Der Schlitzverschluss (engl. focal plane shutter) ist – neben dem Zentralverschluss – eines der zwei im Fotoapparatebau gebräuchlichen Konstruktionsprinzipien für den Verschluss. Der Schlitzverschluss befindet sich unmittelbar vor dem Film oder CCD-Modul im Kameragehäuse.
Für die Jalousien wird sehr unterschiedliches Material verwendet, wie zum Beispiel gummiertes Gewebe, Titanfolie oder Metalllamellen. Bei den ersten Ausführungen der EXA hatte der Spiegel die Funktion des ersten Vorhanges (Klappverschluss). Dadurch war allerdings die Belichtungszeit auf 1/175 s begrenzt.
Die Bildung der Belichtungszeit erfolgt rein mechanisch oder elektromechanisch mit Hilfe elektronischer Zeitgeber.
Bei bewegten Objekten führt die Tatsache, dass nicht die gesamte Bildfläche auf einmal belichtet wird, sondern der Schlitz über das Bild wandert, zu geometrischen Verzerrungen. Die Stärke dieser Verzerrungen hängen von der Winkelgeschwindigkeit, von der Bewegungsrichtung relativ zur Bewegungsrichtung des Schlitzes, von der Belichtungszeit und von der Breite des Schlitzes ab.
Für Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven hat sich der Schlitzverschluss in den verschiedenen Formen durchgesetzt.
Wird bei der Spiegelreflex ein Zentralverschluss, im Objektiv integriert, verwendet, verteuert sich die Ausrüstung (mehrere Objektive) erheblich. Der Film muss außerdem während des Objektivwechsels durch den Spiegel oder einen Hilfsverschluss abgedeckt bleiben, was eine gewisse Sorgfalt bzw. einen zusätzlichen Aufwand bedeutet. Ein Schlitzverschluss kann dagegen leicht in das Kameragehäuse integriert werden, ohne den Brennweitenbereich am unteren Ende zu beschränken.
Bei der Voigtländer Bessamatic (Kleinbild Spiegelreflexkamera mit Zentralverschluss und Wechselobjektiven, gebaut 1958–69) wählte man die andere Möglichkeit, der Zentralverschluss war im Kameragehäuse integriert und hat die kürzeste Brennweite der Objektive auf 35mm begrenzt. Bei anderen Produkten (Zeiss Ikon Contaflex, frühe Kodak Retina Reflex) verblieb sogar der hintere Teil der Optik samt Verschluss im bzw. am Gehäuse.
Einige Panoramakameras nutzen u.a. eine Sonderform des Schlitzverschlusses.
Belichtungszeiten, die länger als die kürzeste Blitzsynchronzeit sind, bereiten keine Probleme bei der Blitzlichtverwendung. Bei manchen Kameras lässt sich wählen, ob der Blitz mit dem ersten oder mit dem zweiten Verschlussvorhang synchronisiert ausgelöst wird. Die Synchronisation mit dem zweiten Verschlussvorhang erzeugt bei der Ablichtung beweglicher Objekte einen Schweif (beispielsweise Auto mit Scheinwerfern in der Nacht), der die Bewegung betont, da das Objekt erst am Ende der Belichtung durch den Blitz eingefroren und richtig sichtbar wird. Synchronisation mit dem ersten Verschlussvorhang erzeugt ebenfalls einen Schweif, der jedoch subjektiv in die falsche Richtung zu zeigen scheint – das Objekt wurde ja schon am Anfang der Belichtungszeit eingefroren.
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