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Die Schlacht von The Saints war eine Seeschlacht zwischen britischen und französischen Seestreitkräften am 12. April 1782. Die "Saints" sind eine kleine Inselgruppe in der Karibik; in den kleinen Antillen zwischen Guadeloupe und Dominica gelegen.

Hintergrund


Frankreich war 1778 in den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg auf Seiten der Kolonien eingetreten. Die Operationen der französischen Flotte unter Admiral François Joseph Paul de Grasse hatten bis zu diesem Zeitpunkt maßgeblichen Einfluß auf den Kriegsverlauf und trugen zur Kapitulation General Charles Cornwallis am 19. September 1781 bei. Nachdem die Kolonien erfolgreich ihre Unabhängigkeit erkämpft hatten, ging der Krieg zwischen Frankreich – mit Spanien verbündet – und England weiter.

Vorgeschichte


Nachdem die Franzosen einige kleinere Antilleninseln erobert hatten, bereiteten sie sich auf eine Invasion der englischen Kolonie Jamaica vor. Eine Flotte von nicht weniger als 150 Transportschiffen wurde bereitgestellt und lief, von den gut 30 Kriegsschiffen de Grasses begleitet, am 8. April von Martinique in Richtung Guadeloupe aus.

Die britische Flotte unter den Admiralen Rodney und Hood verfolgte die Franzosen und holte sie noch am selben Abend ein, den Engländern kam dabei die Kupferbeplankung ihrer Schiffe zugute, die die durch den Bewuchs des Rumpfes normalerweise hervorgerufene Geschwindigkeitseinbuße verhinderte.

Am 9. April entließ de Grasse die Transporter nach Guadeloupe und machte seine Schiffe gefechtsklar, um ihren Rückzug zu decken. Die beiden Flotten lagen sich in Lee der Insel Dominica gegenüber. Zunächst kamen 8 Schiffe der britischen Vorhut mit 15 französischen Schiffen ins Gefecht. Als sich jedoch die britische Hauptmacht dem Kampfgeschehen nährte, brachen die Franzosen das Gefecht ab um den Konvoi zu decken. An den beiden folgenden Tagen lagen sich die beiden Geschwader kampflos gegenüber, um die entstandenen Schäden auszubessern.

Die Schlacht


Battle of the saints plan.png Erst am 12. April griff Rodney mit seinen 36 Schiffen die 30 französischen an. Bei schwachem Wind aus Ost-Nordost lieferten sich die in Kiellinie formierten Flotten ein Passiergefecht. Die Luvstellung konnten die Franzosen sich in diesem Fall nicht zunutze machen, da sie zwischen der Westküste Dominicas und der englischen Flotte eingekeilt waren. Etwa um 9:20 drehte der Wind plötzlich nach Südost, was die auf Südkurs laufenden Franzosen dazu zwang, nach Steuerbord auf die englische Linie zuzudrehen. Ein paar französische Schiffe versuchten aber zu wenden, wodurch die Schlachtlinie der Flotte in ziemliche Unordnung geriet. Die Engländer, nun mit dem Wind von achtern, nutzten dies: Rodney stieß mit seinem Flaggschiff HMS Formidable und den fünf nachfolgenden Schiffen durch eine Lücke in der französischen Linie. Hinter ihm taten die Schiffe Hoods dasselbe und durchbrachen die Linie direkt vor de Grasses Flaggschiff Ville de Paris.

In dieser Situation konnten die durchbrechenden englischen Schiffe nach beiden Seiten feuern, auf die kurze Entfernung kamen die englischen Karronaden besonders gut zur Wirkung. Rodney und Hood überließen den Franzosen jedoch die Leestellung und waren damit nicht mehr in der Lage, eine eventuelle Flucht der französischen Schiffe zu verhindern. Zunächst aber ebbte der Wind zu einer Flaute ab und ließ die Flotten still liegen. Als am Nachmittag ein leichter Ostwind aufkam, war die französische Schlachtordnung völlig aufgelöst. De Grasse ordnete den Rückzug an, welcher allerdings nicht besonders geordnet vonstatten ging. Die Engländer eroberten vier französische Schiffe und griffen die isolierte Ville de Paris an. De Grasse entließ den Rest seiner Flotte und ergab sich mit seinem Flaggschiff. Die von den Briten eroberte César explodierte.

Nachwirkungen


Die restlichen französischen Schiffe trafen sich bei Kap Français mit der Invasionsflotte, zu der auch spanische Schiffe gehörten. Obwohl man damit über eine vereinigte Streitmacht von 40 Linienschiffen verfügte, fand die Invasion Jamaicas nicht mehr statt: Der Verlust des Oberbefehlshabers sowie Krankheiten unter den Besatzungen führten zum Abbruch des Unternehmens.

Im September 1782 brach ein britischer Geleitzug Richtung England auf, zu dem auch zwei erbeutete französische Linienschiffe - die Ville de Paris und die Glorieux zählten. In einem Sturm verschwanden diese beiden spurlos. Die britischen Linienschiffe Ramillies und Centaur sanken.

Bis heute ist es unklar, ob Rodney aus taktischen Gründen die französischen Linien durchbrochen hat - oder ob nicht eher der Wind die Entscheidung herbeigeführte. Ebenso wird hinterfragt, warum die fliehenden französischen Schiffe nicht verfolgt wurden. Später machte de Grasse seine Kapitäne Vaudreuil und Bougainville für die Niederlage verantwortlich.

Dies war die letzte Seeschlacht, die in diesem Krieg in amerikanischen Gewässern geschlagen wurde, bevor England, Frankreich und Spanien im Januar 1783 einen Friedensvertrag unterzeichneten, und beendete die Bedrohung der britischen Kolonien in Westindien. Als die erste Durchbruchsschlacht leitete die Battle of the Saints eine neue Phase der Seekriegstaktik ein.

Literatur


  • Potter, Elmar B. / Nimitz, Chester W. / Rohwer, Jürgen: Seemacht. Eine Seekriegsgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart. Bernhard & Graefe Verlag, München 1982, ISBN 3-88199-082-8

Seeschlacht | Schlacht (Großbritannien) | Schlacht (Frankreich) | Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg (Schlacht) | 1782

Battle of the Saintes

 

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