Schokolade ist ein kakaohaltiges Lebens- und Genussmittel. Es wird als Grundstoff in reiner Form genossen, und als Halbfertigprodukt weiter verarbeitet. Das Wort leitet sich vom Namen des ersten kakaohaltigen Getränkes ab, dem Xocóatl oder Xocólatl (Nahuatl: Xócoc (bitter); atl (Wasser); bedeutet "bitteres Wasser" bzw. "Kakaowasser") der Azteken. Es war eine Mischung aus Wasser, Kakao, Vanille und Cayennepfeffer. Chocolate.jpg
Als nächstes wird der Kakaobruch zermahlen. Dabei tritt das Fett aus den Kakaobohnen, die in den Zellen eingeschlossene Kakaobutter, heraus. Sie verbindet die Bruchstücke zu einer zähflüssigen dunkelbraunen Kakaomasse. Aus dieser Masse kann nun entweder Kakaopulver oder Schokolade hergestellt werden.
Um die Viskosität der Masse positiv zu beeinflussen, wird zumeist Sojalezithin in einer Menge von max. 0,2 Prozent hinzugefügt. In der EU sind laut der Richtlinie 2000/36/EGhttp://europa.eu.int/eur-lex/lex/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:32000L0036:DE:HTML – die in Deutschland durch die Kakao- und Schokoladenverordnung http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/kakaov_2003/index.html vgl. http://www.verbraucherministerium.de/index-0003CB8FDF161FE29A8A6521C0A8D816.html Pressemitteilung] des BMVEL umgesetzt wurde – als Pflanzenfett allerdings nur nicht-laurische Fette von einigen tropischen Pflanzen neben Kakaobutter erlaubt, und dies auch nur bis maximal 5 Prozent. Bei den erlaubten Ölsorten handelt es sich um:
Mit dieser Richtlinie findet eine Harmonisierung des europäischen Rechts statt, da es einzelnen Mitgliedsstaaten auch zuvor bereits erlaubt war, einen Teil der Kakaobutter zu ersetzen. Allerdings ist noch kein Unternehmen bekannt, das seine bewährten Rezepturen nach Maßgabe dieser Richtlinie geändert hätte.
In den verschiedenen Temperierverfahren gibt es qualitative Unterschiede. Für guten Glanz, hohe Lagerbeständigkeit und feinkörnigen Bruch des Endproduktes ist es wichtig, dass die Temperiermaschine Fettkristalle in einer hochschmelzenden Kristallform bildet, dass diese Kristall-Agglomerate in kleinen Abmessungen vorliegen und dass sie homogen in der Masse verteilt sind.
In einem weiteren Produktionsschritt wird die Masse in Formen abgefüllt oder als Überzugsmasse für Schokoriegel aufbereitet und danach abgekühlt. Diese Schokoladenmasse kann dann in entsprechende Formen, wie Tafeln, Kugeln, Hohlformen oder Eier gegossen werden.
Die mögliche Beigabe von Nüssen oder anderen harten Zutaten in die Masse erfolgt kurz nach dem Temperieren. Diese Stücke müssen in die Temperierberechnung einbezogen werden.
Zusammensetzung der Schokoladensorten (pro 100g):
weiße Schokolade:
Milchschokolade:
Bitterschokolade:
Eine beliebte Darreichungsform ist beispielsweise Milchschokolade in Form von Tafeln, als Sorte mit oder ohne darin eingeschlossenen Nuss-Bruchstücken.
Neben den grundsätzlichen Einteilungen, meist wie beschrieben auf Grundlage der Mischung bzw. des Herstellungsprozesses, werden derzeit (2005/2006) beim Verkauf edlerer Schokoladen auch Unterscheidungen nach dem Anbaugebiet der Kakaobohne immer beliebter. Hierbei werden auch Qualitätsbegriffe wie das vom Wein bekannte "Premier Cru" verwendet.
Später entwickelten die Azteken, die die Kultur der Maya ablösten, ein Rezept für ein Schokoladengetränk: Sie vermischten kaltes Wasser und Kakaogrieß mit einem Holzquirl und nannten dieses Getränk Xocolatl. Nach Überlieferung der Maya war die Kakaopflanze göttlichen Ursprungs. Zu Ehren des Kakaogottes, Ek Chuah, wurde im April ein Fest gefeiert, das Tieropfer und das Verteilen von Geschenken beinhaltete. In Mexiko sind vergleichbare Feiern belegt. In Mexiko wurde die Kakaopflanze ausschließlich als Getränk zubereitet und war erwachsenen Männern vorbehalten. Kakao galt als berauschendes Lebensmittel und war damit - nach Ansicht der Azteken - für Frauen und Kinder ungeeignet. Bevorzugt wurde es natürlich von Kriegern, Priestern oder zur Opferung vorgesehenen Personen getrunken. Sowohl Hernán Cortés als auch ein Mitglied seiner Expedition, Bernal Díaz del Castillo, berichten, dass der aztekische König Montezuma kakaohaltige Getränke in großer Menge zu sich genommen hat. Teilweise diente die Kakaobohne auch als Zahlungmittel.
Als Kolumbus Amerika entdeckte, lernte er die Bedeutung des Kakaobaums nicht kennen. Erst 1528 wurde der Kakao von den spanischen Eroberern unter Führung von Hernán Cortés nach Europa gebracht. 1544 wurde Schokolade erstmals als Getränk am spanischen Hof getrunken. Die Schokolade schmeckte den Europäern ungesüßt jedoch nicht. Populär wurde sie erst nach der Zugabe von Honig und Rohrzucker.
Die Verwendung von Kakao bzw. der Schokolade sowohl als Lebensmittel als auch als Medizin ist für Lateinamerika und Europa belegt. Schokolade wurde als generell kräftigend, leicht verdaulich und Aphrodisiakum empfohlen. Noch bis ins 19. Jahrhundert wurde Schokolade in Apotheken als "Kräftigungsmittel" verkauft.
1673 schenkte der Holländer Jan Jantz von Huesden erstmals öffentlich Schokolade in Bremen aus. Erst im 18./19. Jahrhundert wurden größere Mengen von Kakaobohnen in Bremen gehandelt. Da sie sehr teuer waren, konnten sich Schokolade zunächst nur reiche Adlige leisten.
Als älteste Schokoladenfabrik Deutschlands wird die Halloren Schokoladenfabrik in Halle (Saale) angesehen, die aus einer im Jahre 1804 von F. A. Miethe gegründeten Konditorei hervorging. In Dresden wurde 1823 die Schokoladenfabrik Jordan und Timaeus gegründet. Hier wurde im Jahre 1839 die erste Milchschokolade hergestellt. Ein weiterer wichtiger Schokoladehersteller war Joseph Emile Hachez aus Bremen; er begann 1890 mit der Schokoladenproduktion.
In der Schweiz wurde die erste Schokoladenfabrik 1819 von François-Louis Cailler in Vevey gegründet. Ihm folgten unter anderem die Schweizer Firmen Philippe Suchard (1824), Lindt und Jean Tobler (1830; Toblerone). Die erste Schweizer Milchschokolade wurde 1875 von Daniel Peter und Henri Nestlé auf den Markt gebracht. 1879 entwickelte Rodolphe Lindt das Conchierverfahren der Schokolade.
Der Verkauf der Schokolade erfolgte in der Chocolaterie. Meist handelte es sich dabei um Verkaufsstätten direkt bei der Produktionsstätte. Heutzutage finden sich Chocolaterien als Café-Chocolaterie in den Städten.
Für die Entstehung des Wortes 'chocolate' sind die großen Schwierigkeiten der Spanier beim Erlernen einheimischer Sprachen verantwortlich. Sie passten die Wörter einfach ihrer Sprechweise an. Die Maya nannten die Schokolade 'chocol haa', die Azteken 'xocoatl'. Die Spanier verbanden daraus 'chocol' (=heiß) mit 'atl' (=Wasser). Da sie jedoch 'tl' am Ende eines Wortes nicht aussprechen konnten, änderten sie es einfach in 'te'. So entstand schließlich das Wort 'chocolate'.
Heute werden die Pflanzen und Früchte im Deutschen Kakao (im Englischen cacao oder mancherorts auch cocoa) genannt. Nach der Verarbeitung lautet der Namen im Deutschen Schokolade (im Englischen, Spanischen und Portugiesischen chocolate).
Die wissenschaftliche Bezeichnung für den Kakaobaum ist 'Theobrama cacao' nach dem schwedischen Naturforscher Linné. Theobrama bedeutet "Speise der Götter" und diesem wurde das in Mittelamerika übliche Wort 'cacao' angefügt.
Schokolade wird aber nicht nur pur (als Tafel) genossen, sondern ist Ausgangsbasis für Trüffelpralinen und Pralinen (z. B. Nougat-, Marzipan- oder andere Pralinen). Chocolatiers schätzen die feinen Couvertüren mit hohem Kakaobutteranteil und ausgewählten Edelkakaos (Couvert-überziehen/Umhüllung). Es gibt tausende Kombinationen, am bekanntesten dürften die Champagner-Sahne Trüffel sein, die viele kleinere Spezialisten anbieten. Eine knackige Schokolade, eine cremige Füllung mit zartem Schmelz und wenig Zucker, dafür Sahne und frische Butter, sind einige der qualitätsbestimmenden Merkmale. Hochwertige (und allgemein bekannte industrielle) Hersteller finden sich in der Schweiz, in Belgien, aber auch in Deutschland und neuerdings auch in Österreich sowie osteuropäischen Ländern. Qualitativ besonders gut können naturgemäß nur tagesfrisch verkaufte Pralinen sein, die man in vielen Confiserien und guten Konditoreien erhält.
Die Produkte sind nur begrenzt haltbar und aufgrund des hohen Fettanteils relativ wärmeempfindlich. Man unterscheidet Konsumprodukte von Premiumprodukten, daher ist der Preis sehr unterschiedlich. Die bekannteste Form sind die „Geigelten“ Trüffel – runde Kugeln mit kleinen Stacheln – die an die bekannten Erdtrüffel erinnern.
Über die Vermutung, dass Schokolade süchtig mache, gibt es einige Abhandlungen Fulton J. (u. a.): "Effect of chocolate on Acne Vulgaris." Am. Med. Assoc., Vol. 210, S. 2071–2074 und M. Schuman (u. a.): "Sweets, chocolate, and atypical depressive traits." nervous & mentals disease, Vol. 175, S. 491–495 . Körperliche Abhängigkeit darf wohl nicht dazu gezählt werden.
Es gibt sogar Hinweise darauf, dass Schokolade, bzw. der darin enthaltene Kakao, karieshemmende Wirkung hat V. J. Paolino: "The effect of cocoa on dextransucrose activity in Strep. Mutans." Vortrag vor der Int. Assoc. for Dental Research. 1978, siehe auch W. Krämer und G. Trenkler, Lexikon der populären Irrtümer. Piper Verlag . Dieser mögliche Effekt kann aber sicherlich nicht die kariesfördernde Wirkung des enthaltenen Zuckers kompensieren. Am wenigsten problematisch für die Zähne dürfte Schokolade mit geringem Zucker- und hohem Kakaogehalt sein – also Bitterschokolade, die als „Zartbitter“ (Kakaogehalt meist um die 45 %) oder „Edelbitter“ (Kakaogehalt bis zu 80 % und mehr) verkauft wird.
Auch die Legende, Schokolade oder Schokoladenprodukten wie Nougatcreme würde Rinderblut beigemengt, findet immer noch Verbreitung. Richtig ist, dass Studien (unter anderem in der DDR) geführt wurden, die daraufhin abzielten, einen Teil der Schokoladen-Grundmasse durch andere Stoffe zu ersetzen. Die EU-Richtlinie 2000/36/EG http://europa.eu.int/eur-lex/lex/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:32000L0036:DE:HTML und die deutsche Kakao- und Schokoladenverordnung http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/kakaov_2003/index.html schreiben aber vor, welche Bestandteile in Schokolade enthalten sein dürfen. Tierisches Blut gehört nach diesen Gesetzen definitiv nicht dazu.
Dennoch sollte man wissen, dass zu viel Schokoladenverzehr ungesund ist, da Schokolade viel Fett und Zucker enthält und der Verzehr bei entsprechender Disposition zur Gewichtszunahme, eventuell zu Übergewicht (Adipositas) beitragen kann. Schokolade enthält, neben anderen Inhaltsstoffen, die so genannten Monosaccharide (Einfachzucker), die den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen. Nach etwa 30 Minuten fällt dieser ebenso rasch, man wird müde und bekommt danach sogar Heißhunger. Außerdem fördert der in der Schokolade enthaltene Zucker Zahnkaries und Diabetes mellitus. Bei empfindlichen Menschen kann der Verzehr von Schokolade zu Migräne führen.
Nach neueren Untersuchungen kann es aber einen anderen Zusammenhang zwischen Migräne und Schokolade geben. Danach löst die Schokolade nicht die Migräne aus, sondern es kommt im Zusammenhang mit der aufkommenden Migräneattacke bei den betroffenen Personen zu vermehrtem Appetit auf Schokolade.
Bei dem in (dunkler) Schokolade enthaltenen Theobromin handelt es sich nach einer im FASEB Journal veröffentlichten Studie aus dem Jahre 2004 um einen vielversprechenden Wirkstoff zur Linderung von Hustenanfällen. Allerdings ist nach Ansicht der Forscher die Theobromin-Konzentration in Schokolade viel zu gering, als dass das Naschwerk als wirksames "Hustenmittel" in Betracht käme.
Die meisten Arten von Schokolade enthalten zwischen 2,1 und 2,5 MJ pro 100 Gramm (500 bis 600 Kilokalorien pro 100 g). Milchschokolade liegt mit 2,3 MJ pro 100 Gramm (550 Kilokalorien pro 100 g) in der Mitte. Das entspricht ungefähr einem Viertel des Tagesbedarfs eines erwachsenen Menschen.
Nach einer Untersuchung der Zeitschrift "Ökotest" können bestimmte Bitterschokoladen einen erhöhten Cadmiumgehalt beinhalten, was zu einer Gesundheitsgefährdung führen kann.
Nachfolgend eine Auflistung der Inhaltsstoffe von 100 g dunkler Schokolade:
Mineralstoffe in Ionenform pro 100 g:
Sjokolade | Шоколад | Chokolad | Xocolata | Čokoláda | Siocled | Chokolade | Chocolate | Ĉokolado | Chocolate | Txokolate | Suklaa | Chocolat | Seacláid | Chocolate | שוקולד | Čokolada | Cokelat | Chokolado | Cioccolato | チョコレート | 초콜릿 | Šokoladas | Chocolade | Sjokolade | Sjokolade | Czekolada | Chocolate | Шоколад | Chocolate | Čokolada | Чоколада (храна) | Choklad | சாக்கலேட் | Tsokolate | Çikolata | 巧克力
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Schokolade".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world