Das Schweizer Schulsystem ist ein komplexes Gebilde. Die Obhut des Schulwesens liegt nicht ausschliesslich beim Bund, sondern ist auf Grund des Föderalismus vorwiegend Sache der Kantone.
Sonst haben die Kantone die alleinige Kompetenz in der Vorschule (Kindergarten) wie auch den obligatorischen Schulen.
In den weiterführenden Schulen (Sekundarstufe II) hat der Bund etwas grössere Kompetenzen. Die Kantone sind jedoch weiterhin für die Ausführung zuständig und ihnen obliegt die Verantwortung. So werden die Abschlussprüfungen kantonal geregelt, die Ausweise (Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis nach einer Lehre, Berufsmatura, Matura) jedoch vom Bund gestellt oder anerkannt.
In der Tertiärstufe sind die Kompetenzen ebenfalls verteilt. Dem Bund obliegt die Regelungskompetenz für den Bereich der höheren Berufsbildung, das heisst, er ist für die höhere Berufsbildung wie auch für die Fachhochschulen (FH) und die beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) verantwortlich. Bei den Universitäten liegt die Obhut wiederum bei den Kantonen. Sie werden vom Bund finanziell unterstützt.
Auf Grund dieser Tatsachen gibt es in der Schweiz nicht ein, sondern 26 verschiedene Schulsysteme - je eines pro Kanton.
Während einige Kantone Frühenglisch ab der ersten Klasse anbieten, lernt man in anderen Kantonen erst in der Sekundarstufe I die erste Fremdsprache. Auch die Wahl der ersten Fremdsprache variiert. Die meisten Deutschschweizer Kantone beginnen zuerst mit Französisch, anschliessend Englisch. Der Trend geht jedoch momentan in die umgekehrte Richtung. Der Kanton Uri wiederum bietet zuerst Italienisch an. In den französisch-, italienisch- und rätoromanischsprachigen Gebieten wird zuerst meistens Deutsch, dann Englisch gelehrt. Weitere Sprachen (eine dritte Landessprache, Latein und teilweise Altgriechisch) werden meistens als Freifach angeboten. Auch in anderen Fachbereichen wird unterschiedlich vorgegangen. Nach dem Ende des Obligatoriums sind alle jedoch auf einem ähnlichen Niveau.
- | Alter | Schule | - | 6 | Vorschulstufe | - | 6-12 | Primarstufe | - | 11-15 | Sekundarstufe I1 | - | 15-19 | Sekundarstufe II | - | ab 19 | Tertiärstufe |
|---|
Vorschulstufe: in den meisten Kantonen freiwillig; teils kantonal, teils kommunal organisiert
Volksschule: obligatorische staatliche Schule, Dauer 9 Jahre, teilt sich in Primar- und Sekundarschule
Primarstufe: (Primarschule) je nach Kanton 4, meist 5 oder 6 Jahre; oft geteilt in Unter- und Mittelstufe, teils auch in drei Stufen
einige Kantone führen zwischen Primar- und Sekundarschule ein- oder zweijährige Orientierungsschulen.
Sekundarstufe I: je nach Kanton zwei- oder dreiteilig, nach Leistungsniveau; Dauer zwei bis fünf Jahre (je nach Länge der Primarschule). In einigen Kantonen hat die höchste Stufe prägymnasialen Charakter. Die Namen variieren stark und die gleichen Namen haben in verschiedenen Kantonen verschiedene Bedeutungen.
Sekundarstufe II: schliesst an die Primar- und der Sekundarstufe I an, gehört nicht zur Volksschule.
- | Alter | Tiefes Niveau | Durchschnittliches Niveau | Höheres Niveau (Begabte) | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 5-7 Vorschulstufe | Kindergarten Dauer: 1-3 Jahre | ||||||||
| 7-12 (bzw. 7-13) Primarstufe | Primarschule Dauer: 5-6 Jahre | ||||||||
| 12-16 (bzw. 13-16) Sekundarstufe I3 | Realschule1 Dauer: 3-4 Jahre | Sekundarschule1 Dauer: 3-4 Jahre | Bezirksschule1 Dauer: 3-4 Jahre | - | |||||
| Realschule2 Dauer: 3-4 Jahre | Sekundarschule2 Dauer: 3-4 Jahre |
- | Lehre | Lehre mit BMS | Kantonsschule |
|---|---|---|
| Lehre 3-4 Jahre | Lehre mit BMS 3-4 Jahre | Kantonsschule 4 Jahre |
| Höhere Fachschule (HF)1 2-3 Jahre | Fachhochschule (FH)1 3-4 Jahre | Universität/Seminare2 ca. 4 Jahre |
Siehe auch: Schulsystem
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