Helme bestanden ursprünglich aus Leder, Kupfer, Bronze, Eisen oder Stahl, aber auch aus verstärkten Textilien und sogar aus Gold. Heute bestehen Helme i. d. R. aus widerstandsfähigem Plastikmaterial, z. B. Kevlar.
Neben der schützenden Funktionen des Helmes, dienen meist spezielle Helme auch der Repräsentation (siehe Paradehelm).
Bei Soldaten dient der Helm nicht mehr dem Schutz vor direkt eintreffenden Projektilen, da deren Durchschlagskraft inzwischen zu groß ist, sondern vor umherfliegenden Splittern, Gegenständen und Querschlägern.
In der Mitte des 4. Jahrhunderts v.Chr. kam im griechischen Kulturkreis der böotische Helm auf, der vom Gesicht nur die Stirn schützte und das Sichtfeld nicht einschränkte. Da für die Reiterei eine ungehinderte Sicht wichtiger war als für die in einer dichten Phalanx kämpfenden Hopliten, wurde der böotische Helmtypus bei ihr schnell beliebt. Trotzdem verwendeten Reiter dieser Zeit auch die oben genannten Helmtypen.
Der dominierende Helmtypus dieser Zeit war der von den Sarmaten eingeführte Spangenhelm, der sowohl bei Römern und Byzantinern als auch bei den germanischen Völkern rege Verbreitung fand. Dieser Helm bestand aus 3-6 durch einen Stirnreif fixierten Metallbügeln. Die Lücken zwischen Stirnreif und Metallbügeln wurden mit Metallplatten verschlossen. Ein Spangenhelm der über ein Nasenstück verfügt, wird als Nasalhelm bezeichnet. Spangenhelme verfügten oftmals über flexible Backenstücke und einen Nackenschutz aus Kettengeflecht. Skandinavier, Rus und Angelsachsen verwendeten zum Teil Spangenhelme mit einem speziellen Augenschutz (Brillenhelm), auch ein Gesichtsschutz aus Kettengeflecht oder eine anthropomorphe Gesichtsmaske (Maskenhelm) war gebräuchlich. Der Spangenhelm und seine Unterarten blieben das ganze Frühmittelalter hindurch der wichtigste europäische Metallhelm.
Im Hochmittelalter wurde die Schmiedekunst verbessert, so dass ab dem 10. Jahrhundert n.Chr. konische Helme mit Nasenschutz auftauchten, die aus einer einzigen Eisenplatte gefertigt wurden. Zudem wurde es üblich, Spangenhelme und auch Helme aus einer Platte mit einem Nasenstück zu versehen, das zum unteren Ende hin immer breiter wird. Dieser hochmittelalterliche Nasalhelm wird manchmal fälschlicherweise als Normannenhelm bezeichnet, obwohl er im Hochmittelalter in Europa weit verbreitet war. Im 12. Jahrhundert traten neben den konischen Nasalhelm zylindrisch geformte Helme. Diese Helme besaßen zunächst auch ein Nasenstück, das schnell von einem fixierten Visier mit Seh- und Luftschlitzen verdrängt wurde. Daraus entwickelte sich der Topfhelm, der im Laufe der Zeit der Schädelform leicht angepasst wurde und deshalb nicht mehr zylindrisch war. Etwa zur selben Zeit entstanden Helmarten wie der schlichte Eisenhut mit breiter Krempe und die dem Schädel angepasste, konische Beckenhaube, die bis auf das Gesicht den gesamten Kopf schützte und oftmals unter dem Topfhelm getragen wurde. Der Topfhelm blieb bis in das 14. Jahrhundert hinein der effektivste Kopfschutz des europäischen Ritters.
In der Mitte des 14. Jahrhunderts entwickelte sich aus der schlichten Beckenhaube die so genannte Hundsgugel mit spitz zulaufender Glocke und einem langen, hundeschnauzeartigen Visier. Die Hundsgugel wurde meistens durch ein Kettengeflecht zum Schutz von Hals und Nacken ergänzt und bot eine bessere Sicht und besseren Schutz als der Topfhelm. Zudem wurden spezielle Turnierhelme geschmiedet, wie zum Beispiel der Froschmaulhelm der über zehn Kilogramm wiegen konnte. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts kamen Helme wie der Armet und der Schaller auf, welche die Hundsgugel verdrängten. Der Armet umschloss den gesamten Kopf und besaß ein hochklappbares Visier. Aus dem wegweisenden Armet sollte später der geschlossene Helm hervorgehen. Der stromlinienförmige Schaller entstand aus dem Eisenhut und wurde durch einen am Brustpanzer befestigten Kinn- und Halsschutz vervollständigt. In der Mitte des 15. Jahrhunderts kam in Italien die Barbuta auf, die ganz im Sinne der Renaissance an den antiken korinthischen Helm erinnert. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts entstand der geschlossene Helm, bei dem das Visier und der Kinnschutz an der selben Stelle seitlich am Helm fixiert waren. Der geschlossene Helm wurde schnell zum wichtigsten Kopfschutz der schweren Reiterei und existierte in mehreren Varianten.
Im weiteren Verlauf des 16. Jahrhunderts kamen schlichtere Helme auf, die zumeist vom Fussvolk verwendet wurden. Dazu zählten der Birnhelm mit hoher, spitz zulaufender Glocke und schmaler Krempe und der Morion mit an Vorder- und Hinterseite spitz zulaufender Krempe und mit hohem Kamm in seiner bekanntesten Variante. Da die Schlachten im Laufe des 16. Jahrhunderts immer stärker von Formationskämpfen und Sichteinschränkungen durch Pulverdampf geprägt wurden, wählten viele Reiter ab der Mitte des Jahrhunderts die offene Sturmhaube als Kopfschutz. Die Sturmhaube verfügte über einen Nacken- und Wangenschutz und einen Augenschirm. Diesen Helm gab es als Variante mit einem nach unten aufklappbaren Visier. Der geschlossene Helm wurde bis in das 17. Jahrhundert hinein verwendet, da er den besten Schutz bot, doch wurden Helme die eine uneingeschränkte Sicht garantierten immer gebräuchlicher. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden fast nur noch Varianten der Sturmhaube und der aus Ungarn stammenden Zischägge verwendet, die ebenfalls über Nacken- und Wangenschutz sowie einen Augenschirm verfügte. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts kamen Rüstungen fast gänzlich außer Gebrauch, und somit auch Helme. Als Ausnahme lassen sich die schweren Helme nennen, die von manchen Sappeuren bei Belagerungen getragen wurden. Auch die Reiterei hielt vereinzelt am Tragen eines Helmes fest, doch geschah dies eher aus repräsentativen Gründen. Im 18. Jahrhundert ging man vereinzelt dazu über, bei der Brandbekämpfung Helme zu tragen. Die Österreicher trugen speziell im Kampf gegen die Türken bis zum Ende des 18. Jahrhunderts schwere Helme.
In der Nachkriegszeit ging man schnell dazu über, die verschiedensten Kunstfasern für die Herstellung von Helmen zu verwenden. Die bekannteste dieser Fasern ist Kevlar, welches man bei manchen Helmen auch für spezielle Gesichtsmasken verwendet. Auch Panzerglas wird zum Schutz des Gesichts verwendet, vor allem von Sondereinheiten der Polizei. Die heutige Entwicklung geht hin zu einem hochtechnisierten, multifunktionalen Helm mit integriertem Funkgerät, Infrarotsicht und Schutz vor biologischen und chemischen Waffen.
Der heutige Helm im Militär heißt Gefechtshelm und besteht beispielsweise bei der Bundeswehr aus Aramidgewebe mit Phenolharzbindung. Die Innenausstattung besteht aus einer Noppenausführung mit Kopfnetz, Nackengurt sowie Kinngurt mit Kinnstütze, Drucktastenschloß und blockierbarer Sicherheitsbindung. Der Gefechtshelm ist in vier Größenausführungen unterteilt und variiert je nach Kopfumfang von 51 bis 64 cm. Die Stoßdämpfung muß der DIN 4840 entsprechen.
In Folge des rapide gestiegenen technologischen Fortschritts und der immer zahlreicher werdenden Freizeitmöglichkeiten entstanden im 19. und vor allem im 20. Jahrhundert Taucherhelme, Feuerwehrhelme, Anstoßkappen, Sturzhelme (Integralhelme), Helme speziell für diverse Sportarten und viele weitere. Diese Helme sind nicht kugelsicher.
Auch im Bereich der technischen Hilfeleistung, Feuerwehr und Katastrophenschutz werden Schutzhelme eingesetzt. Die Feuerwehren verwenden hier traditionsgemäß den deutschen Feuerwehrhelm, der in Form und Aussehen an den ersten Helm der Wehrmacht erinnert und auch schon im zweiten Weltkrieg von Brandpolizei und Luftschutz verwendet wurde. Für die Feuerwehren wurde ein Helm aus einer Aluminiumlegierung entwickelt, um einen höheren Tragekomfort zu gewährleisten. Diese Alu-Helme entsprechen jedoch nicht mehr den modernen Anforderungen. Mittlerweile gibt es baugleiche Helme, die aus einem Glasverbundwerkstoff hergestellt werden und Wärme besser absorbieren als der Aluminiumhelm, der schon mal zum "Dampfkochtopf" werden konnte. Auch das THW, das bislang einen gelben Helm in Form eines "Bauhelmes" bevorzugte ist nun auf den neuen Schutzhelm in "Fritz-Form" umgestiegen. Mit dem neuen Helm wird auch ein neues Image übernommen. Grundsätzlich steht es den Feuerwehren frei sich für einen von vielen verschiedenen Schutzhelmen zu entscheiden, traditionsgemäß findet oft der deutschen Helm in Form der Schallern Haube Einzug in die Ausrüstungsarsenale. Nicht zu vergessen ist der psychologische Aspekt der Helme, abgesehen von der tatsächlichen Schutzfunktion will der Träger gut aussehen und nicht wie ein Bauarbeiter gekleidet (verkleidet) in den Einsatz gehen. Der Helm soll den besonderen Einsatz und die Einsatztruppe kennzeichnen.
Helm | Schutzkleidung | Kopfbedeckung
Helmet | Kasko | Kiiver | Casque | קסדה | ヘルメット | Helm (hoofddeksel) | Hjelm | Hełm | Helm | Hjälm