Schmieden ist das spanlose Umformen von Metallen zwischen zwei Werkzeugen. Es wird von Schmieden betrieben.
Beim Warmschmieden wird das zu schmiedende Halbzeug in einem Ofen erwärmt, im Gegensatz zum Prägen wird dabei der gesamte Werkstoffquerschnitt plastifiziert. Durch dieses Erwärmen verändert sich die Kristallitstruktur des Werkstoffs und das Material wird weicher.
Messing, Bronze, Kupfer, Edelmetalle und deren Legierungen werden dagegen in der Regel kalt geschmiedet.
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Freiformschmieden
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Manuelles Freiformschmieden
Kunstschmiede verwenden das Freiformschmieden vor allem bei der Restaurierung, in der Denkmalpflege und in der Gestaltung hochwertiger Einzelstücke.
Die verschiedenen Techniken, die vom Schmied beim Freiformschmieden am Amboss angewandt werden, sind:
- strecken — stauchen,
- breiten — spitzen,
- lochen — spalten,
- absetzen — biegen,
- tordieren,
- feuerschweißen.
Der Kunst- oder Hufschmied erwärmt seine Schmiedestücke im Schmiedefeuer. Während in Großbritannien das koksbeheizte Feuer üblich ist, benutzt man in Kontinentaleuropa nahezu ausschließlich das mit einer speziellen Fettkohle (genannt „Fettnuss“) beschickte Kohlefeuer und neuerdings auch gasbetriebene, mit Vulkangestein gefüllte Feuer.
Das Schmieden ist ein alter Handwerksberuf. Es gibt eine Reihe von Spezialisierungsrichtungen für das Schmieden bestimmter Werkstoffe oder Gegenstände.
Die heutige Berufsbezeichnung für einen Kunstschmied ist Metallbauer Fachrichtung Metallgestaltung.
Industrielles Freiformschmieden
Beim
Freiformschmieden wird das Schmiedestück zwischen zwei Sätteln durch eine
Presse verformt. Dabei kann der Werkstoff in die nicht von den Werkzeugen umschlossenen Bereiche ausweichen.
In Freiformschmieden werden sehr große Werkstücke hergestellt wie beispielsweise Kurbelwellen von Schiffsdieseln oder Generatorläufer für Turboantriebe. Stückgewicht von bis zu 60to sind dabei keine Seltenheit.
Das Anwärmen der großen Schmiedestücke erfolgt ebenso wie das temperaturgesteuerte Abkühlen in Herdwagenöfen.
Gesenkschmieden
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Das
Gesenkschmieden unterscheidet sich vom Freiformschmieden darin, dass das Schmiedestück völlig vom geschlossenen Werkzeug, dem
Gesenk umschlossen wird. Die in das Gesenk vom
Formenbauer eingebrachte
Gravur bestimmt die Form des fertigen Schmiedestücks. Durch Gesenkschmieden werden vor allem sicherheitsrelevante Teile, wie z.B. kleinere Kurbelwellen,
Pleuel oder Spurstangenköpfe hergestellt, da der Werkstoff durch das Schmieden weniger rissempfindlich wird. Der Nachteil des Gesenkschmiedens ist, dass eine Mindestanzahl von gleichartigen Schmiedestücken hergestellt werden muss, da die
Kosten für ein Gesenk hoch sind. Die Herstellung der
Gesenke wird mittels Gravur bzw. Ausfräsen und durch
Elektrophorese mittels Originalformen im Ölbad herauserodiert. Eine Alternative für das Gesenkschmieden ist (i.d.R. für
NE-Metalle) das
Druckgießen, welches bei Teilen mit geringeren Ansprüchen an die Festigkeit angewendet wird.
Langschmieden
Durch
Langschmieden werden vor allem schwer umformbare Werkstoffe bearbeitet, da beim Schmieden ein
Spannungszustand mit einem hohen
hydrostatischen Anteil vorliegt. Das Schmieden erfolgt in Langschmiedemaschinen, in denen Hämmer paarweise gegeneinander arbeiten. Der Vorschub und die Anstellung der Hämmer werden dabei programmgesteuert.
Schmiedemaschinen
Man unterscheidet zwischen
Gesenkschmiedehämmern und Schmiedepressen.
Hämmer sind für große Werkstückmassen geeignet. Bei Schmiedehämmern treten große Verformgeschwindigkeiten auf, aber der Schlagimpuls kann bei großen Werkstücken nicht ganz nach innen durchdringen. Es gibt Energieverluste von bis zu 40 %. Das Arbeitsvermögen von Gesenkschmiedehämmern wird in kJ angegeben.
Schmiedepressen bringen die Kraft langsamer auf, dafür aber bis in die Kernzonen. Außerdem kann man mit Schmiedepressen präziser fertigen. Die Arbeitskraft wird in to angegeben.
Mann unterscheidet folgende Typen von Schmiedemaschinen:
- arbeitsgebunden
- weggebunden
- kraftgebunden
Präzisionsschmieden
Werden durch Schmieden nahezu einbaufertige
Werkstücke hergestellt, so spricht man vom Präzisionsschmieden. Dabei ist unerheblich, welches Schmiedeverfahren zum Einsatz kommt, lediglich die erzielte Genauigkeit definiert einen Schmiedeprozess als Präzisionsschmieden. Üblicherweise geht man hier von einer
Toleranz von IT8 bis IT6 aus.
Präzisionsschmieden wird in der Industrie vielfach eingesetzt. Vor allem Teile am
Antriebsstrang von
Kraftfahrzeugen werden auf diese Weise hergestellt.
Geschichte
Man kann davon ausgehen, dass es die
Metalle
Gold,
Silber und
Kupfer waren, welche zuerst bearbeitet wurden. Diese drei kommen in der
Natur gediegen (
metallisch) vor und können im kalten
Zustand zu
Blechen verarbeitet werden. So sollen die
Bewohner des heutigen
Afghanistan bereits um
6000 v. Chr. Metalle be- und verarbeitet haben. Auch Funde in
Ägypten und
Indien haben gezeigt, dass dort vermutlich schon vor über 5000 Jahren in heißem Zustand geschmiedet wurde. Schon in der vorrömischen
Eisenzeit fand der
Amboss Verwendung.
Aufgrund ihres seltenen Vorkommens in Gediegener Form und der aufwändigen Gewinnung aus alternativen
Erzen sowie der guten Eigenschaften gegenüber herrkömmlichen Werkstoffen hatten diese und auch andere
Metalle einen hohen materiellen und kulturellen Wert. Sie waren begehrtes Handelsgut,
Kultobjekt und Status
symbol.
Das Schmieden hat vielfach in Mythologien und Sagen Eingang gefunden - vgl. z.B. den Gott Hephaistos, Wieland den Schmied, den Wunderschmied Ilmarinen im Kalevala. In Sprichworten und Redensarten ist das Schmieden gleichfalls viel vertreten: Man muss das Eisen schmieden, so lange es heiß ist - bzw. rechtzeitig Pläne schmieden.
In der Literatur erscheint es oft, so z.B. ausführlich in Karl Simrocks Amelungenlied, ebenso in der Malerei, z.B. auf Adolf Menzels Bild Die Gesenkschmiede, desgleichen in der Musik, so in Richard Wagners Der Ring des Nibelungen.
Literatur
- HEPHAISTOS - Internationale Zeitschrift für Metallgestalter
- Schmieden - Entwicklung eines Gewerbes vom Handwerk zur Fabrik / Bearb.: Johannes Großewinkelmann. Red.: Jochen Putsch. Landschaftsverb. Rheinland, Rhein. Industriemuseum, Außenstelle Solingen, Gesenkschmiede Hendrichs . - Köln : Rheinland-Verl. , 1989 . - 57 S. - (Museumspädagogische Arbeitsmaterialien für die Jahrgangsstufen 9 - 13). - ISBN 3-7927-1065-X
Weblinks
Siehe auch
Handwerk | Umformen
Forja | Forge | Forja | Forgeage | Fucina | 鍛造 | Smeden | Smide