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Schloss Bellevue * in Berlin ist der erste Amtssitz des deutschen Bundespräsidenten. Es liegt am Westrand des Tiergartens, direkt am Spreeufer, unweit der Siegessäule, des Bundestages und des Brandenburger Tores, im Zentrum der deutschen Hauptstadt Berlin. Seinen Namen erhielt es wegen des schönen Ausblicks auf die Spree.
Das Innere des Schlosses wurde im Zuge zahlreicher Umnutzungen wiederholt umgestaltet. Die Renovierung im Stil der 50er wurde wegen ihrer ahistorischen Zufügungen und Umbauten als „Mischung aus Filmstar-Sanatorium und Eisdiele“ verspottet und ist ihrerseits großenteils zahlreichen weiteren Renovierungen gewichen. Aus Denkmalschutzgründen werden zwei Salons mit dem dunkelgetäfelten 50er-Interieur erhalten.
Aus der Entstehungszeit ist lediglich der 1791 von dem Architekten Carl Gotthard Langhans entworfene Ballsaal im Obergeschoss des Schlosses erhalten. Die Repräsentationsräume präsentieren sich auch nach der jüngsten Renovierung (2004–2005) im Stil der 80er Jahre, in denen eine behutsame Annäherung an alte Dekorationsformen mit teilweise neuen Materialien versucht wurde.
Im Ersten Weltkrieg diente es der Obersten Heeresleitung und der Regierung mit den Alliierten als Besprechungsort. Anschließend stand das Schloss zunächst leer. Von 1929 an nutzte man es als Bürogebäude, Volksküche und Ausstellungshalle. Die Seitenflügel dienten als Mietwohnungen, bis 1935 das „Staatliche Museum für Deutsche Volkskunde“ dort untergebracht wurde. Schon 1938 wurde das Schloss jedoch durch den Architekten Paul Baumgarten zum Gästehaus der Reichsregierung umgebaut. Diese Funktion erfüllte es nach einem Umbau, bei dem auch der jetzige Mitteleingang neu gestaltet wurde bis zum Kriegsausbruch jedoch nur ein Mal.
Bereits im April 1941 von Brandbomben getroffen und ausgebrannt, wurde das Schloss nach Kriegsende zunächst notdürftig gesichert, ab 1954 wieder aufgebaut und 1958 als provisorischer Amtssitz des Bundespräsidenten hergerichtet. Ab 1957 diente es neben der Villa Hammerschmidt als zweiter – Berliner – Amtssitz des Bundespräsidenten, der es jedoch nur gelegentlich, beispielsweise für Konzertveranstaltungen, nutzte. 1986–1987 wurde das Schloss gründlich renoviert und nach Plänen aus der Zeit vor der Zerstörung wieder hergestellt.
1994 verlegte der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker den ersten Amtssitz hierher. Von 1996 bis 1998 wurde in unmittelbarer Nachbarschaft nach Plänen der Architekten Martin Gruber und Helmut Kleine-Kraneburg das Bundespräsidialamt errichtet. Roman Herzog war der einzige Bundespräsident, der von 1994 bis 1998 auch selbst im Schloss wohnte. Er soll das Schloss wegen seines schlechten technischen Zustandes und häufiger Pannen von Heizung, sanitären und elektrischen Anlagen bitter-ironisch als „Bruchbude“ bezeichnet haben.
Nachdem sich die technischen Pannen häuften, wurde eine Sanierung und grundlegende Erneuerung der technischen Ausstattung 2004–2005 durchgeführt. Während der Renovierung war der Sitz des Bundespräsidenten das Schloss Charlottenburg. Anfang Januar 2006 wurde Bellevue dem Bundespräsidenten wieder als Amtssitz übergeben. Wie sein Vorgänger Johannes Rau wohnt auch Horst Köhler nicht im Schloss Bellevue, sondern in einer Dienstvilla in Berlin-Dahlem. Die früheren Wohnräume wurden deshalb zu einem Bürotrakt für die Präsidentengattin umgebaut.
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