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Wappen Karte
Coat of arms Schortens.png Karte_Schortens_in_Deutschland.png
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Friesland
Fläche: 69 km²
Geografische Lage:
Höhe: 1 m ü. NN
Einwohner: 21.463 (31. Dezember 2004)
Bevölkerungsdichte: 311 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 26419
Telefonvorwahl: 04461 u. a.
Kfz-Kennzeichen: FRI
Gemeindeschlüssel: 03 4 55 015
Stadtgliederung: 12 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Oldenburger Str. 29
26419 Schortens
Website: www.schortens.de
E-Mail-Adresse: rathaus@schortens.de
Politik
Bürgermeister: Gerhard Böhling (parteilos)
Schortens ist eine Stadt im Landkreis Friesland, Niedersachsen (Deutschland).

Geographie


Geographische Lage

Schortens liegt im Jeverland auf der ostfriesischen Halbinsel, am Rand der Marsch. Zahlreiche Dörfer, etwa die heutigen Stadtteile Accum und Schoost liegen auf in die Marsch hereinragenden Geestzungen, zwischen denen es früher ausgedehnte Moor- und Heidegebiete gab.

Seen

Nachbargemeinden

Schortens grenzt im Nordwesten an die Stadt Jever, im Norden an die Gemeinde Wangerland, im Osten an die kreisfreie Stadt Wilhelmshaven, im Süden an die Gemeinde Sande und im Südwesten an die Gemeinde Friedeburg, welche zum Landkreis Wittmund gehört.

Stadtgliederung

Die Stadt umfasst die Stadtteile Schortens, Heidmühle, Grafschaft, Accum, Sillenstede, Schoost, Roffhausen, Middelsfähr, Addernhausen, Oestringfelde, Ostiem und Upjever.

Während Schortens, Heidmühle, Oestringfelde und Ostiem zusammen einen geschlossenen Ortskern mit knapp 14.000 Einwohnern bilden, handelt es sich bei den anderen Stadtteilen um einzeln gelegene kleinere Orte mit Einwohnerzahlen von ca. 150 (Schoost) bis zu 2.200 (Sillenstede).

Geschichte


Erste Spuren der Besiedlung im heutigen Stadtgebiet reichen bis ins 5. Jahrhundert zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Schortens im Jahre 1158, kurz nach dem Bau der St.-Stephanus-Kirche, deren Errichtung auf das Ende einer Fehde zwischen den Oestringern und den Wangerern zurückgeht. Im Mittelalter war das Kloster Oestringfelde ein geistiges Zentrum für die gesamte Region und auch für seine Pferdezucht bekannt.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts profitierte Schortens stark von der Entwicklung des Marinestützpunktes Wilhelmshaven. Viele Arbeiter siedelten sich im heutigen Stadtgebiet an und der Bau einer Eisenbahnlinie nach Jever verstärkte ab 1871 diesen Trend noch.

Nach dem Ersten Weltkrieg ging die Produktion von Kriegsschiffen in Wilhelmshaven stark zurück und Schortens hatte mit hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen. 1933 wurde Schortens dann zusammen mit Cleverns, Sande und Sandel zur Großgemeinde Östringen zusammengeschlossen. Dieser Zusammenschluss wurde allerdings direkt nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgehoben. 1936 wurde der Fliegerhorst in Upjever eröffnet, der bis heute existiert und von der Luftwaffe genutzt wird.

Ab 1946 kamen viele Heimatvertriebene nach Schortens, sodass die Einwohnerzahl stark wuchs. Auch die Ansiedlung der Olympia-Werke in Roffhausen förderte die Schortenser Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg. 1972 schloss sich die Gemeinde Schortens mit der damaligen Gemeinde Sillenstede zusammen. Die Stadtrechte erhielt Schortens am 21. Januar 2005. Seit dem 1. Juni 2005 ist die Stadt Schortens selbständige Gemeinde.

Religionen

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1791 1.130
1816 1.356
1871 1.770
1876 1.696
1890 1.865
1905 2.550
1910 3.272
Jahr Einwohner
1925 4.052
1939 ¹ 7.690
1948 8.058
1971 14.049
1972 ² 18.836
2002 21.320
2004 21.463
¹ Großgemeinde Östringen
² Nach der Zusammenlegung mit Sillenstede

Politik


Stadtrat

Der Rat der Stadt Schortens setzt sich seit der Kommunalwahl am 9. September 2001 wie folgt zusammen:
Partei Sitze
CDU 14
SPD 12
BfB 3
Bündnis 90/Die Grünen 2
FDP 2
UWG 2
Gesamt 35

Bürgermeister

Derzeitiger Bürgermeister von Schortens ist der parteilose Gerhard Böhling. Er löste im November 2004 als erster hauptamtlicher Bürgermeister den bisherigen Bürgermeister Herbert Lahl (CDU) und Gemeindedirektor Wolfgang Schmitz ab.

Wappen

Coat_of_arms_Schortens.png Das Wappen der Stadt Schortens enthält ein rotes, springendes Pferd mit aufgerichtetem Schweif auf weißem Grund, ähnlich dem niedersächsischen Wappen (weißes Pferd auf rotem Grund und hängender Schweif, siehe Sachsenross), bloß mit vertauschen Farben. Das Wappen geht wahrscheinlich auf die Pferdezucht der Oestringer im Mittelalter zurück, die schon damals international bekannt war. Eine andere Begründung geht davon aus, dass ein einzelnes "Wunderpferd", mit dem ein Schortenser Bürger im Mittelalter quer durch Europa reiste, Grundlage für das Wappen ist. Dies ist auch die offizielle Begründung des Gemeindeausschusses, der am 21. April 1948 das springende Pferd als Gemeindesiegel vorgeschlagen hat.

Das springende Pferd kam auch schon im Gemeindesiegel der Großgemeinde Östringen von 1933 bis 1945 vor.

Städtepartnerschaften

Partnerschaften bestehen mit:

Wirtschaft und Infrastruktur


Verkehr

Schortens ist über die Bundesautobahn 29 an das deutsche Autobahnnetz angebunden, welche sich auf Schortenser Gebiet mit der Bundesstraße 210 kreuzt. Diese führt in Ost-West-Richtung durch die Stadt und sorgt für eine Anbindung sowohl in Richtung Wilhelmshaven als auch nach Ostfriesland. Eine Ortsumgehung der B 210 (wie sie in Jever in den 1990er Jahren bereits realisiert wurde) ist geplant. Außerdem verfügt Schortens über einen Bahnhof, der an der Nebenstrecke Wilhelmshaven - Sande - Esens (KBS 393) liegt und von der NordWestBahn angefahren wird.

Ansässige Unternehmen

Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelte sich die Olympia Werke AG in den ehemaligen Hallen der Wilhelmshavener Marinewerft in Roffhausen an. Das Unternehmen beschäftigte hier zeitweilig über 12.000 Mitarbeiter. Der Standort musste allerdings 1992 aufgrund wirtschaftlicher Probleme endgültig geschlossen werden. Heute befindet sich auf dem ehemaligen Olympia-Gelände das "Technologie Centrum Nordwest" und es existieren ca. 60 verschiedene Unternehmen mit über 2.000 Mitarbeitern.

Im Schortenser Gewerbegebiet befindet sich außerdem die Zentrale der Nordfrost-Gruppe, einem 1975 gegründeten Unternehmen welches insgesamt 1.200 Mitarbeiter an 29 Standorten in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden beschäftigt.

Öffentliche Einrichtungen

Seit dem 1. Mai 1936 existiert in Upjever ein Fliegerhorst. Er wurde während des Zweiten Weltkriegs von den verschiedenen Einheiten der Luftwaffe und der Wehrmacht genutzt. Nach Kriegsende wurden dort zunächst ehemalige Zwangsarbeiter einquartiert, anschließend wurde der Fliegerhorst von dänischen Einheiten sowie der britischen Royal Air Force genutzt.

1961 wurde der Fliegerhorst dann an die Bundeswehr übergeben, die hier ab 1964 wieder regelmäßigen Flugbetrieb durchführte, zunächst mit F-104G Starfighter, später dann mit Panavia Tornados. Zum 31. August 2005 wurde das lange Jahre dort stationierte Jagdbombergeschwader 38 "Friesland" aufgelöst, bei welchem bis März 1999 der damalige Major und Astronaut Thomas Reiter stationiert war. Am 30. Juni 2006 wurde das Objektschutzbataillon der Luftwaffe aufgelöst und stattdessen das Objektschutzregiment "Friesland" auf dem Fliegerhorst in Dienst gestellt. Außerdem verbleibt die Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 21 auf dem Standort.

Bildung

Die Orientierungsstufen Schortens wurden im Schuljahr 2004/05 aufgelöst und das Gebäude wurde zu einer Außenstelle des Mariengymnasiums Jever. Außerdem gibt es in Schortens eine Haupt- und Realschule in einem gemeinsamen Schulzentrum sowie diverse über die Stadtteile verteilte Grundschulen.

Literatur


  • Heimatverein Schortens (Hrsg.): 75 Jahre Heimatverein Schortens - Heimatbuch und Festschrift. 1. Auflage. Heiber Druck & Verlag, Schortens 2004, ISBN 3-936691-22-3

Ort in Niedersachsen | Friesland

Schortens

 

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