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Die Strömung des Gases verhindert über den Bernoullischen Effekt weiterhin, dass Rauchgase aus Feuerstätten in die Wohnbereiche dringen. Weiterhin wird gleichzeitig den Räumen, in denen das Feuer brennt, Frischluft entzogen. Der Schornstein muss also gegenüber angrenzenden Räumen nicht gasdicht sein.
Moderne häusliche Warmwasserheizungen mit Niedertemperatur- und Brennwerttechnik haben für den Betrieb des Schornsteins nicht mehr ausreichend hohe Abgastemperaturen, so dass er zunehmend durch die "Abgasleitung" ersetzt wird. Diese muss gasdicht sein und benötigt einen Lüfter zur Förderung des Abgases.
Wegen seiner sicherheitsrelevanten Funktion in häuslichen Feuerstätten (Kohlenmonoxidvergiftung, Rußbrandgefahr) ist der Schornstein wie die Abgasleitung baurechtlich abnahmepflichtig. Die Abnahme und Überprüfung wird in Deutschland durch den Schornsteinfeger oder Kaminkehrer durchgeführt.
Der hauptsächlich verwendete Typ ist der dreischalige; dieser Schornsteintyp wird seit über 35 Jahren eingesetzt. Er ist wärmedämmend, feuchteunempfindlich und einfach aufzubauen. Durch diese bleibt die Abgaswärme erhalten und der Unterdruck wird vergrößert. Zweischalige Schornsteine werden zunehmend eingesetzt als Abgasleitung oder dort wo mit Überdruck Abgase aus dem Haus geleitet werden müssen.
Raumluftunabhängige Heizgeräte werden meistens an einem zweischaligen Schornstein angeschlossen, bei dem der Zwischenraum zwischen Schacht und Innenrohr als Zuluftschacht verwendet wird. Diese Schornsteinsysteme werden auch LAS-Schornstein genannt.
Neuerdings sind wegen der Energieeinsparverordnung bei Öfen und Kaminen auch raumluftunabhängige Geräte im Handel; diese werden dann an dreischaligen LAS-Schornsteinen angeschlossen. Der Ofen bezieht dann seine Verbrennungsluft durch den Zuluftschacht des Schornsteins von außen, statt sie wie normale Öfen dem Aufstellraum zu entnehmen. Dadurch kann die Gebäudehülle luftdicht erstellt werden, wie es die EnEV fordert.
Die Austrittsgeschwindigkeit des Rauchgases aus dem Schornsteinkopf beträgt bei Kohlekraftwerken bis zu 20 Meter pro Sekunde.
Der höchste Schornstein der Welt ist der Schornstein des Kohlekraftwerk Ekibastus in Ekibastus, Kasachstan. Er ist 419,7 Meter hoch. Der höchste Schornstein der westlichen Welt dürfte der 370,33 Meter hohe Kennecott Smokestack einer Kupferhütte im Garfield County, Utah, USA sein. Europas höchster Schornstein ist der 360 Meter hohe Schornstein von Trbovlje. Deutschlands höchster Schornstein ist der 337 Meter hohen Schornstein des Kraftwerks Westerholt in Gelsenkirchen-Hassel. Der höchste Ziegelschornstein mit ca. 140 m ist die Halsbrücker Esse bei Freiberg.
Bei Dampfkraftwerken, die mit Anlagen zur Beseitigung der Schwefel- und Stickoxide ausgerüstet sind, ist es möglich die Rauchgase auch über den Kühlturm zu emittieren. Dies ist in Deutschland beispielsweise in den Kraftwerken Staudinger Großkrotzenburg, Jänschwalde und Rostock realisiert worden. Bei Anlagen ohne Rauchgasreinigung würde im Kühlturm allerdings starke Korrosion auftreten.
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