Ein Schnellboot ist ein sehr kleines Kriegsschiff, das von Verbrennungsmotoren angetrieben wird und durch seine leichte Bauweise hohe Geschwindigkeiten von bis zu 50 Knoten (kn) und mehr erreicht. Ursprünglich waren Schnellboote mit Torpedos bewaffnet. Heutige Schnellboote sind mit Seezielflugkörpern ausgerüstet.
Die Typenvielfalt der Italienischen Schnellboote ist gewaltig. Praktisch jede Werft brachte eigene Entwürfe in Kleinserien heraus (zum Teil einzelne Boote). In Bewaffnug und Leistungen bietet sich ein verwirrendes Bild, auch weil die Boote zum Teil erheblich umgerüstet und neuklassifiziert wurden.
Die ersten Boote waren dabei so klein, dass ihre Seegängigkeit sehr eingeschränkt war und sie die untere Grenze darstellen, für Boote die noch wirkungsvolle Waffen tragen konnten. Sie waren nur gut 16 m lang, knapp 2,5 m breit und hatten ein Gesamtgewicht von um 14 t. Die Bewaffnung bestand entweder aus zwei Torpedos (ohne Rohre) und Maschinengewehren, oder aus ein bis zwei leichten Geschützen (bis zu 7,6 cm). Zum Legen von Minen umgerüstet konnten bis zu 4 Seeminen ausgesetzt werden. Der Antrieb erfolgte zunächst mit Benzinmotoren von 400 - 500 PS mit denen Geschwindigkeiten von 17 - 27 Knoten erreicht wurden. Beeinflusst von englischen Konstruktionen wuchsen die Boote gegen Ende des Ersten Weltkriegs an und erreichten bis in den zweiten Weltkrieg Dimensionen von um 20 m länge, 4,5 m Breite und knapp 30 t Gewicht (einzelne Typen auch über 40 t). Die Fahrleistung stieg auf über 40 Knoten. Dabei blieben aber auch immer Typen mit wesentlich geringeren Abmessungen in Gebrauch.
In den 1920er Jahren begann die Reichsmarine mit ersten Versuchen für die Entwicklung neuer Schnellboote. Mit diesem durch den Vertrag von Versailles nicht erfassten Schiffstyp bot sich die Gelegenheit die Kampfkraft und den Bestand ausgebildeten Personals innerhalb der Restriktionen zu erhöhen. Trotzdem ging die Entwicklung zunächst im Verborgenen vonstatten, weil man Reaktionen der Siegermächte fürchtete. Die Entwicklung des typischen deutschen Schnellbootes des Zweiten Weltkrieges begann 1930, als basierend auf dem Plan der schnellen Motorjacht Otheka II das Schnellboot S1 entwickelt wurde. Es wurde von drei Benzinmotoren auf drei Schrauben angetrieben und hatte etwa 60 Tonnen (t) Verdrängung. Der Linienriss des Rumpfes erwies sich als sehr gelungen und wurde bei allen Booten bis zum Ende des zweiten Weltkrieges beibehalten. Da es bei den Benzinmotoren aufgrund von Benzindämpfen häufig zu Explosionen kam, erhielten die nachfolgenden Bauten erstmals die wesentlich sichereren Dieselmotoren. Ein weiterer Vorteil lag im geringeren Verbrauch der Dieselmotoren. Dieser ermöglicht eine größere Reichweite von bis zu 700 Seemeilen. Zuerst experimentierte man mit 7-Zylinder-Reihenmotoren von MAN und 20-Zylinder-V-Motoren von Daimler-Benz. Da sich letztere als deutlich brauchbarer erwiesen, wurde die Motorenbaureihe MB 501 mit 2000 PS zum Standardmotor für deutsche Schnellboote. Die Höchstgeschwindigkeit mit diesen Motoren lag bei 39 Knoten. Im Rahmen der Weiterentwicklung zum MB 518 wurden die Motoren durch Aufladung auf eine Leistung von 2500 PS und damit die Höchstgeschwindigkeit auf 42 Knoten erhöht. Im Gegensatz zu der Entwicklung in Deutschland benutzen die Alliierten für ihre Schnellboote bis zum Kriegsende Benzinmotoren.
Germaneboat.jpg Die deutschen Schnellboote, die im Zweiten Weltkrieg schließlich eine Länge von etwa 35 m und ein Gewicht von 100 t hatten, erhielten zwei in der Back eingebaute Torpedorohre mit charakteristischen Aussparungen für die Klappen der Torpedorohre. Dazu kamen mehrere leichte Rohrwaffen verschiedenen Kalibers, deren Anzahl während des Krieges laufend zunahm. Ab der mit S 100 beginnenden Bauserie hatten die deutschen Schnellboote eine gepanzerte Kalottenbrücke, um zumindest das Brückenpersonal vor der Waffenwirkung der Tiefflieger zu schützen. Der Rumpf war in Komposit-Bauweise mit Spantengerüst aus einer Aluminium-Legierung und mehrlagiger Holzbeplankung (Diagonalkraweel) gebaut. Diese Schnellboote, von denen über 200 Exemplare zum Einsatz kamen, griffen vor allem nachts die Küstenschifffahrt um die britischen Inseln an, wurden aber auch über Autostraßen und auf den Binnenschifffahrtswegen ins Mittelmeer und das Schwarze Meer verlegt.
Ab etwa 1943 ging die Hauptlast der Offensive durch Überwasserkräfte auf die Schnellboote über, da die großen Einheiten entweder vernichtet waren, oder nicht mehr mir Aussicht auf Erfolg operieren konnten. Entsprechend hoch waren die Verluste der Schnellbootfahrer, obwohl sich die Boote selbst als sehr wiederstandsfähig erwiesen.
Die Alliierten nannten die deutschen Schnellboote „E-Boats“, eine Abkürzung für "Enemy-Boats" (dt.: "Feindboote").
Ein Schnellboot aus dieser Zeit, das ehemalige S130, war bis in die 1970er Jahre bei der Bundesmarine zu verschiedenen Zwecken im Einsatz und ist nach vielen Umbauten bis heute erhalten geblieben.
Diese Boote waren in der NATO-Strategie für den Schutz der Ostsee-Zugänge um Dänemark konzipiert.
In den 1970er Jahren war diese Bewaffnung überholt und die Boote der Zobel-Klasse wurden mit zwei drahtgelenkten Torpedos modernisiert, die ältere Jaguar-Klasse außer Dienst gestellt und ab 1973 nacheinander durch die in Frankreich eingekaufte Tiger-Klasse (Klasse 148) ersetzt. Diese Klasse war mit den damals leistungsfähigsten Flugkörpern vom Typ Exocet bewaffnet. Als deutscher Eigenentwurf kamen die Boote der Albatros- und Gepard-Klasse (Klasse 143/143A) hinzu, die später auch die Boote der Zobel-Klasse ersetzten. Gemeinsam ist all diesen Klassen der Antrieb mit vier Dieselmotoren und vier Festpropellern.
Nachdem sich 1990 die sicherheitspolitische Lage erheblich verändert hatte, und Deutschlands Küsten nicht mehr durch den Warschauer Pakt bedroht wurden, verloren die Schnellboote ihre ursprüngliche Verteidigungsaufgabe im Bereich der Ostseezugänge. Die älteren deutschen Schnellboote sind ins Ausland verkauft oder verschrottet worden (z.B. die Tiger-Klasse). Lediglich zehn Boote der Klasse 143A verblieben im Dienst.
In den vergangenen Jahren wurden die Schnellboote zur Seeraumüberwachung im Rahmen der internationalen Terrorbekämpfung im Golf von Aden und der Strasse von Gibraltar eingesetzt.
| Schnellboote Kiel.jpg im Kieler Hafen, August 2003]] | Schnellboot.jpg (Klasse 143 A) vom 7. S-Geschwader in Warnemünde]] | Schnellboot_P6129_S79_Wiesel.jpg (Klasse 143 A) im Stützpunkt Hohe Düne]] |
| Alle Schnellboote der Klasse 143 der Deutschen Marine (Stand: November/2005) | ||
|---|---|---|
| Bezeichnung | Indienststellung | Außerdienststellung |
| S61 Albatros | 1. November 1976 | 24. März 2005 |
| S62 Falke | 13. April 1976 | 16. Dezember 2004 |
| S63 Geier | 2. Juni 1976 | 29. September 2005 |
| S64 Bussard | 14. August 1976 | 24. März 2005 |
| S65 Sperber | 27. September 1976 | 30. Juni 2005 |
| S66 Greif | 25. November 1976 | 30. Juni 2005 |
| S67 Kondor | 17. Dezember 1976 | 16. Dezember 2004 |
| S68 Seeadler | 28. März 1977 | 29. September 2005 |
| S69 Habicht | 23. Dezember 1977 | 13. Dezember 2005 |
| S70 Kormoran | 29. Juli 1977 | 13. Dezember 2005 |
Siehe auch: Liste von Schiffstypen, en:Fast Attack Craft (englischsprachiger Wikipedia-Artikel über Schnellboote seit 1945)
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