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Schuppentiere
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: Kiefermäuler (Gnathostomata)
: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
: Säugetiere (Mammalia)
: Höhere Säugetiere (Eutheria)
: Laurasiatheria
: Schuppentiere (Pholidota)
Wissenschaftlicher Name Pholidota Weber 1904 Die Schuppentiere (Pholidota) sind eine Säugetierordnung. Charakteristisch für sie sind die Schuppen, die gewisse Ähnlichkeiten mit Tannenzapfen erwecken, weswegen die Tiere manchmal auch Tannenzapfentiere genannt werden. Die Ordnung umfasst eine Familie (Manidae) mit sieben Arten.

Verbreitung


Schuppentiere sind im mittleren und südlichen Teil Afrikas (vom Senegal und dem Sudan bis Südafrika) sowie in Süd- und Südostasien (von Pakistan bis Borneo) verbreitet.

Beschreibung


Auffälligstes Merkmal dieser Tiere sind die Hautschuppen, die den Körper bedecken. Bei diesen Schuppen handelt es sich um zweiseitig-symmetrische, vom Rücken zum Bauch abgeflachte und nach hinten gerichtete Erhebungen der Lederhaut, die von der Oberhaut überzogen sind. Lediglich die Schnauze, die seitlichen Gesichtsteile, der Bauch und die Innenseite der Gliedmaßen sind unbedeckt.

Der kleine Schädel ist langgezogen und ist einer der am einfachsten gebauten im ganzen Säugetierreich. Die Augen sind klein, eine Ohrmuschel ist nur bei den in Asien lebenden Arten vorhanden. Schuppentiere haben keine Zähne, sie können aber die Zunge bis zu 25 Zentimeter aus dem Mund strecken.

Die Gliedmaßen der Schuppentiere sind kräftig, wobei die Hinterbeine etwas länger sind. Alle vier Füße enden in fünf Zehen, die mit Graubklauen versehen sind. Der ebenfalls beschuppte Schwanz ist ungefähr genauso lang wie der Körper.

Schuppentiere erreichen Kopfrumpflängen zwischen 30 und 90 Zentimetern, dazu kommt ein ebenso langer Schwanz. Ihr Gewicht liegt zwischen 2,5 und 33 Kilogramm.

Lebensweise


Lebensraum der Schuppentiere sind Wälder und Buschland, aber auch Savannen. Einige Arten sind Bodenbewohner, die in selbstgegrabenen oder von anderen Tieren übernommenen Bauen leben, andere leben in erster Linie auf Bäumen. Sie sind vorwiegend nachtaktiv.

Bei der Fortbewegung am Boden biegen sie die Grabkrallen ein, um sie nicht abzunützen, und gehen auf den Knöcheln. Außer im Bedrohungsfall sind ihre Bewegungen langsam und behäbig. Werden sie angegriffen, rollen sie sich zu einer Kugel zusammen, die von den harten Schuppen umgeben und nicht leicht aufzubrechen ist.

Schuppentiere sind in der Regel Einzelgänger.

Ernährung


Sie ernähren sich in erster Linie von Termiten und Ameisen. Zu diesem Zweck brechen sie oft deren Bauten mit ihren Grabkrallen auf. Um vor aggressiven Insekten geschützt zu sein, können sie Ohren und Nasen verschließen und die Augen mit dicken Lidern bedecken. Mit ihrer langen Zunge sammeln sie ihre Beute ein, diese landet unzerkaut im Magen und wird erst dort zerkleinert.

Fortpflanzung


Aufgrund ihrer scheuen Lebensweise ist über die Fortpflanzung der Schuppentiere nicht sehr viel bekannt. Die Tragzeit beträgt je nach Art zwischen neun und 20 Wochen, die Wurfgröße beträgt eins oder zwei. Neugeborene Tiere haben noch weiche Schuppen, diese verhärten sich ungefähr am zweiten Lebenstag. In den ersten Lebenswochen werden sie oft am Rücken oder Schwanz der Mutter getragen. Mit rund drei Monaten werden sie entwöhnt.

Das höchste bekannte Alter eines Schuppentieres betrug rund 20 Jahre.

Bedrohung


Die Bestandszahlen der Schuppentiere sind im Rückgang begriffen. Verantwortlich dafür ist in erster Linie die Jagd. Das Fleisch der Tiere gilt als Delikatesse, die Schuppen spielen eine wichtige Rolle in der Chinesischen Medizin. Auch die Verringerung ihres Lebensraumes ist daran beteiligt, dass vier der sieben Arten heute von der IUCN als gering gefährdet gelistet werden.

Systematik


Früher stellte man die Schuppentiere wegen ihrer gürteltierartigen Haut und ihrer Zahnlosigkeit in ein Naheverhältnis zu den Nebengelenktieren, die Ähnlichkeiten mit dieser Gruppe sind aber nur oberflächlicher Natur. Heute werden sie in einer eigenen Ordnung, Pholidota, geführt, die näher mit den Raubtieren (Carnivora) verwandt ist. Anhand von Retroposon- und DNA-Sequenzanalysen ist ihre Zugehörigkeit zu den Laurasiatheria bestätigt.

Die Ordnung umfasst eine Familie (Manidae) mit einer Gattung (Manis) und sieben Arten. Die in der folgenden Übersicht als Untergattungen angeführten Begriffe werden manchmal allerdings als eigenständige Gattungen geführt.

Die Arten


Untergattung Manis

Zur Untergattung Manis zählen das Chinesische Schuppentier (M. pentadactyla) und das Vorderindische Schuppentier (M. crassicaudata).
  • Das Chinesische Schuppentier (M. pentadactyla) hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 40-58 cm, eine Schwanzlänge von 27-38 cm und ein Gewicht von 3-5 kg. Die Ohrmuscheln sind größer als bei allen anderen Arten. Die Schuppen sind schwarzbraun, bei Jungtieren purpurbraun. Haut und Haare sind grauweiß. Es ist boden- und baumlebend und nachtaktiv. Es lebt in Savannen, Park- und Waldlandschaften in Nepal, Sikkim, Burma, im nördlichen Hinterindien, West- und Südchina mit Hainan und Formosa.
  • Das Vorderindische Schuppentier (M. crassicaudata) hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 50-80 cm, ein Schwanzlänge von 45-60 cm und ein Gewicht von 10-18 kg. Die Schuppen sind blassgelbbraun. Haut und Haare sind bräunlich. Es ist boden- und baumlebend und nachtaktiv. Es lebt in Savannen, Park- und Waldlandschaften in Vorderindien südlich des Himalajas und Ceylon.

Untergattung Paramanis

Das Malaiische Schuppentier (M. javanica) hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 45-70 cm, eine Schwanzlänge von 35-65 cm und ein Gewicht von 3-5 kg. Die Schuppen sind bernstein- bis schwärzlichbraun. Haut ist weißlich, Haare sind dunkler. Es ist baum- und bodenlebend und nachtaktiv. Es lebt in Waldlandschaften in ganz Hinterindien, ab Süd-Burma südwärts bis Sumatra, Java, Borneo und Bali, ostwärts bis Nordvietnam und auf den Philippinen.Es ist in erster Linie Bodenbewohner und zählt zu den größten seiner Gattung. Auch diese Art ist gering gefährdet.

Untergattung Phataginus

Das Weißbauchschuppentier (M. tricuspis) hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 33-43 cm, eine Schwanzlänge von 49-62 cm und ein Gewicht von 2,15-3 kg. Die Schuppen sind braungrau bis dunkelbraun. Haut und Haare sind weiß. Es ist baumlebend und nachtaktiv. Es lebt im Urwald von Senegal bis Nordost-Zaire, Westuganda und Nordwest-Sambia, von dort südwärts bis Mittel- und Südwest-Angola.

Untergattung Uromanis

Das Langschwanz- oder Schwarzbauchschuppentier (M. tetradactyla) hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 30-40 cm, eine Schwanzlänge von 60-80 cm und ein Gewicht von 2,5-3,25 kg. Die Schuppen sind dunkelbraun mit hellerem Rand. Haut und Haare sind dunkel- bis schwarzbraun. Es ist baumlebend, nacht- und manchmal tagaktiv. Es lebt im Regenurwald von Senegal bis Nordost-Zaire, von dort südwestwärts bis Südwest-Angola.

Untergattung Smutsia

Zur Untergattung Smutsia zählen das Riesenschuppentier (M. gigantea) und das Steppenschuppentier (M. temmincki).
  • Das Riesenschuppentier (M. gigantea) hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 75-100 cm, eine Schwanzlänge von 50-70 cm und ein Gewicht 30-35 kg. Die Schuppen sind graubraun, bei Jungtieren gelbbraun. Haut und Haare sind weißlich. Es ist bodenlebend und nachtaktiv. Es lebt in Wäldern und waldnahen Savannen Westafrikas von Senegal bis Mittel-Gabun und ostwärts bis Nordost-Zaire, Albertsee, Uganda und vielleicht auch West-Kenia und West-Tansania.
  • Das Steppenschuppentier (M. temmincki) hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 50-60 cm, eine Schwanzlänge von 40-50 cm und ein Gewicht von 15-18 kg. Die Schuppen sind dunkelbraun, bei Jungtieren gelbbraun. Haut ist weißlich mit dunklen Härchen. Es ist bodenlebend und nachtaktiv. Es lebt im trockenen Buschland in der Zentralafrikanischen Republik, Süd-Sudan, Ost-Uganda, West-Kenia, Tansania, Malawi, Sambia, Rhodesien, Mozambique, Nord- und Ost-Südafrika, Botswana, Nordost-Südwestafrika und Angola.

Literatur


zumindest dür die Arten: Bertelsmann Lexikon-Institut (Hrsg.): Das moderne Tierlexikon, in 12 Bänden. Verlagsgruppe Bertelsmann GmbH, Gütersloh, 1979-1985, Band 11: Tan - Webe, 324 Seiten, Buch-Nr. 06791 8, S. 9 -16 unter Tannenzapfentiere

Weblinks


Säugetiere

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