Das Schulsystem in Frankreich ist ein Schulsystem, welches zu über 90 % von der öffentlichen Hand betrieben wird. Die Verwaltung der Schulen erfolgt im Wesentlichen durch die 30 "Akademien". Diese können als Gegenstück zu den Regionen im Bildungswesen angesehen werden.
Die école maternelle wird vom überwiegenden Teil der Kinder in Frankreich besucht. Alter: 2-6
Die Grundschulzeit in Frankreich dauert fünf Jahre; die Schuljahre heißen CP (cours préparatoire), CE1 (cours élémentaire 1), CE2, CM1 (cours moyen 1) und CM2. Alter: 6-11
Im Anschluss an die Grundschule besuchen alle Schüler vier Jahre lang das Collège, eine Gesamtschule. Sie erhalten dabei Unterricht in Französisch, Mathematik, zwei lebenden Fremdsprachen, Geschichte-Geographie-Gemeinschaftskunde, SVT (einer Mischung aus Biologie und Geowissenschaft), Physik-Chemie, Technologie, Bildender Kunst, Musikerziehung und Sport. Es besteht außerdem die Möglichkeit, eine Regionalsprache, Latein oder Griechisch zu erlernen. Am Ende des Collège unterziehen sich die Schüler einer Prüfung, durch die sie ein Abschlusszeugnis bekommen, das diplôme national du brevet. Am nächsten Tag stehen die Prüfungsergebnisse in einer der größten Zeitungen Frankreichs und die Franzosen versuchen selbst die Prüfungen zu lösen.
Im Bereich der Sekundarstufe II besteht die Möglichkeit, drei Jahre lang ein Lycée zu besuchen; unterschieden wird dabei zwischen lycées d´enseignement général et technologiques (allgemeinbildend und technisch) und lycées d´enseignement professionels (berufsbildend).
Nach einem gemeinsamen Unterricht für alle Schüler dieser Schulart im ersten Jahr, der Seconde (10. Schuljahr), entscheiden sich die Schüler für die Première (11. Schuljahr) und die Terminale (12. Schuljahr), die letzten beiden Jahre vor dem Abitur (baccalauréat), für eines von drei Profilen (série): L (littéraire, literarisch), ES (économique et sociale, wirtschafts- und sozialwissenschaftlich) oder S (scientifique, naturwissenschaftlich). Innerhalb dieser Profile sind zahlreiche weitere Entscheidungsmöglichkeiten gegeben. Für alle Schüler verpflichtend sind folgende Fächer:
Die einzelnen Profile zeichnen sich durch eigene Pflichtfächer, unterschiedliche Lehrpläne und unterschiedliche Stundenzahlen aus. Die jeweiligen profilspezifischen Pflichtfächer sind:
Die Abiturprüfung wird in zwölf Fächern abgelegt; eine Reform, die diese Anzahl auf sechs Fächer senken sollte, wurde vorerst verschoben. Die Aufgaben für alle Fächer werden landesweit zum gleichen Termin zentral gestellt. In einem bis drei Fächern findet die Abiturprüfung bereits am Ende der Première statt (in allen Profilen: Französisch; in L und ES: Naturwissenschaft; in L: Mathematik-Informatik). Die übrigen Fächer werden am Ende der Terminale geprüft. Je nach Profil werden die einzelnen Fächer unterschiedlich stark gewichtet, indem sie unterschiedliche Koeffizienten erhalten. Bei der Berechnung der Gesamt-Abiturnote werden nur die Leistungen in diesen Prüfungen herangezogen, die Leistungen der Vorjahre spielen dagegen keine Rolle.
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