Schock bezeichnet eine akute, generalisierte Minderversorgung lebenswichtiger Körpergewebe mit Sauerstoff und basiert auf einem Missverhältnis zwischen dem Sauerstoffangebot durch das Herz-Kreislauf-System auf der einen und dem Sauerstoffbedarf der einzelnen Gewebeteile auf der anderen Seite, mit einer daraus resultierenden Störung der Mikrozirkulation.
Ein Schock ist eine lebensbedrohliche Störung des Kreislaufes.
Schockarten und Ursachen
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Man unterscheidet vier Hauptgruppen, in der Praxis handelt es sich jedoch oft um Mischformen.
- Distributiver Schock (Verteilungsschock, oder auch Vasogener Schock) - relativer Blutvolumenmangel durch Gefäßweitstellung
Toxischer Schock: Vergiftungen, je nach Toxin und Pathomechanismus läßt er sich in obiges Schema einordnen, wohl meist kardiogen oder distributiv.
Symptome
Aufgrund der unterschiedlichen Ursachen eines Schocks sind auch seine Symptome variabel. Sie müssen nicht immer vollständig ausgeprägt sein und einige treten nur bei bestimmten Schockformen auf. Typische Symptome sind
- kalter Schweiß
- Angstzustände
- blasse oder bläuliche Hautfarbe (Zyanose)
- verlängerte Rekapillarisierungszeit (Nagelbettprobe)
- Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit
- Teilnahmslosigkeit, Unruhe, Verwirrtheit
- schneller Puls (Tachykardie), beispielsweise beim Erwachsenen über 100 Schläge pro Minute. Gleichzeitig ist der Puls schwach und kaum tastbar
- Versiegen der Harnproduktion (Oligurie bis Anurie)
- beim Erwachsenen ist der schock-definierende mittlere Blutdruck ((systolischer Blutdruck + 2 x diastolischer Blutdruck)/3) < 60 mmHg.
- Ein Schock kann aber auch bei höheren Blutdruckwerten auftreten, insbesondere bei Patienten die unter Bluthochdruck leiden, und bei denen ein plötzlicher Abfall des Blutdrucks zu einer mangelnden Perfusion (Durchblutung), bzw. Sauerstoffversorgung vitaler Organe (Herz, Gehirn, Lunge, Niere) führen kann.
Als zusätzlicher Anhaltspunkt kann der sog. Schockindex (=Puls/systolischer Blutdruck) dienen. Heute wird er kaum mehr benutzt, da viele Faktoren Einfluss auf Puls und Blutdruck haben.
- 0,5 = normal
- 1 = drohender Schock, Blutverlust 20 - 30%
- >1 = Schock
- 1,5 = manifester Schock, Blutverlust 30% -50%
Gefahren
- Verschlechterung des Zustandes des Patienten, beispielsweise
- Durch die Zentralisation des Kreislaufs werden nur noch die lebenswichtigen Organe, wie Gehirn, Herz und Lunge, versorgt (Makrozirkulation). Die Durchblutung der Kapillargefäße der übrigen Organe (Mikrozirkulation) kann dabei zum Erliegen kommen, dies geschieht bereits ab einem Blutverlust von ca. 1 Liter (zum Vergleich: Der menschliche Körper hat 5 - 6 Liter Blut, je nach Konstitution). Wird ein Schock über einen längeren Zeitraum nicht behandelt, kommt es dadurch zu einem irreversiblen Schock und es besteht die Gefahr eines Nierenversagens und eines tödlich verlaufenden Multiorganversagens. Es kommt zu einer Übersäuerung des Blutes (Azidose), zudem sammeln sich in Blut und Gewebe Giftstoffe an. Mit der Zeit werden auch die Gefäße nach und nach durchlässiger, so dass die Giftstoffe noch in andere Körperregionen transportiert werden.
Sofortmaßnahmen
- Ursachen beseitigen: Blutstillung; Ruhigstellen von Knochenbrüchen; Kühlen oder Spülen bei Verbrennungen, Verbrühungen, Verätzungen, etc.
- Notruf veranlassen
- den Patienten beruhigen
- den Patienten vom Unfallgeschehen und von Schaulustigen abschirmen
- Schocklagerung
- Wärmeerhaltung
- ständige Kontrolle der Vitalfunktionen (Bewusstsein, Atmung, Kreislauf)
- bei Kreislaufstillstand, durchführen der Herz-Lungen-Wiederbelebung
- Betreuen des Patienten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes
Schocklagerung
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Bei allen Hilfeleistungen ist mit einem Schock zu rechnen, daher sollte der Patient immer möglichst in die
Flachlagerung gelagert werden. Beim Auftreten von Schockanzeichen muss der Helfer die so genannte Schocklage herstellen. Dabei werden die Beine des Patienten durch Hochhalten und/oder Unterlegen von geeigneten Materialien rund 20 bis 30 Grad höher gelagert als der restliche Körper, um das in den Beinen befindliche Blut dem zentralen Kreislauf zur Verfügung zu stellen, dadurch hat das Kreislaufsystem ca. 0,7 Liter mehr Blut zur Verfügung.
Eine Schocklagerung ist bei einem kardiogenen Schock kontraindiziert, da nicht fehlendes Blut bzw. Volumen das Problem ist, sondern eine Pumpschwäche des Herzens, welches durch die Schocklagerung nur noch höher belastet würde.
Ausnahmen
Die Schocklagerung wird nicht durchgeführt bei Erkrankung/Verletzung im Brustbereich (beispielsweise kardiogener Schock in Folge eines Herzinfarktes) sowie bei Verletzungen/Erkrankung an folgenden Körperteilen: Kopf, Wirbelsäule, Becken, Bauch und Beinen. Bei Bewusstlosigkeit hat die
Stabile Seitenlage Vorrang. Ebensowenig wird die Schocklagerung bei einer
Unterkühlung angewandt.
Merkregel
Keine Schocklagerung bei Verletzung von
Birne (Kopf, Bewusstsein),
Buckel (Rücken, Wirbelsäule),
Brust,
Bauch,
Becken,
Beinen,
Bibbern (Unterkühlung) und
Bewusstlosigkeit.
Weitere Maßnahmen durch den Rettungsdienst
Siehe auch
Weblink
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