Eine Schreibmaschine ist ein mechanisches oder elektromechanisches Gerät, das die Tastatureingabe ihres Benutzers als Text zu Papier bringt.
Es besteht aus einem Tastenfeld, einem mechanischen oder elektronischen Übertragungsmechanismus, der auch Speicher- und Korrekturelemente enthalten kann, und einem Ausgabegerät, das mittels fliegender Typen (mechanische Schreibmaschinen), Kugelkopf, Typenrad oder Typenwalze den Text auf das Papier aufdruckt. Das Papier wird meist über Walzen zeilenweise weiterbefördert. Die horizontale Positionierung erfolgt mit einem Wagen. Je nach Bauweise verschiebt dieser die Walze mit dem Papier nach jedem geschriebenen Buchstaben um einen Schritt nach links oder die schreibende Einheit um einen Schritt nach rechts. Der Zeilenvorschub erfolgt auf Anforderung des Bedieners durch Betätigen entweder des Zeilenvorschubhebels oder der Zeilenvorschubtaste.
Mehrere Exemplare eines Schriftstückes (Durchschläge) werden mit Hilfe von Kohlepapier erstellt.
Die erste wirklich gebaute Schreibmaschine stammt deshalb wohl von dem Italiener Pellegrino Turri aus dem Jahre 1808. 1821 baute Karl Drais, damals noch Freiherr, für seinen erblindenden Vater die erste Schreibmaschine mit Tastatur, die jedem Buchstaben eine Taste zuordnete und Prägebuchstaben in einen Papierstreifen drückte - durch Kniedruck oder ein Uhrwerk weiterbewegt (1830 weiterentwickelt zur Lochstreifen-Stenomaschine). Die erste Schreibmaschine mit Farbband wurde 1855 von dem Italiener Giuseppe Ravizza aus Novara konstruiert. Von 1864 bis 1869 entwickelte der Tiroler Peter Mitterhofer fünf verschiedene, noch nicht voll funktionsfähige Typen von Schreibmaschinen aus Holz.
Die erste funktions- und marktfähige Schreibmaschine, die so genannte Skrivekugle oder Schreibkugel, erfand der Direktor des dänischen Taubstummeninstitutes, Pastor Malling Hansen im Jahr 1865. Die ersten Modelle waren teilelektrifiziert (Tastenauslösung und Wagenrücklauf), und ab 1875 wurden die Bestseller auch in Wien durch die Firma Szabel handwerklich gefertigt. Mit der Schreibkugel beginnt somit die Geschichte der gewerblich verkauften Schreibmaschinen. Der berühmteste Kunde von Malling Hansen war der Philosoph Friedrich Nietzsche.
Die erste in größeren Stückzahlen hergestellte Schreibmaschine war der Sholes & Glidden Typewriter der US-amerikanischen Waffenfabrik Remington, die 1874 unter der Leitung von Christopher Latham Sholes entwickelt worden war. In sie waren die Erfahrungen von beinahe dreißig Vorgängermodellen eingeflossen. Die Sholes & Glidden hatte 44 Tasten und konnte nur Großbuchstaben schreiben. Bei den frühen Modellen erfolgte der Wagenrückzug über ein Fußpedal, das einen Bowdenzug bewegte.
Die Remington Nr. 2 erschien 1878 und konnte zwischen Groß- und Kleinbuchstaben umgeschaltet werden und das Farbband selbständig transportieren. Außerdem hatte sie wie das Vorgängermodell schon das QWERTZ-Tastaturlayout (englisch: QWERTY-Tastaturlayout). Die erste in Deutschland produzierte Schreibmaschine wurde 1882/83 von der Hamburger Nähmaschinen-Fabrik Guhl & Harbeck unter der Bezeichnung „Hammonia“ auf den Markt gebracht. Geringe Stückzahlen wurden nach England und Kanada exportiert.
1893 ließ der in die USA emigrierte deutsche Konstrukteur Franz Xaver Wagner die Typenhebelschreibmaschine patentieren. Wagner hatte zusammen mit seinem Sohn Hermann unter anderem das Segment, den Zwischenhebel und damit das so genannte Wagnergetriebe erfunden. Diese Erfindungen ermöglichten es schließlich, eine Maschine mit Typenhebeln zu bauen, bei der man das Geschriebene sofort sehen konnte. Davor musste man dazu erst den Wagen oder die Walze nach oben klappen. Diese neue Maschine wurde 1896 von dem Unternehmer John T. Underwood auf den Markt gebracht. Underwood war Produzent von Tinten und Farbbändern. Als Underwood bei Remington seine Produkte vorstellen wollte, teilte man ihm lapidar mit, dass Remington seine Farbbänder selbst herstelle. Underwood entgegnete nur, dass Underwood dann eben künftig auch seine Schreibmaschinen selbst herstellen würde. Die erste Underwood-Schreibmaschine wurde daraufhin nach von den Wagners gekauften Patenten entwickelt. Underwood hatte insbesondere mit dem Modell No. 5 aus dem Jahre 1900 sehr großen Erfolg in den USA. Diese Maschine setzte durch ihre Konstruktion den Maßstab für alle nachfolgenden Maschinen anderer Hersteller weltweit. 1920 waren über 50 % aller Schreibmaschinen in den USA von Underwood.
Die erste Blindenschreibmaschine wurde 1899 von Oskar Picht erfunden.
1903 kam mit der Blickensderfer Electric die erste elektrische Schreibmaschine. Diese konnte sich jedoch nicht auf dem Markt durchsetzen, obwohl die Technik der Konkurrenz um Jahrzehnte voraus war. Vermutlich scheiterte sie daran, dass es in den verschiedenen US-Bundesstaaten keine einheitliche Netzspannung gab oder gar manche Orte nicht über Elektizität verfügten.
Zwischen 1903 und 1933 baute AEG 350.000 Zeigerschreibmaschinen vom Typ Mignon. Bei ihr wurde mit der linken Hand der Zeiger zum gewünschten Buchstaben geführt und mit der rechten Hand auf das Papier gebracht.
1910 gab es in den USA bereits mehr als einhundert Schreibmaschinenfabriken.
1910 kam aus Dresden mit Erika No. 1 die erste deutsche Reiseschreibmaschine.
1921 erschien auf dem deutschen Markt die Mercedes Elektra, eine mechanisch angetriebene Schreibmaschine mit seitlich angeflanschtem Elektromotor. Es gab auch eine Version dieser Maschine, die anstelle des Motors eine Riemenscheibe hatte, um den Antrieb über eine Deckentransmission (meist mit einer Dampfmaschine angetrieben) zu ermöglichen. Der Lärm in Schreibsälen mit über 50 solcher Maschinen war recht enorm. Die Rechte der Nutzung des Namens Mercedes für seine Schreibmaschine hatte sich der findige Hersteller vom Automobilbauer Mercedes Benz erkauft, in der Hoffnung, alleine über den Namen, der damals schon allgemein für Qualität und Robustheit stand, dem Käufer zu suggerieren, eine besonders wertige Maschine gekauft zu haben.
Kleinere Verbesserungen gab es immer wieder im Laufe der Zeit. Die großen Innovationen kamen nach dem Zweiten Weltkrieg zumeist von IBM. 1947 erschien zum Beispiel mit der IBM Executive die erste Schreibmaschine mit Proportionalschrift.
1962 begann IBM mit dem Verkauf der ersten Schreibmaschinen mit Kugelkopf, der IBM 72, und brachte damit eine Maschine mit einem gänzlich neuen Konstruktionsprinzip heraus. Die Kugelkopfschreibmaschine war mechanisch ein Meisterwerk und äußerst komplex. IBM hielt über mehrere Jahre ein Patent für diese Technologie. Als es auslief und andere Hersteller (wie zum Beispiel Triumph-Adler mit der SE-1000) ebenfalls längst entwickelte Kugelkopfschreibmaschinen endlich aus der Schublade ziehen und auf den Markt bringen konnten, war dieser für Kugelkopfmaschinen jedoch nicht mehr sehr empfänglich. Schon bald erschienen die ersten elektronischen Schreibmaschinen.
In den 1960er Jahren eroberte mit der Selectric von IBM die elektrische Schreibmaschine endgültig die Büros.
Ende der 1960er kamen - zusätzlich zum herkömmlichen Farbband, einem mit einer tintenähnlichen Farbe ein- oder zweifarbig eingefärbten Textilgewebeband aus Seide oder Baumwolle - die Kunststoff-Farbbänder vermehrt zum Einsatz. Diese mit Carbon beschichteten Bänder boten einen sehr gleichmäßigen Abdruck mit maximaler Färbung. Allerdings mit dem Nachteil, dass nur wenige Schreiben mit einem solchen Farbband geschrieben werden konnten, da es nur in einer Richtung ablief und danach weggeworfen wurde. Die angeschlagene Type brachte das gesamte Carbon an dieser Stelle auf einmal vom Farbband auf das Papier. Diese Farbbänder waren auch in vielen anderen Farben erhältlich. Mit dem Aufkommen von Schreibmaschinen mit direkter Korrekturfunktion (über ein spezielles Korrekturband, das die Farbe vom Papier wieder abhob) wurde noch unterschieden, ob ein solches Carbonband überhaupt korrekturfähig war oder nicht. Auch konnte man von einem benutzten Farbband ablesen, welche Typen angeschlagen wurden und somit praktisch die ganze Korrespondenz "nachlesen", die mit dieser Maschine geschrieben wurde. Für wichtige Dokumente, zum Beispiel bei Banken oder Notaren, durften daher ausschließlich nicht-korrigierbare Farbbänder verwendet werden, die nichts über das Geschriebene preisgaben. Um zu verhindern, dass versehentlich das falsche Farbband eingelegt wurde, hat man in die betroffenen Schreibmaschinen eine so genannte Bankensperre eingebaut, die über eine mechanische Kodierung das Einlegen eines korrekturfähigen Farbbandes verhindert.
1973 wurde von IBM die so genannte tastengesteuerte Korrektureinrichtung eingeführt. IBM Selectric.jpg
Die Entwicklung der Schreibmaschine erreichte schon Ende der 1980er Jahre ihren Höhepunkt. Die sehr teuren Spitzenmodelle waren mächtige Textverarbeitungssysteme und verfügten über einen Bildschirm, Diskettenlaufwerke und andere Massenspeicher, waren komfortabel, ergonomisch, schnell und lieferten ein makelloses Schriftbild, viel besser als die damals üblichen Matrixdrucker der bereits boomenden EDV. Diese Systeme kosteten jedoch gerne mehrere tausend Deutsche Mark, waren dafür aber als wahre Büromaschinen für die tägliche achtstündige Arbeit ausgelegt. Am anderen Ende waren die kleinsten Schreibmaschinen schon für umgerechnet weniger als 100 Euro zu haben, da immer mehr Bauteile preiswert aus Kunststoff gefertigt und die Elektronik immer höher integriert werden konnte.
2003 wurde die Schreibmaschine aus dem Verbraucherpreisindex gestrichen, nachdem sie fast vollständig durch von Computern gesteuerten Druckern verdrängt worden war.
Aktuell gibt es noch Schreibmaschinen des japanischen Herstellers Brother, der aber aufgrund der Marktlage (Konkurrenz zum Computer) das Sortiment der höherwertigen Textverarbeitungssysteme der zuletzt MS-DOS-kompatiblen Displayschreibmaschinen mit eingebautem Diskettenlaufwerk (LW-Reihe) zugunsten der einfacheren herkömmlichen Schreibmaschinen der AX-Reihe einstellte. Die zuletzt gebaute Schreibmaschine der LW-Reihe war die Brother LW-840ic, die einem Computer nur in wenigen Dingen wirklich unterlegen war. Kurz gesagt ist eine LW-840ic ein Laptop-Computer mit integriertem Tintenstrahldrucker.
Die Reihenfolge der Auflistung ist alphabetisch und gibt nicht die Bedeutung des Herstellers am deutschen Markt wieder. Die Bezeichnungen in Klammern sind einzelne Namen von Schreibmaschinen bzw. Modellreihen.
Ein Spezialfall ist die Schweizer Maschine "Saturn". Diese Maschine ist mit Typenhebeln ausgestattet (Unteranschlag), die Auswahl des betreffenden Buchstabens erfolgt über einen Index.
Die Typenhebelschreibmaschine geht auf eine von John T. Underwood nach einem Patent von Franz Xaver Wagner weiterentwickelte Technik zurück. Dieser Schreibmaschinentyp wird bis heute verwendet und weist folgende wesentlichen Merkmale auf:
Wagen
Schreibwalze
Stechwalze
Typenhebelmechanik
Umschaltung
Zeilenschaltung
Linker und rechter Rand
Schrittschaltung
Tabulator
Dezimaltabulator
Farbbandtransport, -hub und -umschaltung
Papiereinzugshebel
Papierlösehebel
Antrieb
Wagenrückzug
Die Firma Adler baute in dieser Technik sehr viele verschiedene und zum Teil auch recht erfolgreiche Modelle, wie zum Beispiel die hier abgebildete „Klein-Adler 2“. Der große Vorteil solcher Maschinen war die äußerst geringe Bauhöhe. Vor allem die damals beliebten und weit verbreiteten Reiseschreibmaschinen konnten sehr klein, leicht und kompakt gebaut werden.
Der große Nachteil ist das verschiebende Anschlagen der Typen, die am linken und am rechten Rand liegen. Je weiter die entsprechende Typenstange von der Mitte entfernt ist, umso unsauberer war der Anschlag. Konstruktionsbedingt schlagen bei dieser Technik nur die Typen in der Mitte zentral auf die Schreibwalze auf. Die Typen am linken Rand werden zunehmend nach rechts verschmiert und die am rechten Rand nach links. Daher war dieses System nicht für große Büromaschinen geeignet, sondern lediglich als Kompromiss für besonders kleine und leichte Reiseschreibmaschinen, die obendrein kostengünstig herzustellen waren.
Die elektromechanische Kugelkopfmaschine hatte schon 1903 mit der Blickensderfer Electric ihren ersten Marktauftritt; allerdings war diese Maschine kein kommerzieller Erfolg. Das spätere Konstruktionsprinzip von IBM gilt als eine wahre Meisterleistung der Präzisionsmechanik; als besonderes augenscheinliches Merkmal gilt zunächst die feststehende Schreibwalze. Als Wagen läuft nun ein Schlitten auf zwei Achsen, der den Kugelkopf und das Farbband enthält. Das Farbband ist als Kassette ausgeführt. Der Kugelkopf selber ist über eine aufwändige Zugseilmechanik und auf zwei Achsen beweglich. Er ist um 180° in beiden Richtungen auf der vertikalen Achse drehbar und in vier Ebenen auf der horizontalen Achse kippbar. Zusätzlich kann der Kugelkopf auch noch auf die Schreibwalze abschlagen. Die Typen liegen, wie schon erwähnt, auf vier Ebenen rundherum angeordnet. Die richtige Type wird rein mechanisch ausgewählt. Schlägt man einen Buchstaben auf der Tastatur an, so wird über eine Sperrstiftmimik entsprechend ein großer Ankerhebel an einer den betreffenden Buchstaben bestimmenden Position gestoppt. Der sich ergebende Winkel wird über Zugseile an den Kugelkopf übertragen und in eine Drehbewegung umgesetzt. Eine zweite Sequenz kippt den Kugelkopf in die entsprechende Ebene, auf der sich der angeschlagene Buchstabe befindet. Als letztes wird eine der Führungsachsen gedreht, auf der der Wagen gelagert ist. Dadurch wird der Kopf über eine Mitnehmernut auf der Achse angeschlagen. Dies alles geschieht in einem genau festgelegten zeitlichem Rahmen und mit einer enormen Geschwindigkeit.
Alle Funktionen werden motorisch angetrieben. Dazu gibt es in der Kugelkopfschreibmaschine nur einen einzigen Elektromotor. Sämtliche Antriebe werden in dem Moment eingekuppelt, in dem sie tatsächlich benötigt werden.
Der größte Vorteil dieses Systems war sicherlich die weltweite Patentierbarkeit durch IBM. Auf mehrere Jahre durften die Mitbewerber keine eigenen Kugelkopfschreibmaschinen in den Handel bringen.
Der technische Vorteil gegenüber der Typenhebelschreibmaschine war jedoch der Schreibkomfort und vor allem die Geschwindigkeit mit der geschrieben werden konnte. Da es keine Typenhebel mehr gab, konnten sich diese auch nicht ineinander verhaken, wenn man zu schnell geschrieben hatte. Die kompakte Bauweise ermöglichte den Einsatz von Farbbandkassetten, die sehr einfach einzulegen waren. Zudem konnten Carbonbänder benutzt werden, die ein sattes Schriftbild ermöglichten.
Das absolute Novum war jedoch der sehr leicht auswechselbare Kugelkopf. Es war erstmals möglich, ganz schnell und preiswert die Schriftart einer Schreibmaschine zu ändern. Auch Fettschrift war nun möglich, wobei die angeschlagene Type, mechanisch gesteuert, etwas versetzt zweifach auf das Papier schlug.
Der Nachteil dieses Systems war allerdings seine Wartungsanfälligkeit. Kugelkopfschreibmaschinen mussten regelmäßig gereinigt und geschmiert werden, um weitestgehend störungsfrei zu funktionieren. Reparaturen waren aufgrund der Komplexität des Systems meist sehr aufwändig und teuer. Allein eine Grundjustage der SE1000 von Triumph-Adler zum Beispiel war laut Service-Unterlagen des Herstellers mit 14 Arbeitsstunden angesetzt.
Als das IBM-Patent auslief, konnten die Mitbewerber endlich ihre schon seit langem fertig konstruierten Maschinen vermarkten. Doch der Markt war bereits durch IBM bedient und wenig später hielten die ersten elektronischen Schreibmaschinen in den Sekretariaten Einzug.
Spätere Modelle wurden immer weiter verbessert: der Zentralantrieb wich einzelnen Schrittmotoren für Wagenlauf und Kopfdrehung sowie elektrischen Hubmagneten für die Kopfneigung und den Abschlag. Diese technischen Verbesserungen machten die Kugelkopfschreibmaschine noch schneller. Die Elektronik war in der Lage, angeschlagene Tasten in einem Puffer zu speichern, aus dem dann der Text von der Maschine zu Papier gebracht wurde. Erstmals konnte die Schreibkraft schneller schreiben als die Maschine das Getippte auszudrucken vermochte. Oft kam es vor, dass der relativ kleine Puffer volllief.
Trotz all dieser Verbesserungen blieb der mechanische Aufwand enorm, was diese Maschinen zu absoluten Luxusgeräten machte, die sich nur wenige Firmen leisten konnten.
Das Typenrad vereinfachte die Konstruktion der elektronischen Schreibmaschine. Auch die Elektronik wurde immer kleiner und höher integriert. Dies senkte die Kosten erheblich, was die Maschinen für den Verbraucher erschwinglich machte. Erleichterungen wie die Direktkorrektur mittels eines speziellen Korrekturbandes waren schon länger Standard. Ergänzend wurden immer mehr Bauteile aus preisgünstigem Kunststoff gefertigt.
Wie schon beim Kugelkopf war auch hier die Schriftart durch einen einfachen Wechsel des Typenrades austauschbar.
Ein weiteres Novum war die Proportionalschrift. Konnte eine Schreibmaschine bis dahin nur mit einer festen Breite schreiben, ermöglichte nun die Software in der Motorensteuerung eine variable Schrittschaltung, entsprechend der Breite des angeschlagenen Zeichens. Dies erforderte jedoch ein spezielles Typenrad mit entsprechenden Typen in Proportionalschrift.
Typenradschreibmaschinen wurden in allen Klassen gebaut, ob als große Büromaschine oder kleine Reiseschreibmaschine. Die professionellen Büromaschinen hatten meist noch eine Rahmenkonstruktion aus Metall, waren von der Verarbeitung her solide und stabil. Die preiswerten Reise- oder Koffermaschinen wurden zumeist mit Kampfpreisen über den Discounthandel an Privatleute mit kleinerem Schreibvolumen verkauft und waren von den Fachleuten als „Plastikbomber“ verschrieen. Dazwischen gab es jedoch eine ganze Reihe kleinerer professioneller und semiprofessioneller Schreibmaschinen; teilweise auch schon in den untersten Preissegmenten mit Display und Diskettenlaufwerk oder - ähnlich den ganz großen Büromaschinen - mit der Möglichkeit zur Aufrüstung zur Bildschirmschreibmaschine. Auch hier gilt als Kriterium, dass eine Schreibmaschinenseite, um als Büromaschine zu gelten, im Format DIN-A4 quer bis zum Rand von der Maschine beschreibbar sein muss.
Der Siegeszug des PC in den Büros der Welt verdrängte die Schreibmaschine immer mehr. Viele Hersteller versuchten ihre Schreibmaschinen mit Schnittstellen auszustatten, um die Maschine auch als Computerdrucker verwenden zu können. Doch schon bald waren Nadeldrucker mit 9, 24 und mehr Nadeln erschwinglich, wirtschaftlicher und vielseitiger, und die ersten Laserdrucker erreichten in Geschwindigkeit und Schriftbild gänzlich neue Dimensionen.
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