Schulmädchen-Report ist der Titel eines 1970 erschienenen Buches von Günther Hunold, das Interviews mit zwölf Mädchen und jungen Frauen im Alter von 14 bis 20 über ihre Sexualität präsentierte. Der noch im gleichen Jahr in die deutschen Kinos kommenden, gleichnamigen Verfilmung des Produzenten Wolf C. Hartwig war ein derartiger Erfolg beschieden, dass bis 1980 noch zwölf Fortsetzungen produziert wurden.
Intention des Autors für die Veröffentlichung des Buches war laut Vorwort eine wahrheitsgetreue Darstellung des sexuellen Verhaltens „moderner junger Mädchen“ der (damaligen) Gegenwart. Er führte dazu nach seinen Angaben 1969 in München Interviews mit 36 Schülerinnen von 14 bis 20 Jahren aus Realschulen und Gymnasien. Die Kriterien, nach denen er seine Gesprächspartnerinnen auswählte, werden nicht benannt; eine repräsentative Auswahl scheint nicht angestrebt worden zu sein. Den Befragten wurden 157 einzelne Fragen zu „Fragegruppen“ wie Porträt, Milieu, Lehrer, Träume, Masturbation, Defloration, Geschlechtsleben, Empfängnisverhütung, Homosexualität u. a. gestellt. In das Buch fanden schließlich zwölf der „bemerkenswertesten“ Interviews Eingang. Hunold betont, dass es sich um einzelne Fälle handelt, die nicht das Verhalten der Allgemeinheit der Schulmädchen schilderten.
Das Buch wurde durch die äußerst erfolgreiche Verfilmung noch im gleichen Jahr sehr bekannt. Die Kritik ist vielfältig und beginnt schon beim Titel, der das Wort Schulmädchen statt des neutraleren Schülerin verwendet. Wissenschaftliche Intention und Glaubwürdigkeit des Autors wie des Werkes wurden bezweifelt, sicherlich nicht ganz zu Unrecht, da das Buch auch die Nachfrage nach sexuell orientierter „Aufklärungsliteratur“ und Unterhaltung bediente. Aufklärerische Intentionen können dem Autor dennoch nicht abgesprochen werden.
Hunold glaubte selbst nicht an den Erfolg der bevorstehenden Verfilmung seines Buches. Statt einer prozentualen Beteiligung am Einspielergebnis erhielt er deshalb für die Filmrechte eine vorab bezahlte feste Summe.
Der große Erfolg der Serie lässt sich damit erklären, dass die Sexualität zu jener Zeit eine Art „terra incognita“ darstellte und große Neugier herrschte auf sexuelle Details, die in der deutschen Gesellschaft des frühen 21. Jahrhunderts Allgemeingut sind. Auf den ersten Schulmädchen-Report folgte eine wahre Welle von Report-Filmen, wie der Hausfrauen-Report, der Lehrmädchen-Report, der Tanzstunden-Report usw. Ab 1975, mit der Freigabe der Pornografie in Deutschland, flaute diese Welle wieder ab. Weitere Folgen des Schulmädchen-Reports kamen noch bis 1980 in die Kinos, bis dem Produzenten eine weitere Fortsetzung der Serie nicht mehr sinnvoll bzw. rentabel erschien.
Die in aller Regel unbekannten jungen Darstellerinnen, die die „Schulmädchen“ des Titels mimten, waren nicht die vom Filmplakat als „Mitwirkende“ angegebenen „Mädchen aus Mittelschulen und Gymnasien und ihre Freunde“, sondern nach Angaben Hartwigs anfangs hauptsächlich Kaufhaus-Verkäuferinnen im Alter von 16 bis 19 Jahren, denen eine Tagesgage von 500 DM geboten wurde (bei einem ungefähren Monatsverdienst von 600 bis 800 DM im Kaufhaus). Nur wenige Darstellerinnen, wie z. B. Ingrid Steeger, hatten schon Filmerfahrung. Da für jede Folge etliche neue Darstellerinnen gebraucht wurden und mit zunehmender Zahl der Fortsetzungen auch die Höhe der Gagen stieg, wurde es mit der Zeit schwieriger, genügend junge Darstellerinnen zu verpflichten, weshalb in späteren Folgen auch etwas ältere Darstellerinnen verpflichtet wurden. Außer der bereits erwähnten Ingrid Steeger finden sich in den Schulmädchen-Reports auch einige Darsteller, die später bekannt wurden, so z.B. Friedrich von Thun, der in den ersten drei Folgen Straßeninterviews führte, Lisa Fitz, Sascha Hehn, Cleo Kretschmer, Andrea L'Arronge, Heiner Lauterbach, Jutta Speidel, Katja Bienert und Annemarie Wendl.
Die etwa 90 Minuten langen Filme waren Episodenfilme, die die einzelnen Episoden durch eine Rahmenhandlung verbanden. Anlass, die einzelnen Geschichten zu erzählen, konnte z. B. eine Elternbeiratssitzung sein, eine Gerichtsverhandlung oder die Unterhaltung einer Gruppe von Freundinnen. Die Ideen für die einzelnen Episoden entnahm der Produzent beispielsweise Zeitungsberichten oder mitgehörten Gesprächen von Schülerinnen in der Straßenbahn. Durch die Vielzahl der einzelnen Episoden wurden manche Grundtypen von Szenen immer wieder variiert. Häufige Konstellationen waren z. B.: ein Schulmädchen und ein wesentlich älterer Mann (ab 35 Jahren); ein junges Liebespaar; das „erste Mal“; Inzest mit dem (Stief-) Vater, Bruder oder Großvater; eine Vergewaltigung. Begleitet werden die Szenen von Kommentaren mit „Wissenschaftsgestus“ (Annette Miersch), entweder aus dem Off gesprochen oder von in der Rahmenhandlung gezeigten „Experten“ aller Art, wie Psychologen, Ärzten oder Geistlichen. Nach Aussage des Produzenten sollten diese Kommentare zum einem dem Film „eine gewisse Aussage geben“, zum anderen die Drastik der Bilder abmildern und so die Zensurgefahr durch die FSK verringern helfen.
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