Pressure cooker.jpg Der Drucktopf, Dampfkochtopf oder Schnellkochtopf ist ein Kochtopf, in dem Gerichte unter erhöhtem Druck und damit mit Temperaturen über 100 °C gegart werden, wodurch sich die Kochzeit reduziert.
Bild 2: Deckel von außen
Bild 3: Deckel von innen
Bild 4: Einzelteile des Abblaseventils
Für viele Drucktöpfe gibt es einen Siebeinsatz zum Garen von Gerichten, die nicht direkt mit Kochwasser in Berührung kommen sollen.
Beim Schnellkochtopf ist das eigentliche Kochgefäß in der Regel über einen Verschlussmechanismus (Bajonettverschluss) mit dem Deckel und einer Dichtung hermetisch verschlossen. Durch den daraus folgenden (Wasserdampf-)Druckaufbau ist es möglich, eine höhere Temperatur als normal zum Kochen zu erreichen und dadurch die Garzeiten zu verkürzen. Üblicherweise herrscht bei Betrieb im Topf zirka 2 bar Druck (1 bar Überdruck); das ist nicht besonders viel und dient lediglich dazu, die Siedetemperatur des Kochwassers zu erhöhen, auf etwa 120 °C. Erst dadurch bekommt man die kürzeren Kochzeiten. Eine Faustregel in der Chemie besagt, dass die Reaktionsgeschwindigkeit bei einer Temperaturerhöhung von 10 °C um das 2- bis 3-fache ansteigt (die Garung ist insgesamt ein Zusammenspiel verschiedenster chemischer Reaktionen). Mit dem Schnellkochtopf können auch in alpinen Gegenden, in denen Wasser unter normalen Bedingungen nicht auf 100 °C erhitzt werden kann, "Flachlandgerichte" gekocht werden.
Ein Schnellkochtopf ist also ein Druckgefäß, das einer Baumusterprüfung unterzogen werden muss (etwa beim TÜV), bevor es in den Handel gebracht werden darf. Gegen die grundsätzlich unter Druck bestehende Explosionsgefahr hat ein Schnellkochtopf neben dem Regelventil immer ein Sicherheitsventil, das eventuellen Überdruck sicher abbauen kann.
Eine Druckanzeige ist vom Prinzip her nicht zwingend notwendig, da aber die notwendige Druckregelung mit einfachsten Mitteln eine Anzeige hergibt, ist sie mit eingebaut. Meistens ist diese ein Stäbchen, das je nach Druck mehr oder weniger weit aus dem Deckel heraussteht. So ist die minimal notwendige Wärmezufuhr zum Druckerhalt leicht einzustellen.
Die Druckanzeige besitzt meist zwei Stufen. Die zweite (höhere) Stufe ist die Normale, mit der die Zubereitungszeiten um etwa 50–70 % gesenkt werden, bei oben genanntem höheren Druck und höherer Temperatur. Für darauf empfindlich reagierende Lebensmittel ist die erste Stufe zu verwenden, bei der der Garvorgang etwas länger dauert, aber immer noch schneller als im üblichen Topf ist. Blumenkohlröschen auf 'Normal' (3–3,5 Minuten) sind kaum a point zu bekommen, auf Stufe eins ist der richtige Garzeitpunkt einfacher zu stoppen.
Vor dem Öffnen eines Drucktopfes muss zuerst der Druck abgebaut werden, entweder über das Ventil (Schnellentlüftung) oder durch Erkalten. Die Schnellentlüftung eignet sich nur für feste Speisen: flüssige Speisen würden verspritzen; Kartoffeln zerplatzen bei Schnellentlüftung.
Der hauptsächliche Vorteil des Schnellkochtopfes ist neben der Zeitersparnis die Energieersparnis, die nicht nur durch die kürzere Zeit, sondern auch durch geringere Wärmeverluste (entweichender heißer Dampf) erzielt wird. Der Topf soll möglichst schnell seine Endtemperatur erreichen und diese dann für die Kochzeit möglichst konstant halten.
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