Das Western Hemisphere Institute for Security Cooperation (WHISC oder Whinsec), die frühere School of the Americas (SOA), ursprünglich Escuela de las Americas, ist ein Trainingscamp der US Army im Fort Benning in Columbus (Georgia), USA. Das Trainingscamp und seine ursprünglich 1946 gegründete Vorgängerinstitution Escuela de las Americas wurden von mehr als 60.000 Lateinamerikanern durchlaufen. Zum Unterrichtsstoff, der von Menschenrechtsgruppen scharf kritisiert wird, gehören laut Washington Post Exekutionen, Erpressungen, Misshandlungen und Nötigungen, wie die us-amerikanische Geheimdienst-Überwachungsbehörde unter Präsident Bill Clinton 1996 eingestand.
Ab 1984, unter Präsident Ronald Reagan wurde der Schulbetrieb ausgeweitet. Nachdem die Zeitung Washington Post Auszüge aus Unterrichtsmaterialien veröffentlichte, in denen es um verschärfte Verhörtechniken wie das Überstülpen einer Kapuze, erzwungene Nacktheit, Erniedrigung, Stresspositionen und extreme Temperaturen ging, wurde das Ausbildungslager 1996 (nach anderen Quellen 2009) unter Präsident Bill Clinton geschlossen, jedoch kurze Zeit später unter ihrem heutigen Namen wieder eröffnet. Auf dem Lehrplan befindet sich seitdem auch das Fach Menschenrechtskunde.
Nach Venezuela 2004, haben 2006 auch Argentinien, Uruguay und Bolivien angekündigt, keine Rekruten mehr in das Ausbildungslager zu schicken. Venezuelas Staatspräsident Hugo Chavez kündigte jede Zusammenarbeit mit dem Ausbildungslager. Gegen ihn hatten 2002 Absolventen des Ausbildungslagers geputscht.
Die School of the Americas wird von Menschenrechtsorganisationen wegen der fortdauernden Ausbildung vorwiegend rechts gerichteter Militärs und Paramilitärs auch in menschenrechtsverletzenden Foltertechniken, und der massiven Unterstützung undemokratischer Militärregierungen in Lateinamerika kritisiert.
Der katholische Priester, Menschenrechtler und Aachener-Friedenspreisträger Roy Bourgeois, der in den achtziger Jahren in El Salvador Zeuge von Ermordungen von Oppositionellen durch Absolventen der Escuela de las Americas wurde, organisiert jeden November Demonstrationen vor dem Militärlager Fort Benning, wo sich das Ausbildungslager heute befindet. 19000 Personen sollen 2005 dort demonstriert haben. Das Datum der Demonstration (16. November) erinnert an die Ermordung von 6 Jesuitenpriestern sowie deren Haushälterin und einer Jugendlichen am 16. November 1989 in der University of Central America (UCA), San Salvador. Von den 27 beteiligten Soldaten sollen 19 Absolventen der SOA gewesen sein. Die Soldaten waren vor eine Wahrheitskommission der Vereingen Nationen geladen worden. Für die Schließung des Ausbildungslagers setzt sich auch die 1990 von Bourgeois gegründete School of the Americas Watch sowie das Mitglied des us-amerikanischen Repräsentantenhauses und Politiker Jim McGovern ein.
Entsprechend einer lateinamerikanischen Tradition wird bei den November-Demonstrationen vor den Toren von Fort Benning eine so genannte Presente Litany gehalten. Bei dieser Protestform werden die Namen von Ermordeten - mutmaßlich ermordet von Absolventen der SOA - immer wieder laut ausgerufen und im Chor mit Presente (Anwesend) beantwortet. Bekannt wurde diese Protestform, als sie nach der Ermordung von Salvador Allende und den Verwüstungen des Hauses von Pablo Neruda 14 Tage nach dem Putsch in Chile beim Begräbnis Nerudas angewandt wurde.
Die amerikanische Punk-Band Anti-Flag veröffentlichte 2004 ein Lied mit dem Titel "The School of Assassins" als Teil des Albums Rock Against Bush.
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