Slacklinen nennt man eine Trendsportart ähnlich dem Seiltanzen, bei der man auf einem zwischen zwei Befestigungspunkten gespannten Schlauchband balanciert.
Im Gegensatz zum Balancieren auf dem Drahtseil, wo das Seil so straff gespannt ist, dass es sich kaum bewegt, dehnt sich eine Slackline unter der Last des Slackliners und verhält sich dadurch sehr dynamisch und verlangt ein ständiges aktives Ausgleichen ihrer Eigenbewegung. Die Anforderungen des Slacklining an den Sportler sind ein Zusammenspiel aus Balance, Konzentration und Koordination; dadurch eignet es sich sehr gut als Zusatztraining für Sportarten wie Klettern, Skifahren, Kampfsport und andere Sportarten, die ein gutes Gleichgewichtsgefühl voraussetzen.
In Europa gilt der Fotograf und Extremkletterer Heinz Zak als Pionier. Er war bei den Erstbegehungen des legendären Lost Arrow Spire im Yosemite-Valley dabei und dokumentierte Dean Potters erste atemberaubende Überschreitung. Jahre später schaffte Potter diese Überquerung auch ungesichert.
Unabhängig davon haben in den 70er und 80er Jahren auch Kletterer in Europa auf gespannten Seilen balanciert. Außerdem benutzte auch der schwedische Ski-Rennläufer Ingemar Stenmark ein gespanntes Seil, um zur Schulung des Gleichgewichts darauf zu balancieren. Diese Entwicklungen blieben jedoch auf einen sehr engen Personenkreis beschränkt und konnten sich nicht durchsetzen.
Ähnlich wie beim Schlappseil, das man vom Zirkus kennt, wird die Balance nicht mit dem Oberkörper, sondern mit den Beinen erreicht. Leichte seitliche Schwingbewegungen halten den/die SlacklinerIn im Gleichgewicht. Slacklinen hat sich sozusagen selbständig wiedererfunden und ist in der Grundidee eigentlich nichts Neues. Obwohl die Slackliner ungern als Artisten gesehen werden, kann eine gewisse Artverwandtschaft aber nicht abgestritten werden, einzig der Szenezusammenhang schafft einen gravierenden Unterschied. Slacklinen kommt vom Klettersport und ist auch zum Großteil dort geblieben. Während in der Artistik das Balancieren auf dem Schlappseil meist als Grundlage oder zusätzliche Komponente für eine artistische Nummer dient, die normalerweise auch vorgeführt werden soll, betreiben die Slackliner ihren Sport eher als Selbstzweck und für sich selbst. Das Versuchen von Kunststücken hat vor allem den Zweck, herauszufinden, was möglich ist; Schlappseil-typische Übungen wie Hand- und Kopfstand, Einradfahren und Jonglieren sind zwar keine verpönten Disziplinen beim Slacklinen, trotzdem begreifen sich die Slackliner als eigenständige Subkultur.
Einige der offensichtlichsten Tricks sind unter anderem: Stehen, Gehen, rückwärts Gehen, Umdrehen, Hinsetzen, Hinlegen, „Surfen“...
Der Bau von Highlines ist absoluten Profis vorbehalten, die über die wirkenden Kräfte und die Dimensionierung der Befestigungen genau Bescheid wissen. Hier ist ein professioneller Aufbau noch wichtiger als bei den Longlines, da bei Materialversagen nicht nur Verletzungs- sondern Absturzgefahr besteht. Deshalb werden die Befestigungen für Highlines redundant ausgelegt und die Person auf der Line wird durch einen Klettergurt und eine daran befindliche Sicherungsschlinge an einem Kletterseil gesichert, das wiederum unabhängig von der Befestigung der eigentlichen Line befestigt und unter die Line geklebt wird.
Befestigt wird die Line an zwei gleichhohen Fixpunkten (z.B. Bäume, Geländer, Felsen, Bohrhaken). Falls Bäume als Fixpunkte verwendet werden sollte man zum Schutz der Rinde alte Teppiche oder Autofußmatten verwenden, indem man sie zwischen die Rinde und den um den Baum gelegten Teil der Befestigung legt. An den Fixpunkten werden fix vernähte Bandschlingen befestigt. Die Line wird an einem Ende mit einem Schraubkarabiner befestigt. Am anderen Ende wird zum Spannen der Line entweder ein Flaschenzug, wie man ihn von Bergetechniken im Alpinismus kennt, eine Spanngurt-Ratsche oder ein Hubzug verwendet.
Wichtig in diesem Zusammenhang ist vor allem die Bruchlast aller verwendeten Materialien. Man sollte entweder UIAA-zertifizierten, im Klettersport üblichen Produkten oder entsprechenden Materialien aus dem industriellen Bereich vertrauen, auf denen Bruchlastwerte von mindestens 20 Kilonewton (kN) angegeben sind. Dagegen sind Karabiner, wie sie in Supermärkten und Baumärkten erhältlich sind, in der Regel nicht für solche Belastungen ausgelegt und stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, da die Slackline unter enormer Spannung steht (Long- und Highlines müssen teilweise bereits mit mehr als 10kN, was einer statischen Belastung von ungefähr einer Tonne entspricht, vorgespannt werden um sie begehen zu können.) und zu einem regelrechten Geschoß werden kann, falls sie reißt.
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