Schnorchel.JPG Der Schnorchel ist ein Teil der Tauchausrüstung und gehört zur ABC-Grundausstattung eines Tauchers. Der Schnorchel erlaubt es beim Schwimmen an der Wasseroberfläche den Kopf unter Wasser zu halten und dabei zu Atmen.
Der Schnorchel besteht aus einem Mundstück aus weichem Gummi oder Silikon und dem Atemrohr mit einem Innendurchmesser von ca. 2 cm und einer Länge von maximal 40 cm. Das Mundstück ist über eine Krümmung, seltener einem Faltenschlauch mit dem Rohr verbunden.
Die Länge von 40 cm darf nicht überschritten werden, denn sonst besteht die Gefahr der Pendelatmung, d.h. dass das Volumen der ausgeatmeten Luft geringer als das Volumen des Atemrohr ist, die Ausatemluft das Rohr nicht verlassen kann und somit wieder eingeatmet wird. Auch würde bei einem längeren Schnorchel der Wasserdruck auf der Lunge im Vergleich zum Oberflächendruck der Atemluft im Schnorchel das Atmen unmöglich machen. 1914 wurden hierzu medizinische Versuche durchgeführt, die ergaben, dass bei einer Wassertiefe von ca. 60 cm nach ca. vier Minuten Gesundheitsschäden eintraten. Die Dauer der Tauchzeit sank bis 1,5 cm Tiefe auf 6 Sekunden; bei dem Versuch einer Schnorchelatmung auf 2 m Tiefe entging die Versuchsperson knapp dem Tode durch augenblicklich eintretendes Herzversagen. Mittelalterliche Erfindungen mit überlangen Schnorcheln erhielten durch diese Versuche nachträglich den wissenschaftlichen Beleg ihrer Unbrauchbarkeit. Die einzig brauchbare technische Möglichkeit der Luftversorgung für Taucher war und ist daher die Zuführung von Atemgas unter Umgebungsdruck, entweder über eine Pumpe mit Schlauch ("Nabelschnur") oder über Druckflaschen, die der Taucher unter Wasser mit sich führt.
Einige Schnorchelmodelle sind zusätzlich mit Ventilen (am unteren Ende, um eingedrungenes Wasser ablaufen zu lassen und am oberen Ende, um das Eindringen von Wasser beim Abtauchen zu verhindern) und Haltevorrichtungen zur Befestigung des Schnorchels an der Tauchmaske ausgestattet. Das ist jedoch auch durch ein Unterstecken unter die Maskenbänderung möglich. Das Ausblasen des Schnorchels selbst bzw. das Ablaufen des Wassers an der Oberfläche ersetzt bei ventillosen Schorcheln die teure und in der Regel nicht reparable Technik. Direkt mit der Tauchmaske verbundene Schnorchel, die vor einigen Jahrzehnten eine zeitlang im Verkauf waren und heute zuweilen noch als Kindespielzeug zu finden sind, sind aus Sicherheitsgründen abzulehnen.
Der Schnorchel wird auch beim Tauchen mit Lungenautomat als eine Art Reserve mitgeführt. Der Taucher spart bei Verwendung des Schnorchels an der Oberfläche Pressluft bzw. kann bei Ausfall des Atemgeräts kräftesparend in horizontaler Lage schwimmen. Er dient dem Taucher an der Wasseroberfläche als Hilfsgerät zur Atmung, da die im Vergleich zu Mund und Nase höherliegende Atmungsöffnung eine bequemere und (v.a. bei Seegang) sicherere Atmung ermöglicht.
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