Die schlesischen Dialekte (Ślonsko godka) werden von Sprachwissenschaftlern teils als eine der vier großen Dialektgruppen des Polnischen und teils als eigene Sprachgruppe gesehen. Sie sind vor allem in Oberschlesien und in Mährisch-Schlesien verbreitet.
Nach Oberschlesien hingegen kamen erst relativ spät im Mittelalter deutsche Siedler und somit wirkte sich die große Pest im Reich der Jahre 1347/48 hier besonders einschneidend aus, da der Strom der Zuwanderer aus dem Reich stark abnahm und schließlich die Ostsiedlung stillstand. Dadurch stockte der sprachliche Assimilierungsprozess und so konnten sich hier polnische Dialekte erhalten.
Die schlesischen Dialekte sind in sich relativ uneinheitlich und verfügen nur über wenige gemeinsame Merkmale:
Für die nördlichen Dialekte ist auch das sog. Masurieren typisch, d.h. die Aussprache von sz als s, von ż als z, von cz als c und von dż als dz, es fehlt aber beispielsweise in den oberschlesischen Dialekten.
Im Schlesischen findet man keine nasale wie Ą oder Ę (wie in pl.) stattdessen werden „en“ bzw. „on“ (wie im z.B. im Ślonsok geschrieben und ausgesprochen).
In einem gewissen Sinne stellen die schlesischen Dialekte einen Übergang vom Polnischen zur Tschechischen Sprache (und Slowakischen) dar, tragen aber auch (in Form zahlreicher Germanismen je nach Gebiet 5-10%) der deutschen Ost-Kolonisierung die Rechnung. Aufzählen kann man hier unter anderen folgenden Dialekte: Lachisch Dušan Šlosar und Aleksandr D. Duličenko im Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens ordnen Lachisch dem Schlesischen zu , Oberschlesisch, Teschener Mundarten. Alle diese Sprachen/Dialekte werden dem Schlesischen Dialektkontinuum zugeordnet.
Unter den Sprachwissenschaftlern besteht immer noch Uneinigkeit darüber, ob das Schlesische nun ein polnischer Dialekt ist oder als eigene Sprache angesehen werden kann. Ein Argument für einen polnischen Dialekt ist, dass die Grammatik weitgehend mit der polnischen identisch ist. Es gibt lediglich mehrere Germanismen und Einflüsse aus dem Tschechischen. Andererseits ist dieser Dialekt durch die Vermischung des Polnischen, Deutschen und Tschechischen entstanden und grenzt somit eine Volksgruppe von anderen ab - daher sehen es manche als eigenständige Sprache an.
Nach dem Systemwandel in Polen erlebt dieser Dialekt in Schlesien eine kleine Wiedergeburt. Im sozialistischen Polen hatte man den Dialekt ungerne gehört, da er zu sehr an die deutsche Sprache erinnerte. Nach 1990 ging man damit offener um. Aktuell besinnen sich immer mehr Schlesier auf ihre Sprache: es erscheinen Bücher, die komplett im schlesischen Dialekt verfasst sind (zumeist witzige Bücher); es gibt auch immer mehr Musikgruppen, die nur auf Schlesisch singen oder Radiosendungen, die ebenfalls nur auf Schlesisch abgehalten werden.
Seit 2005 ist es den Schülern in Schlesien gestattet, im Schulunterricht Schlesisch zu sprechen. Zuvor war nur Hochpolnisch zulässig. Zudem werden teilweise mit Aktionen die Schüler ermuntert, Schlesisch zu sprechen.
| Niederschlesisch (1) | Oberschlesisch (2) | Deutsch | Polnisch |
|---|---|---|---|
| Jungaohs | huncwot | ungezogener Junge | łobuz |
| Kascheln | klojzdnonć | auf dem Eis rutschen | pośliznąć się |
| Kastrull | kastrol | (großer) Topf | sagan |
| Nudelkulle | nudelkula | Nudelholz | wałek do ciasta |
| Ritsche | ryczka | Hocker | taboret |
| rumurbern | rumplować/sznupać | rumwühlen | myszkować |
Dialekt_%C5%9Bl%C4%85ski | Slawische Sprache | Dialekt | Schlesien
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