60027 3 Dundee Tay Bridge 1965.jpg mit Seitengang zum Personalwechsel.
Der Tender wird gerade betankt und mit Kohle beladen.]]
Ein Schlepptender ist ein Vorratswagen für Dampflokomotiven, in dem Brennstoffe und Wasser für die Dampferzeugung mitgeführt werden. Der Schlepptender ist unmittelbar an die Lokomotive gekuppelt, meist am hinteren Ende mit der Feuerbüchse und dem Führerstand, er wird im Normalbetrieb also hinter der Lok geschleppt.
Ein Schlepptender ist kein zwangsläufiger Bestandteil der Dampflokomotive, denn bei Tenderlokomotiven für kürzere Fahrstrecken werden die Vorräte direkt auf der Lok mitgeführt.
Die Größe eines Schlepptenders richtet sich nach den Betriebsbedürfnissen (Streckenlänge, Versorgungsstationen, Zeitaufwand beim Versorgen). In Deutschland eingesetzte Tender fassten zwischen 5 m³ und 40 m³ Wasser und 4 t bis 18 t Brennstoff.
Wegen des großen Gewichtes haben die vergleichsweise kurzen Tender meist viele kurz hintereinander angeordnete Räder. Sehr verbreitet ist die Bauweise mit zwei zweiachsigen Drehgestellen. Bei den großen US-amerikanischen Lokomotiven waren bis zu zehnachsige Tender verbreitet. Durch sein Gewicht wird das Schlingern der Lokomotive im Betrieb verringert.
Der Kabinentender ist eine Tenderbauform, bei der ein kleiner Raum für den Güterzugbegleiter/Zugführer eingerichtet wurde, wodurch der Güterzugbegleitwagen eingespart werden konnte. Die Kabine befindet sich hinter dem Kohlenkasten und kann von beiden Seiten des Tenders durch eine Tür erreicht werden. Durch den Einbau der Kabine verringerten sich die Vorräte des Tenders. Kabinentender wurden bei der BR 50 der Deutschen Bundesbahn und bei der BR 52 der ÖBB angewendet.
Bei der DB übernahm das Ausbesserungswerk Lingen 1958 die Serienfertigung der Tender, nachdem mit mehreren Tendern in Versuchsausführung Erfahrungen gesammelt worden waren. Im August 1962 waren schließlich 735 Tender umgebaut.
Aus den Brennstoffbehältern wurde Braunkohlenstaub mittels Druckluft in die Brennkammer geblasen. Da zur Beladung große und kostenintensive Kohlenstaubbunker in den Bahnbetriebswerken vorgehalten werden mussten, unterblieben weitere Umbauten zugunsten des Umbaus auf Ölhauptfeuerung.
Entgegen der üblichen Kupplungsweise zwischen den Waggons eines Zuges bzw. Lok und Zug muss die Verbindung im Betrieb nicht getrennt werden. Als verbindendes Element das die Zugkräfte aufnimmt dient das sog. Hauptkuppeleisen. Dabei handelt es sich um eine massive starre Stange mit je einer Bohrung an den Enden. Damit die durchgesteckten Kuppelbolzen bei schrägen Bewegungen nicht verkanten, verlaufen die Öffnungen der Bohrungen trichterförmig gebogen nach innen.
Das Kuppeleisen steht oft permanent unter einer Vorspannung durch sog. Stoßpuffer, die Lokomotive und Tender auseinanderdrücken. Die Gleitplatten auf denen die Stoßpuffer stirnseitig anschlagen sind ebenfalls ballig oder angeschrägt ausgeführt. Verschieben sich Lokomotive und Tender seitlich gegeneinander, dann werden die Federn der Puffer stärker zusammengedrück, was in Verbindung mit den schrägen Anlageflächen zu einer Rückstellkraft führt. Die Puffer sind am Tender angebracht, die Gleitplatten an der Lokomotive.
Ein Bruch dieser Kupplung hätte fatale Folgen, da sich der Heizer praktisch ständig über die Verbindung beider Fahrzeuge bewegt. Neben dem Hauptkuppeleisen sind deshalb noch zwei Notkuppeleisen angebracht, die eine Verbindung auch nach Bruch des Hauptkuppeleisens sicherstellen. Die Bohrungen der Notkuppeleisen sind als Langlöcher ausgeführt um ein freies Spiel des Hauptkuppeleisens zuzulassen.
Da diese Verbindung zwischen Lokomotive und Tender primär auf Zug ausgelegt ist und die Vorspannung im Vergleich zum Zuggewicht relativ klein ist, schieben Schlepptenderlokomotiven Züge in der Regel mit der Rauchkammer voran. Würden sie schwere Züge mit dem Tender schieben, würde das Zuggewicht die Vorspannung der Pufferfedern überwinden und das Hauptkuppeleisen auf Druck beanspruchen.
Beispiele:
Bei Übersetzungen aus der englischen Sprache ist zu beachten, dass eine Schlepptenderlok hier eine tender locomotive ist, wogegen eine Tenderlok als tank locomotive bezeichnet wird.
Lokomotivní tendr | Tender | Tender locomotive | Tender (wagon) | Tender
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"Schlepptender".
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