| Wissenschaftlicher Name
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| Viverridae
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| Gray, 1821
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| Unterfamilien
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Die
Schleichkatzen (Viverridae) sind eine Familie der
Katzenartigen. Es sind kleine bis mittelgroße
Raubtiere, die mit rund 30 Arten in
Afrika und
Eurasien vertreten sind.
Merkmale
Schleichkatzen erinnern auf den ersten Blick an
Katzen, sind aber oft durch die lange Schnauze, die langgestreckten Körper und die kurzen Gliedmaßen von diesen unterschieden. Ihr Fell ist häufig durch eine mit Bändern und Flecken versehene Fellzeichnung charakterisiert, es gibt aber auch einfärbige Arten. Der Kopf ist langgestreckt, die spitze Schnauze beherbergt 32 bis 40 Zähne. Die Ohren sind klein und oft zugespitzt. Die kurzen Beine enden meist in fünf Zehen, die Krallen können eingezogen werden. Der Schwanz ist in den meisten Fällen lang, oft buschig und mit Querstreifen oder anderen Musterungen versehen. Ein weiteres Merkmal vieler Arten sind die
Perianaldrüsen, die ein streng riechendes Sekret verspritzen können, um ihr Revier zu markieren oder Feinde abzuwehren.
Schleichkatzen erreichen je nach Art eine Kopfrumpflänge von 35 bis 95 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 13 bis 90 Zentimeter und ein Gewicht von 0,6 bis 20 Kilogramm.
Verbreitung
Die größte Artenvielfalt erreichen die Schleichkatzen in
Süd- und
Südostasien, wo sie von
Indien über
Südchina bis
Indonesien und den
Philippinen verbreitet sind. Sie finden sich auch in ganz
Afrika und auf der
Arabischen Halbinsel. Eine Art, die
Kleinfleck-Ginsterkatze, ist auch im südwestlichen
Europa beheimatet. Schleichkatzen leben meist in Wäldern, manchmal auch in Buschland und in Savannen.
Lebensweise
Binturong in Overloon.jpg zählt zu den größten Schleichkatzen]]
Generell sind Schleichkatzen nachtaktiv und schlafen tagsüber in Baumhöhlen oder Erdlöchern. Viele Arten sind gute Kletterer und leben meist auf Bäumen, der
Binturong hat als einzige Art einen Greifschwanz entwickelt. Andere Arten wie die
Zibetkatzen finden sich dagegen mehr am Boden. Zwei Arten, die
Wasserzivette und die
Otterzivette führen eine semiaquatische Lebensweise.
Die meisten Arten führen eine einzelgängerische Lebensweise und meiden außerhalb der Paarungszeit den Kontakt zu Artgenossen. Manche Arten leben in Paaren oder kleinen Familiengruppen, größere Gruppen sind in dieser Familie unüblich. Meist sind es territoriale Tiere, die ihr Revier mit dem Sekret ihrer Analdrüse markieren.
Nahrung
Schleichkatzen sind in der Regel
Allesfresser. Viele Arten sind geschickte Jäger, die sich an ihre Beute anschleichen oder sie aus einem Versteck überrumpeln. Kleine
Wirbeltiere zählen ebenso zu ihrer Nahrung wie
Insekten,
Würmer und Vogeleier. Manche Arten verzehren auch
Aas. Pflanzliche Nahrung wie Früchte und Nüsse ergänzen den Speiseplan.
Fortpflanzung
In der Regel kann das Weibchen zweimal im Jahr Nachwuchs zur Welt bringen, die Wurfgröße liegt zwischen eins und sechs. Jungtiere kommen mit geschlossenen Augen, aber behaart zur Welt. Die Lebenserwartung dürfte bei den meisten Arten zwischen fünf und 15 Jahren liegen.
Schleichkatzen und Menschen
Eine Reihe von Arten wird vom Menschen wirtschaftlich genützt, insbesondere die
Zibetkatzen, aus deren
Analdrüsensekret
Zibet gewonnen wurde, das in der
Parfümherstellung eine wichtige Rolle spielt. Heute wird es aber meist aus künstlichen Ersatzstoffen erzeugt. Der
Fleckenmusang ist für seine Rolle bei der Produktion des
Kopi Luwak-Kaffees bekannt. Das Fleisch einiger Arten wird gegessen, im Fall des
Larvenrollers könnte auf diese Weise das
SARS-Virus auf den Menschen übertragen worden sein.
Die heutige Hauptbedrohung der Schleichkatzen ist der Verlust ihres Lebensraums, insbesondere die waldbewohnenden Arten werden durch großflächige Waldrodungen in Mitleidenschaft gezogen. Einige Arten gelten laut IUCN als gefährdet oder bedroht.
Systematik
Schleichkatzen sind nahe verwandt mit den
Mangusten (Herpestidae), die früher zu dieser Familie gerechnet wurden, heute aber von diesen als separate Familie abgetrennt betrachtet werden. Sie gehören innerhalb der
Raubtiere zu den
Katzenartigen.
Unterfamilien und Gattungen
afrikan_zibetkatze.jpg
Die Schleichkatzen lassen sich folgendermaßen einteilen:
Der Pardelroller, der früher zu den Schleichkatzen gerechnet wurde, gilt heute als Vertreter einen eigenen Familie, Nandiniidae. Auch mehrere Arten aus Madagaskar, namentlich Fossa, Falanuk und Fanaloka, zählen heute nicht mehr zu den Schleichkatzen, sondern werden in den Madagassischen Raubtiere (Eupleridae) geführt.
Literatur
- Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999 ISBN 0801857899
- Wilson, D. E., and D. M. Reeder: Mammal Species of the World. Johns Hopkins University Press, 2005. ISBN 0801882214
Weblinks
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