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Eine Schlagfigur ist ein Bewegungsschema, das von Dirigenten verwendet wird, um die verschiedenen Zählzeiten eines Taktes anzuzeigen.

Er benutzt dabei Auf-, Ab- und Seitwärtsbewegungen.

Grundsätzlich wird die erste, betonte Zählzeit eines Taktes vertikal nach unten geschlagen, weitere, kleinere Betonungen (meistens auf der Takthälfte) innerhalb des Taktes werden durch Änderung der horizontalen Bewegungsrichtung angezeigt.

Im Folgenden ein paar - schematische - Darstellungen der gebräuchlichsten Schlagfiguren aus der Perspektive des Dirigenten.
Diese sind zwar nicht verbindlich und spiegeln sicherlich nicht die Art zu taktieren wieder, sind aber so allgemein anerkannt, dass sie als normierte Ausgangsbasis zu sehen sind.
Grüne Punkte geben die Hauptzählzeiten, rote die Nebenzählzeiten an.

Der einteilige Takt


Alle Takte, bei denen nur der Taktbeginn markiert wird, werden nur durch Auf- und Abbewegung angezeigt. Dabei kann man differenzieren zwischen "geraden" (zwei Achtel, zwei Viertel usw. ) und "ungeraden" (drei Achtel, drei Viertel) Takten. Letztere können mit einer Rundung versehen werden, also quasi "im Kreis".

Schlagfigur1.PNG Schlagfigur1rund.PNG

Der zweiteilige Takt


hierunter fallen sämtliche Taktarten, die zwei "gefühlte" Hauptzeiten haben, zum Beispiel:

  • zwei Viertel (etwa von Adagio bis Allegretto)
  • zwei Halbe (Alla breve)
  • zwei Achtel (im langsamen Tempo)
  • sechs Achtel (zwei mal drei Achtel, Allegretto bis Presto)

Schlagfigur2-4.PNG

Der dreiteilige Takt


alle dreiteiligen Takte, deren Zählzeiten zeitlich so weit voneinander entfernt sind, dass sie einzeln markiert werden sollten.

Schlagfigur3-4.PNG

Der vierteilige Takt


zum Beispiel:

  • vier Viertel (etwa von Adagio bis Allegretto)
  • vier Halbe
  • zwölf Achtel (vier mal drei Achtel)

Schlagfigur4-4.PNG
Unterbetonung auf der Takthälfte (3) angezeigt durch Richtungswechsel.

Der sechsteilige Takt


zum Beispiel:

Schlagfigur6-8.PNG
Unterbetonung auf der Takthälfte (4) angezeigt durch Richtungswechsel.

Ein Dreivierteltakt, der so langsam gespielt wird, dass eine Unterteilung in Achtel nötig wird, wird nicht in diesem Schema ausgeführt, da die Betonung innerhalb des Taktes nicht übereinstimmt. Stattdessen behält man das Bild des Dreiers bei und unterteilt die einzelnen Schläge.

Der fünfteilige Takt


Da diese Taktarten zu den Asymmetrischen gehören, müssen, je nach Fall, zwei verschiedene Figuren verwendet werden. Welche von beiden zutrifft, muss aus dem Zusammenhang bzw. aus dem Notenbild entschieden werden.

1. "3+2"

Dieser Takt hat die längere "Hälfte" zu Beginn. Die Unterbetonung liegt auf der vierten Zählzeit, weswegen hier, analog zum sechsteiligen Takt, die Bewegungsrichtung gewechselt wird:

Schlagfigur5-4_32.PNG

2. "2+3"

Dieser Takt hat die kürzere "Hälfte" zu Beginn. Seine Unterbetonung liegt auf der dritten Zählzeit, folglich wechselt auch hier die Bewegungsrichtung:

Schlagfigur5-4_23.PNG

Oft begegnet man in der Literatur auch fünfteiligen Takten, die so schnell gespielt werden, dass eine Unterteilung in fünf einzelne Schläge nicht sinnvoll ist. Da der entstehende Takt zweiteilig ist, benutzt man das entsprechende Schlagbild, wobei ein Schlag länger ist als der andere.

Andere Taktarten


Diese Takte besitzen keine eigenen Schlagfiguren. Sie sind vielmehr Ableitungen aus den oben genannten Figuren, die je nach Bedarf unterteilt werden. Vorteile sind eine unbegrenzte Erweiterbarkeit sowie Übersichtlichkeit innerhalb des Taktes durch sinnvolle Gruppierung.

1. Siebenteilige Takte

Diese Takte lassen sich in den meisten Fällen in drei Untergruppen teilen 2+2+3, 2+3+2, 3+2+2), die sich am dreiteiligen Takt orientieren. Auch hier erschließt sich die Form aus Zusammenhang und Notenbild.

2. Achtteilige Takte

Handelt es sich nicht um den "quadratischen" Spezialfall 2+2+2+2, der natürlich als vierteiliger Schlag ausgeführt wird, benutzt man auch hier den Dreiteiligen. Mögliche Gruppierungen sind 2+3+3, 3+2+3, 3+3+2.

3. Neunteilige Takte

Der Spezialfall ist hier 3+3+3, also dreiteilig. Vierteilige Möglichkeiten sind 2+2+2+3, 2+3+2+2, 2+3+2+2, 3+2+2+2.

Wie gesagt ist diese Systematik unbegrenzt erweiterbar, und es würde zu nichts führen, sie hier weiter mit Beispielen zu versehen.

Siehe auch: Taktart

Musikglossar

 

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