Die Schutzgelderpressung gehört zu den Haupteinnahmequellen der organisierten Kriminalität, beispielsweise der Mafia oder der Yakuza. Sie richtet sich vor allem gegen Ladenbesitzer und kleine Geschäftsleute.
Ablauf
Bei der Schutzgelderpressung wird dem
Opfer von dem (Vertreter) eines organisierten Verbrechersyndikats "Schutz" im Gegenzug zur Zahlung einer bestimmten
Geldsumme angeboten. Dies kann auch verdeckt über das Anbieten einer überteuerten "
Dienstleistung" geschehen. Zahlt das Opfer den verlangten Betrag, wird es im Idealfall nicht mehr behelligt; weigert sich das Opfer zu zahlen, gibt es auch keinen Schutz, was sich darin äußert, dass die erpressende Bande das Opfer konkret angreifen wird, beispielsweise, in dem der Laden verwüstet wird.
Eigentlichen Schutz bietet das Schutzgeld nur in der Hinsicht, dass eine bestimmte Bande ihren Einflussbereich verteidigen wird, so dass sich keine weiteren Organisationen ausbreiten können.
Auswirkungen
Schutzgeld hat daher für Betroffene eine ähnliche Wirkung wie
Steuern. Auch Konzepte wie
allgemeine Besteuerung und
Steuerprogression finden sich bei ausgedehnten Schutzgeld-Systemen auf merkwürdige Weise wieder. Nach Erhebungen sollen beispielsweise auf
Sizilien 70% der
Unternehmen Schutzgeld zahlen, was für die Allgemeinheit des Schutzgeldes spricht.
Geschichte
Bei der Entsteheung der
Mafia auf Sizilien, mussten die Bauern für ihr Land Schutzgebühr an die
gabelloti (Großgrundbesitzer) zahlen. Verweigerten sie diese
pizzo ( = Spitzbart, Geldbetrag) genannten Beträge, wurden ihre Ländereien zerstört.
Cosa Nostra und andere Mafia-Organisationen verlangen noch immer diese Schutzgebühren. Längst nicht mehr von den Bauern, sonderen von Geschäfts- und Ladenbesitzer. Nach Statistiken des italienischen Staates verdienen die kriminellen Organisationen jährlich damit mehr Geld als der
Fiatkonzern pro Jahr an Umsätzen erzielt.
Siehe auch
Kriminalität
Protection racket