Schloss_weissenstein_bamberg.jpg | Schloss Weissenstein Pommersfelden.jpg Schloss Weißenstein wurde zwischen 1711 und 1718 unter Lothar Franz von Schönborn, dem Bamberger Fürstbischof und Kurfürst von Mainz in Pommersfelden bei Bamberg als Gründungsbau des fränkischen Barock erbaut.
Das Schloss diente Kurfürst Lothar Franz von Schönborn als private Sommerresidenz und ist bis heute in Privatbesitz. Es kann von Anfang April bis Ende Oktober besichtigt werden. Im Juli und August jeden Jahres treffen sich dort junge Musiker im Rahmen des Collegium Musicum um gemeinsam zu musizieren und geben im Marmorsaal Konzerte. Seit 2005 ist der Schlosspark Veranstaltungsort für die Verkaufsausstellung „Faszination Garten“.
Lothar Franz von Schönborn hatte bei dem Dorf Pommersfelden ein Wasserschloss geerbt, dessen mittelalterliche Enge seinem Repräsentationsbedürfnis nicht zusagte. Die landschaftliche Lage bezeichnete er als unvergleichlich, das Haus hingegen als eine Räuberhöhle. Außerdem verlief mitten durch den Bau die Lehensgrenze zwischen Bayreuther und Bamberger Gebiet. Ein weiterer Grund für den Neubau war außerdem, dass die Neue Residenz in Bamberg nicht wirklich als gelungen bezeichnet werden konnte (sie war zu schlicht geraten; nur zwei von drei Gebäudeflügeln wurden ausgeführt).
Mittel aus der kaiserlichen Schatulle für die Kaiserwahl versetzten ihn in die Lage, oberhalb des alten Schlosses einen Neubau auf einer Anhöhe über dem Ebrachtal zu errichten. Es war seine Absicht, einen Ruhesitz zu schaffen, in dem er seinen persönlichen Neigungen nachgehen konnte. Schloss Weißenstein war nur drei Karossenstunden von Bamberg entfernt.
Lothar Franz von Schönborn war sehr angetan von den ersten Entwürfen und schrieb an seinen Lieblingsneffen Friedrich Carl in Wien:
Der Briefwechsel zwischen beiden gibt Aufschluss über die gegenseitigen Konsultationen bei architektonischen Problemen. Es ist erstaunlich, dass Lothar Franz trotz seiner vielen Ämter, wobei er seine Pflichten ernst nahm, Zeit für die Planung und Ausführung hatte, besonders für das Treppenhaus, das 8.000 Kubikmeter Raum umschließt. Dies war sogar seine eigene Idee und wurde zum ersten Mal so in Deutschland gebaut. Ein Vorbild gab es nur im Pariser Louvre.
Friedrich Carl empfahl ihm den Architekten Lukas von Hildebrandt. Dieser durfte den Entwurf ausarbeiten und korrigieren, stieß aber auf heftigen Widerstand, als seine Änderungsvorschläge die Gesamtkonzeption zu gefährden drohten. Lothar Franz schrieb im Februar 1713 seinem Neffen in Wien:
Vermutlich liegt es an der Abgeschiedenheit des Schlosses, dass es weitgehend unbehelligt erhalten ist. Nur als im Siebenjährigen Krieg die Truppen des Prinzen Heinrich von Preußen die Umgebung von Bamberg heimsuchten, wurde das Schloss geplündert und erheblich beschädigt.
Zu den Räumen, auf die Lothar Franz besonders stolz war, gehörte die Sala terrena, deren Gewölbekonstruktion von Johann Dientzenhofer erstmals bei einem Profanbau verwendet wurde. Dieser niedrige Gartensaal muss die Baumasse des darüber liegenden Marmorsaals tragen und hat deshalb enorm dicke Mauern, die den Raum dunkel wie eine Höhle erscheinen lassen. Dadurch kam vermutlich der Gedanke, den Raum als Grotte zu gestalten.
1786 begann dann die Umgestaltung zu einem englischen Landschaftspark, dessen heutige Form wohl Anfang des 19. Jahrhunderts entstand. Im selben Jahrhundert wurde der Park mit Damhirsche bevölkert.
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