Monbijou1735.jpg Das Schloss Monbijou war ein Schloss in Berlin am nördlichen Ufer der Spree. Es lag gegenüber dem heutigen Bodemuseum, in Sichtweite zum Stadt- und Residenzschloss der Hohenzollern. Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde es 1959 vollständig abgerissen.
An dieser Stelle, am einstigen Spandauer Heerweg (heute Oranienburger Straße), damals noch vor den Mauern Berlins, befand sich im Mittelalter ein kurfürstliches Vorwerk mit einer Meierei. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war das Gebiet verwüstet.
Im Jahr 1649 befahl Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (der Große Kurfürst), das Gelände wieder zu kultivieren und schenkte es seiner ersten Frau Louise Henriette von Oranien. Die ließ mit großem Engagement ein Mustergut mit Landwirtschaft und Milchwirtschaft nach holländischem Vorbild einrichten. Hier wuchsen als Zierpflanzen und Kuriositäten die ersten Kartoffeln in der Mark Brandenburg. Nach Henriettes Tod 1667 ging das Vorwerk in den Besitz der zweiten Frau des Kurfürsten über, Dorothea Sophie von Brandenburg. Nun wurde ein Garten mit einem kleinen Sommerhaus angelegt, die Keimzelle von Schloss und Schlosspark. Friedrich I., nach dem Tod seines Vaters 1688 Kurfürst von Brandenburg und seit 1701 König in Preußen, beschloss, die Anlage erweitern zu lassen. Graf von Wartenberg, sein leitender Minister und Günstling trat als Bauherr für ein „Lust-Haus“ auf, ein kleines Schloss von nur 400 m² Grundfläche, das von Hofbaumeister Eosander von Göthe zwischen 1703 und 1706 im Stil des Spätbarock errichtet wurde. Friedrich I. überließ es der Gräfin von Wartenberg, seiner Mätresse. Ihr Mann allerdings fiel 1710 beim Kronprinzen in Ungnade und wurde vom König entlassen.
Nach dem Tod der Königin Sophie Dorothea 1757 blieb das Schloss längere Zeit unbewohnt. Von 1786 an war es Hauptwohnsitz der Königin Friederike Luise, die von ihrem Mann, König Friedrich Wilhelm II. (im Volksmund der Dicke Lüderjahn), durch zahlreiche Liebschaften und zwei offizielle morganatische Ehen gedemütigt wurde und 1805 in Monbijou starb. Als Residenz für Angehörige des Hofes hatte das Schloss danach ausgedient.
Das Museum überdauerte die Abschaffung der Monarchie in Deutschland. Seine Bestände verblieben im Besitz des Königshauses, ihre Verwaltung übernahm der Staat, der Schloss Monbijou dafür zur Verfügung stellte und die Verpflichtung übernahm, das Museum in der gewohnten Form zu erhalten. Erst im Zweiten Weltkrieg fand es sein Ende. Große Teile der Sammlungen waren während des Krieges ausgelagert worden und wurden nach Kriegsende in die Sowjetunion oder an andere Orte verbracht. 1940/41 hatte Albert Speer, Lieblingsarchitekt des Diktators Adolf Hitler noch vorgeschlagen, das Schloss umzusetzen, um gegenüber der Museumsinsel Platz für drei überdimensionierte Museumsneubauten zu schaffen – Teil der Planung für die maßlose Welthauptstadt Germania. Schloss Monbijou sollte vollständig abgetragen und im Park des Schlosses Charlottenburg, zwischen Spreeschleuse und S-Bahn-Ring wieder aufgebaut werden. Der Kriegsverlauf machte diese Pläne gegenstandslos.
Alle Fenster des Schlosses hatte man schon 1940 vorsorglich zugemauert, bei einem Bombenangriff im November 1943 brannten die Gebäude dennoch aus und wurden weitgehend zerstört. Die Ruinen standen noch bis 1959, dann ordnete der Ost-Berliner Magistrat gegen heftigen Protest von Museumsleuten und Teilen der West-Berliner Öffentlichkeit den endgültigen Abriss an – offenkundig ähnlich ideologisch motiviert wie 1950 bei der Sprengung des ebenfalls im Krieg schwer beschädigten Stadtschlosses der Hohenzollern. Geblieben sind einige Namen. Auf dem Gelände zwischen Oranienburger Straße und Spree entstand eine etwa drei Hektar große Grünanlage mit Kinderschwimmbad, der heutige Monbijoupark. In der nahen Umgebung gibt es den Monbijouplatz, die Monbijoustraße und die Monbijoubrücke - nur für Fußgänger -, die an der Westspitze der Museumsinsel beide Spreeufer miteinander verbindet.
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