 1. Dezember 1910 ¹ | 21.312 | - | 16. Juni 1925 ¹ | 20.406 | - | 16. Juni 1933 ¹ | 20.131 |
|---|
| Jahr | Einwohnerzahlen | - | 17. Mai 1939 ¹ | 21.940 | - | 1946 | 30.748 | - | 13. September 1950 ¹ | 33.448 | - | 6. Juni 1961 ¹ | 44.587 | - | 27. Mai 1970 ¹ | 44.407 | - | 31. Dezember 1975 | 56.422 | - | 31. Dezember 1980 | 56.901 | - | 27. Mai 1987 ¹ | 56.754 | - | 31. Dezember 1990 | 60.081 | - | 31. Dezember 1995 | 63.734 | - | 31. Dezember 2000 | 61.946 | - | 31. Dezember 2004 | 61.428 |
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1802 wurde die württembergische Städteverfassung eingeführt. An der Spitze der Stadt stand dann ein Bürgermeister, ab 1819 der „Stadtschultheiß“. Diese führten seit Mitte des 19. Jahrhunderts meist die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister, wobei diese Bezeichnung spätestens seit 1933 obligatorisch ist. Heute wird der Oberbürgermeister von den Wahlberechtigten auf 8 Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Seine allgemeinen Stellvertreter sind der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung „Erster Bürgermeister“ und ein weitere Beigeordneter mit der Amtsbezeichnung „Bürgermeister“.
Das Wappen der Stadt Schwäbisch Gmünd zeigt in Rot ein aufgerichtetes silbernes Einhorn. Die Stadtflagge ist weiß-rot. Wappen und Flagge haben schon eine lange Tradition.
Durch das Stadtgebiet führt die Bundesstraße B 29 Stuttgart–Aalen. Ferner beginnt hier die B 298 nach Schwäbisch Hall. Im Stadtgebiet versorgen mehrere Buslinien den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).
Ein Fahrradweg nach Göppingen befindet sich auf der Trasse der abgebauten Hohenstaufenbahn.
Die Stadt verfügt auch über ein Finanzamt, ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Ellwangen gehört, und ein Notariat. Ferner hat die Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume (LEL) in Schwäbisch Gmünd ihren Sitz.
In Schwäbisch Gmünd ist außerdem das für die Landkreise Göppingen, Schwäbisch Hall, den Hohenlohe-, den Ostalb- und den Rems-Murr-Kreis zuständige Kreiswehrersatzamt.
Die Stadt ist auch Sitz des Kirchenbezirks Schwäbisch Gmünd der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und des Dekanats Schwäbisch Gmünd des Bistums Rottenburg-Stuttgart.
Heute sind die in Schwäbisch Gmünd vorherrschenden Wirtschaftszweige Automobilzulieferung, Designbüros und Schmuckhandwerk. Schwäbisch Gmünd schmückt sich mit dem Titel „Gold- und Silberstadt“.
Überregionale Bedeutung haben darüber hinaus folgende Unternehmen:
Landesgymnaium für Hochbegabte.JPG Die Stadt ist Träger von drei allgemeinbildenden Gymnasien (Hans-Baldung-, Parler- und Scheffold-Gymnasium), der Schulverband Landesgymnasium für Hochbegabte ist Träger des Landesgymnasiums für Hochbegabte mit Internat Schwäbisch Gmünd (LGH). Das Staatliche Aufbaugymnasium mit Heim (ABG) wurde zwischenzeitlich geschlossen.
Die Stadt ist ferner Träger von zwei Realschulen (Adalbert-Stifter- und Schiller-Realschule), einer Förderschule (Pestalozzischule), acht Grund- und Hauptschulen mit Werkrealschule (Eichenrainschule Lindach, Friedensschule, Mozartschule Hussenhofen, Rauchbeinschule, Römerschule Straßdorf, Scheuelbergschule Bargau, Stauferschule und Uhlandschule Bettringen) sowie sechs selbständigen Grundschulen (Großdeinbach, Hardt, Weiler in den Bergen, Klösterleschule, Scherr-Grundschule Rechberg und Theodor-Heuss-Schule Herlikofen).
Der Ostalbkreis ist Schulträger der Beruflichen Schulen (Gewerbliche Schule, Agnes-von-Hohenstaufen-Schule - Hauswirtschaftliche Schule und Kaufmännische Schule) sowie der Klosterbergschule für Geistig- und Körperbehinderte.
Folgende privaten Schulen runden das schulische Angebot in Schwäbisch Gmünd ab: Abendrealschule Schwäbisch Gmünd, Franziskus-Schule (Katholische Grundschule in freier Trägerschaft), Freie Evangelische Schule Domino Servite Schule e. V. Lindach (Grund- und Realschule), Freie Waldorfschule Schwäbisch Gmünd, Canisius-Schule Schule für Erziehungshilfe, Institut für Sozialpädagogische Berufe, Kaufmännische Berufsfachschule A. und S. Stadelmaier, Martinusschule Private Sonderschule für Geistigbehinderte, Private Berufsfachschule Dr. Engel, Private Schule für Gehörlose und Schwerhörige St. Josef und Privater Schulkindergarten für Geistigbehinderte der Lebenshilfe e. V.
Die Ott-Pausersche Fabrik ist ein Silberwaren- und Bijouteriemuseum.
Turm des Predigers.JPG Sonstige bedeutende Bauwerke in der Kernstadt sind der „Prediger“, das ehemalige Dominikanerkloster, das jetzt als Kulturzentrum genutzt wird, das ehemalige Kloster Gotteszell, das heute Strafanstalt ist, das Neue Rathaus von 1760, der „Grät“ (ehemaliges Rathaus aus dem 14. Jahrhundert) sowie zahlreiche Privathäuser. Auf dem Münsterplatz steht die Mariensäule von 1693, auf dem Marktplatz der Marienbrunnen von 1776.
Blick aus dem Königsturm.JPG Weitere Kirchen in der Kernstadt neben dem Heilig-Kreuz-Münster sind die 1317 als Johannes-Kapelle erwähnte Johanneskirche, die 1471 erwähnte St. Leonhardskapelle auf dem Friedhof, die mehrmals verändert wurde, die Pfarrkirche St. Franziskus (ehem. Klosterkirche der Franziskaner) und die evangelische Pfarrkirche, die ehemalige Augustinerkirche. An Kapellen sind noch vorhanden, die Herrgottsruhkapelle von 1622, die 1791 erweitert wurde, die Josephskapelle, eine 1677/78 erbaute Nachbildung der Herrgottsruhkapelle, die Wallfahrtskapelle St. Salvator am Nepperstein, erbaut ab 1616 und die St. Katharinenkapelle des ehemaligen Siechenspitals, die im Kern aus dem 14. Jahrhundert stammt.
Neuere Kirchen in der (weiteren) Kernstadt sind die St. Peter und Paulus in der Hardt-Siedlung (erbaut 1958), die Kirche St. Michael (erbaut 1968) und die Kirche St. Pius von 1967 sowie die evangelische Friedenskirche von 1961.
In den Stadtteilen gibt es folgende Kirchen:
Jedes Jahr im Sommer findet auch das renommierte Festival europäischer Kirchenmusik sowie im Februar das „Internationale Guggentreffen“ (Guggenmusik) statt.
Und seit vielen Jahrzehnten beginnt am 2. Samstag im Juni mit dem 40er-Fest das Stadtfest, die weltweit nur in Gmünd vorkommende Tradition der Zusammenkunft der Jahrgänge, die „Nullen“:
Zuerst wird der Beginn des Umzuges mit drei lauten Kanonenschüssen angekündigt. Dann ziehen die Teilnehmer des entsprechenden Jahrgangs, die Herren in Frack und die Damen in individueller Eleganz, durch den Stadtkern. Zeit zum Darstellen und Wiedererkennen. Zeit für Blumengeschenke und Freudestränen.
Der Höhepunkt des Straßenzuges findet auf dem Marktplatz vor der Johanneskirche statt: Es öffnet sich das oberste Fenster des Kirchturms, und drei Trompetenspieler blasen das Lied vom „Alois“ an. Alle anwesenden Einheimischen singen mit. „Grüß de Gott, Alois“ und „zahl a Maß, Alois“ sowie „Leck mi am Arsch, Alois“ ; es ist ein Hinweis auf das Sparsame oder das Rebellische im Schwaben. Bei der letzten Strophe drehen sich die AGVler um zeigen dem Alois die Rückseite.
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