Mit der Schlacht bei Leuthen am 5. Dezember 1757 schlug der preußische König Friedrich der Große bei Leuthen in Schlesien die wohl berühmteste Schlacht des Siebenjährigen Krieges (1756-1763).
Nach der schweren Niederlage der „Schlesischen Armee“ unter Friedrichs Schwager, dem Herzog von Braunschweig-Bevern, bei Breslau am 22. November, sah sich der König nur wenige Wochen nach der Vertreibung der französischen und Reichsarmee aus Thüringen (Schlacht von Roßbach am 5. November 1757) gezwungen, sich durch einen gezielten Vorstoß den Besitz der Provinz, insbesondere der Hauptstadt Breslau, zu verschaffen, für die er diesen Krieg führte und die unter allen preußischen Regionen strategisch wie wirtschaftlich die wertvollste war. Von der überragenden Bedeutung dieses Rückeroberungsinteresses legt nicht zuletzt die bekannte Ansprache des Königs an seine Generäle kurz vor der Schlacht im Feldlager zu Parchwitz beredtes Zeugnis ab.
Zur taktischen Durchführung der Schlacht bediente sich der König, dessen 29 000 Mann einer beinahe dreimal stärkeren Übermacht von 87 000 Mann unter Prinz Karl von Lothringen und Feldmarschall Daun gegenüberstanden, der so genannten schiefen Schlachtordnung: Während der linke Flügel des preußischen Heeres nach zaghaften Vorstößen zurückzuweichen schien, hielt sich der rechte Flügel zu Anfang völlig aus dem Kampfgeschehen heraus und wurde, da hinter einem Hügel versteckt, von der österreichischen Aufklärung überhaupt nicht wahrgenommen, als die preußische Hauptmacht nach Süden abmarschierte, um gegen den österreichische Südflügel, der bei dem Ort Sagschütz gruppiert war, mit lokal überlegenen Kräften anzugreifen. Gegen Mittag erteilte der König den entscheidenden Angriffsbefehl, nachdem er bereits in den Morgenstunden dem Fahnenträger des Avantgarderegiments Nr. 26 von Meyerinck, Fahnenjunker von Barsewisch, in einer verbürgten und berühmt gewordenen Szene mit den Worten: „Junker von der Leibkompanie, siehet Er wohl, auf dem Verhack soll Er zumarschieren, Er muss aber nicht zu starck avancieren, damit die Armee Ihm folgen kann!“ die Anweisung zum Losmarschieren gegen die ungesicherte linke Flanke der auf ihrem rechten Flügel abgelenkten Österreicher gegeben hatte. Die österreichische Front war durch die Verzettelung im Norden dergestalt auseinandergerissen, dass auch die Gegenwehr einiger Kavallerieeinheiten unter General Nádasdy dem überraschenden und massierten Vordringen des rechten preußischen Flügels keinen Einhalt gebieten konnte. Eine tollkühne Kavallerieattacke unter General von Ziethen und Generalleutnant von Driesen gegen 17:00 Uhr sowie der Durchbruch des 3. Bataillons Garde gegen das sich verzweifelt wehrende bayrische Regiment Roth-Würzburg im Kirchhof von Leuthen (dabei tat sich der spätere Generalfeldmarschall und damalige Kompaniechef, Hauptmann Wichard von Moellendorff durch beherztes Eingreifen besonders hervor) brachten schließlich die Entscheidung. Fürst Moritz von Anhalt-Dessau, der gemeinsam mit Friedrich die Armee an diesem Tage geführt hatte, wurde am selben Abend zum Generalfeldmarschall ernannt.
Berühmt geworden sind zahlreiche Anekdoten um das ebenso ruhmvolle wie blutige Geschehen bei Leuthen. Erwähnung verdient vor allem die Szene gegen Abend des 5. Dezember, als der stets spöttische, religionskritische Friedrich der Große, wie zufällig und ohne ausreichende Bedeckung in das mit österreichischen Offizieren überfüllte Schloss Lissa geraten, die ihm, anstatt ihn als Feind zu betrachten und gefangen zu nehmen, ehrfürchtig ihre Reverenz erwiesen, Zeuge der folgenden Begebenheit wurde: Unter sternenklarem Nachthimmel lagerten sich die 25 000 erschöpften Kämpfer der siegreichen preußischen Armee und sangen in frommer Einmütigkeit den protestantischen Choral: Nun danket alle Gott! (Als "Choral von Leuthen" in die Geschichte eingegangen).
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Battle of Leuthen | Bataille de Leuthen | Slag bij Leuthen | Bitwa pod Lutynią | 洛伊滕會戰
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