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Mit Schutzkleidung wird allgemein Kleidung bezeichnet, deren Hauptfunktion der Schutz des Trägers vor gefährlichen Einflüssen ist. Normale Kleidung schützt den Träger zwar auch vor Hitze, Nässe, Kälte etc., aber bei expliziter Schutzkleidung geht dieser Schutz über das übliche Maß hinaus.

Das Tragen von Schutzkleidung kann gesetzlich oder von einer Berufsgenossenschaft vorgeschrieben oder schlicht eine Sache des gesunden Menschenverstandes sein.

Gesetzlich vorgeschrieben ist z.B. eine CE zertifizierte und mit Protektoren nach DIN 1621-1 und -2 versehene Schutzkleidung für Personen, die beruflich Motorrad fahren (z.B. Polizeibeamte, Boten etc.). Diese müssen auch Helme nach ECE 22-05 Prüfnorm tragen.

Berufsgenossenschaften schreiben in vielen Bereichen das Tragen von Schutzbekleidung aller Art vor, welche den Arbeiter vor den Gefahren der Berufsausübung schützen und die Arbeitssicherheit erhöhen sollen. Zu beruflicher Schutzkleidung gehören etwa Schutzbrillen, Gehörschutz, Sicherheitsschuhe und säurefeste Handschuhe. Besonders umfangreiche persönliche Schutzausrüstung wird z.B. bei der Feuerwehr verwendet. Die persönliche Ausrüstung eines Feuerwehrmannes umfasst neben einem Schutzanzug Stiefel, Handschuhe und einen Helm.

Zu den Fällen, bei denen der gesunde Menschenverstand das Tragen von Schutzkleidung nahe legt, zählt das Fahren eines motorisierten Zweirades, obwohl für Personen, die dies nicht aus beruflichen Gründen tun, keine gesetzliche Verpflichtung zum Tragen von Schutzkleidung besteht.

Schutzkleidung kann auch dem Schutz der Umgebung einer arbeitenden Person dienen: So tragen Personen in Operationssälen oder Reinräumen Schutzkleidung, um die Umgebung vor Kontamination z.B. durch menschliche Zellen oder Fasern zu schützen.

Auch spezielle Polizeieinheiten, wie etwa die Bereitschaftspolizei, verwenden spezielle Schutzkleidung, um im Falle einer Demonstration geschützt zu sein. Sie tragen in der Regel Schutzhelme mit Visieren, Knie- und Gelenkschützer, Sicherheitsschuhe und Beschusshemmende Westen. Zusätzlich zu dieser am Körper getragenen Schutzkleidung führen sie meistens noch andere Schutzwaffen mit sich, wie etwa Schutzschilde.

Schutzkleidung im Alltag


Im Alltag trägt der Mensch viele Arten von Schutzkleidungen. Regnet es, so zieht er ein Regencape an, ist es kalt, zieht er spezielle Schutzkleidungsstücke an, die ihn durch besondere Isolierungen vor Kälte schützen (Winterjacken etc.). Ebenso als Schutzkleidung ist die Halskrause und der Haarschneideumhang beim Friseur zu klassifizieren.

Schutzkleidung für Motorradfahrer


Schutzkleidung für Fahrer von und Mitfahrer auf motorisierten Zweirädern (Kleinkraft-, Leichtkraft- und Motorrädern, im folgenden kurz "Motorradfahrer") hat die primäre Aufgabe den Motorradfahrer vor den negativen Folgen eines Sturzes zu schützen bzw. diese zu vermindern und ihn vor dem Wetter, insbesondere der Auskühlung durch den Fahrtwind (Windchill) zu schützen.

Die wichtigsten Bestandteile der Schutzbekleidung für den Motorradfahrer sind:

Handschuhe sind unerlässlich, da es ein normaler Reflex des Menschen ist, sich bei einem Sturz mit den Armen und Händen abzufangen. Daher können schon bei Stürzen mit niedrigsten Geschwindigkeiten schwere Handverletzungen die Folge sein, wenn keine Handschuhe getragen werden. Handschuhe mit speziellen Protektoren aus Karbonfaser oder Stahl sind ein sinnvoller Schutz, wenn das Motorrad bei einem Lowsider (Wegrutschen zur Seite) auf die kurveninnere Hand fällt.

Stiefel (im Idealfall wasserdichte) sollten mit einer robusten Stahl- oder Kunststoffverstärkung versehen sein, um den Fuß bei einem Sturz optimal zu schützen. Insbesondere schwerste Verletzungen können entstehen, wenn - z.B. beim seitlichen Wegrutschen des Motorrads in einer Kurve - der Fuß zwischen Motorrad und Straße eingeklemt wird und auf diese Weise vom Gewicht der rutschenden Maschine angedrückt mit dieser meterweit über den Asphalt gerieben wird. Das Tragen schützender Stiefel, die über den Knöchel reichen sollten, ist somit integraler Bestandteil der Schutzbekleidung des Motorradfahrers.

Die Protektorenkombi bzw. die Jacke nebst Hose haben neben ihrer Schutzfunktion im Falle eines Sturzes auch die wichtige Aufgabe, den Zweiradfahrer warm zu halten. Ein unterkühlter Fahrer ist unkonzentriert und macht Fehler. Die Kleidung darf aber im Sommer auch nicht zu heiß sein, weil ein überhitzter Fahrer ebenfalls in seiner Entscheidungsfähigkeit eingeschränkt ist. Bewährt haben sich hier Leder- oder Textilbekleidung (z.B. Cordura (eingetragenes Warenzeichen der Firma DuPont) oder andere Textilgewebe mit mindestens 500 D) welche mit einer Klimamembran versehen sind. Diese Klimamembranen (z.B. Goretex, Sympathex, Polotex etc.) lassen den Schweiß des Fahrers verdunsten, machen die Kleidung aber trotzdem wasserdicht.

Im Falle eines Sturzes muss das Material der Kleidung extrem abriebfest sein, um den Fahrer auch bei längerem Rutschen über den Asphalt bei hoher Geschwindigkeit schützen zu können. Hier ist Leder, trotz modernster Kunststoffe, immer noch widerstandsfähiger als Textilgewebe. Insbesondere das teure und im Vergleich zu Rindsleder gegen Nässe empfindlichere Känguruleder ist extrem abriebfest. Leder wird auch hydrophobiert angeboten. Es ist dann so ausgerüstet, dass es sich nicht mehr mit Wasser vollsaugt, sondern dieses an der Oberfläche abperlt. Hydrophobiertes Leder ist teurer als normales. Die Nähte der Kleidung sind eine Schwachstelle beim Sturz, da die Fäden leicht durchgescheuert werden können. Verdeckte Nähte sind hier daher vorzuziehen.

Die Kleidung sollte an Schultern, Ellenbogen und Knien Protektoren nach EN 1621-1 und am Rücken mit Protektoren nach EN 1621-2 ausgerüstet sein. Einfachere Protektoren aus viskoelastischem Schaum erfüllen die höheren Anforderungen nicht und bieten keinen optimalen Schutz. Protektoren sind der Körperform angepasste aus beweglichen Segmenten bestehende Kunststoffplatten, welche im Falle eines Sturzes den Aufprall an den besonders gefährdeten Körperstellen dämpfen. Sie sind zusätzlich mit einer abriebfesten Oberfläche versehen und können fest in der Kleidung integriert, in speziellen Innentaschen oder nachträglich in der Kleidung befestigt sein. Rückenprotektoren können zusätzlich auch in Kombination mit einem Nierengurt mit Hosenträgern unter der Kleidung getragen werden, wenn diese nicht die Möglichkeit bietet, den Rückenprotektor z.B. in einer speziellen Tasche am Rücken unterzubringen. Nach einem Unfall sollten Protektoren grundsätzlich nicht mehr weiterverwendet werden, da sie sich verformt haben und bei einem erneuten Unfall nur noch eine verminderte Dämpfungswirkung haben.

Sofern nicht eine einteilige Kombi getragen wird, sollten Hose und Jacke miteinander durch einen Reißverschluss verbunden werden. Dies reduziert zum einen die Zugluft, zum anderen verhindert dieser, dass im Falle eines Sturzes die Jacke verrutscht und ihre Schutzfunktion nicht mehr optimal erfüllen kann.

Der Motorradhelm sollte nach ECE 22-05 zertifiziert sein, um optimalen Schutz bieten zu können. Von nicht zertifizierten Helmen ist aus Gründen der Sicherheit dringend abzuraten. (siehe dazu auch: Helmpflicht)

Ein Nierengurt (z.B. aus PU-Schaum, Leder oder Neopren) soll die Nieren vor zu starken Vibrationen schützen und den Lendenbereich etwas kompakter halten. Außerdem schützt er natürlich die gegen Kälte empfindlichen Nieren zusätzlich vor Unterkühlung, aber dies ist eher die zweitrangige Funktion. Auf diese Weise werden Nierenentzündungen etc. vermieden. Auch im Hochsommer sollte immer ein Nierengurt getragen werden, da der Körperschweiß in Verbindung mit dem Fahrtwind schnell zu Unterkühlungen an den Nieren führen kann.

Bei allen diesen Elementen der Schutzkleidung ist eine optimale Passform für eine effiziente Schutzwirkung unerlässlich.

Schutzkleidung | Motorrad

Personal protective equipment | Ropa de protección

 

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