Solomon_islands.jpg Landungseinheiten_(Guadalcanal).jpg]] Guadalcanal.jpg | Henderson_Field.jpg Japanische_Torpedoflugzeuge_(Guadalcanal).jpg | Seeschlachtguadalcanal.jpg Die Schlacht von Guadalcanal war einer der Wendepunkte des Zweiten Weltkriegs auf dem pazifischen Kriegsschauplatz und lief unter dem Kodenamen Operation Watchtower. Zum ersten Mal übernahmen die pazifischen Alliierten die Offensive. Vom August 1942 bis in den Februar 1943 war die Insel der Brennpunkt sehr heftiger Kämpfe zu Lande, zu Wasser und in der Luft.
In der Nacht zum 7. August 1942 brachte eine Armada, die Task Force 61, unter Vizeadmiral Frank Jack Fletcher, rund 19.000 amerikanische Marinesoldaten in Stellung, um die Insel Guadalcanal und das etwas nördlich gelegene, kleinere Tulagi anzugreifen und zu besetzen.
Die Landungsflotte, Task Group 61.2, bestehend aus 13 großen Transportschiffen, sechs großen Versorgungseinheiten und vier kleineren Transport-Zerstörern, wurde dabei begleitet von acht Kreuzern, darunter drei australischen, 15 Zerstörern und fünf schnellen Minensuchbooten. Diese Streitmacht wurde geführt von Rear Admiral Richmond Kelly Turner.
Weiter draußen auf See lag die Task Group 61.1, die drei Flugzeugträger USS Saratoga, USS Enterprise und USS Wasp, mit insgesamt etwa 250 Flugzeugen, sowie das Schlachtschiff USS North Carolina, des Weiteren 6 Kreuzer, 16 Zerstörer und fünf Versorgungstanker. Sie standen alle unter dem Kommando von Rear Admiral Leigh Noyes.
Die lange Schlacht um Guadalcanal begann kurz nach 6:00 Uhr morgens mit der Beschießung der japanischen Stellungen in der Nähe von Lunga Point durch den schweren Kreuzer USS Quincy.
Die 1. Marine Division der Ledernacken unter Major General Alexander A. Vandegrift landete gegen 9:00 Uhr am Red Beach, einem kleinen, grausandigen Strand in der Nähe des Tenaru-Flusses. Aufgrund ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit stießen die Marines hier nur auf wenig Widerstand. Die japanische Verteidigung war sehr verlustreich, brachte aber keine nennenswerten Ergebnisse.
Am Nachmittag des Folgetages waren die Amerikaner im Besitz des fast fertig gestellten Flugplatzes. Die überlebenden japanischen Einheiten hatten sich weit ins Inselinnere zurückgezogen und überließen den Eroberern viel wertvolles Ausrüstungsmaterial, was sich in der Folgezeit noch als sehr nützlich für die neuen Besitzer herausstellen sollte.
Eine typische Vorgehensweise für damalige Landungsoperationen war das planlose Heranbringen des Nachschubs. Das Entladen der Schiffe ging so schnell vonstatten, dass nach relativ kurzer Zeit die Strände rund um Lunga Point mit Material voll lagen, das nicht schnell genug ins Landesinnere geschafft werden konnte. Japanische Luftangriffe störten dieses Unterfangen kaum. Als aber die Transportschiffe nach der Niederlage beim Kampf vor Savo Island am 9. August abgezogen wurden, war nicht eines von ihnen vollständig entladen worden. Dies hatte zur Folge, dass über die nächsten Wochen Versorgungsengpässe auftraten, als die Japaner mit Luft- und Seeattacken versuchten, den strategisch so wichtigen Flughafen zurück zu erobern.
Unterdessen starteten von Rabaul aus japanische Flugzeuge, um die amerikanischen Flugzeugträger zu suchen. Da sie diese nicht fanden, tauchten sie am frühen Nachmittag des 7. August über der Invasionsflotte auf. 27 Bomber und einige Zero-Kampfflugzeuge bombardierten aus großer Höhe die Landungstruppen und Schiffe. Doch alle Maschinen gingen durch Abschüsse von amerikanischen Jagdmaschinen, die von den Trägern gestartet waren, verloren oder wasserten auf dem Rückweg. Sie hatten bis auf einen Treffer auf dem Zerstörer USS Mugford fast keine Schäden angerichtet.
Auch am nächsten Tag gingen die japanischen Flugattacken weiter. Auch dieses Mal konnten die Flugzeugträger unentdeckt bleiben. Nun versuchten sie wieder, die Landungsflotte mit Torpedos anzugreifen. Vizeadmiral Turner ließ seine Schiffe in den Sund zwischen Guadalcanal und Tulagi laufen. Dort waren sie relativ gut geschützt. Ein Torpedo traf aber den Zerstörer USS Jarvis in den Bug und ein abstürzender Bomber den Transporter USS George F. Elliott, der daraufhin sank. Durch den Flakbeschuss von den Schiffen verloren die Japaner die Hälfte ihrer eingesetzten Maschinen.
In der Nacht vom 8. auf den 9. August kam ein Verband von mehreren Kreuzern und einem Zerstörer um die Landungsflotte anzugreifen und zu vernichten. Er traf auf den zur Bewachung abgestellten amerikanischen Verband, was zur Schlacht vor Savo Island führte. Dabei versenkten die Japaner vier Kreuzer und beschädigten einige andere Schiffe. Die amerikanischen Transportschiffe, das eigentliche Ziel, blieben aber unbehelligt.
Am Abend des 7. August hatten die Amerikaner die stark dezimierten Japaner in den nordöstlichsten Winkel der Insel zurückgedrängt. In der Nacht starteten die Japaner einige Ausbruchsversuche, aber als von Guadalcanal weitere amerikanische Verstärkung übersetzte, wurde die Insel schnell eingenommen. Es dauerte aber noch einige Tage, bis die letzten japanischen Verteidiger ausgeschaltet werden konnten. Die Kämpfe kosteten 45 Marines und fast alle Japaner das Leben.
Tulagi wurde zur Unterstützung der Kämpfe auf Guadalcanal als Nothafen für beschädigte Schiffe und als Stützpunkt für Wasserflugzeuge und Torpedoboote eingerichtet.
Beide Inseln wurden zwar vor der Landung bombardiert, aber die Japaner konnten gerade auf Gavutu noch erheblichen Widerstand leisten. Die Kämpfe zogen sich über den ganzen Tag und die folgende Nacht. Erst nachdem am Morgen des 8. August Verstärkung für die Amerikaner eintraf, konnte die Insel genommen werden.
Der Angriff auf Tanambogo am Nachmittag des 7. August war ein Fehlschlag, so dass die Insel auch am nächsten Tag noch in japanischer Hand war. Schwere Bombardements von Navy-Schiffen brachten den Amerikanern dann die Einnahme der Insel. Aber genau wie auf Tulagi dauerte es Tage, bis der Kampfgeist einiger weniger Japaner gebrochen war. 70 Marines verloren ihr Leben und nur einige Japaner wurden gefangen genommen.
Japanischer_Bomber_Navy_Type_1_im_Meer.jpg (Codename: Betty) im Meer]] Bereits am 8. August eroberten die Marines das Flugfeld bei Lunga. Es wurde kurz darauf zu Ehren eines in der Schlacht von Midway gefallenen Marine-Piloten Henderson Airfield genannt. Obwohl von einigen Bomben getroffen, konnte bereits am 12. August das erste Consolidated PBY-Aufklärungsflugzeug auf dem Flugfeld landen. Am 23. August folgten die ersten Grumman F4F Wildcat-Jagdflugzeuge und Douglas SBD Dauntless-Sturzkampfflugzeuge der Marines.
Mehrfach versuchten die Japaner das Flugfeld zurückzuerobern, was am 13. September zur Schlacht am Bloody Ridge führte, in der die Amerikaner unter großen Verlusten mehrere Angriffe abwehren konnten. Im Verlauf der Schlacht verstärkten beide Seiten ihre Truppen, allerdings hatten die Japaner aufgrund der amerikanischen Luftüberlegenheit große Nachschubprobleme. Sie verlegten daraufhin sämtliche Versorgungsoperationen auf die Nachtstunden und brachten mit schnellen Zerstörern im sog. Tokyo Express immer wieder frische Truppen und Nachschub nach Guadalcanal. Im Verlaufe des Konfliktes um Guadalcanal wurden etwa 50 Schiffe beider Seiten durch Luftangriffe und Seeschlachten versenkt, so dass man den Gewässern um Lunga den Namen Iron Bottom Sound (Eisengrund-Sund) gab. Auch die Nachschub(see)wege nach Guadalcanal wurden heftig umkämpft. Beide Seiten verloren dabei Flugzeugträger, mehrere Kreuzer und zahlreiche kleinere Schiffe.
In der Schlacht um die Ost-Salomonen, einer Trägerschlacht, konnten die Amerikaner einen leichten Flugzeugträger versenken, zogen sich danach aber zurück. Die Flugzeuge der in dieser Schlacht beschädigten USS Enterprise wurden zum Henderson Airfield verlegt.
In einer weiteren Trägerschlacht, der Schlacht um die Santa-Cruz-Inseln, konnten die Japaner einen Träger versenken und einen beschädigen, worauf sich die Amerikaner wieder zurückzogen.
Die beiden Seeschlachten von Guadalcanal waren der letzte Versuch der Japaner die Gewässer rund um die Insel zu kontrollieren. In der ersten konnten die Japaner den Amerikanern noch schwere Verluste zufügen, aber nach der zweiten mussten sie sich zurückziehen. Beide Seiten verloren dabei mehrere Schiffe.
In der Schlacht bei Tassafaronga, traf ein japanischer Tokyo Express auf einen amerikanischen Verband, der vernichtend geschlagen wurde. Aufgrund dieser Niederlage änderten die Amerikaner ihre taktischen Grundlagen für Nachtkämpfe.
Die Zahl der auf See getöteten Matrosen überstieg am Ende der Auseinandersetzungen die Zahl der in monatelangen zähen Dschungelkämpfen gefallenen Soldaten.
Am 17. Dezember starteten die Amerikaner schließlich eine Großoffensive, die zwei Monate andauerte, bis die Japaner ihre Truppen in drei Etappen am 1. (ca. 5.000 Mann), 4. (ca. 5.000 Mann) und 7. Februar (ca. 2.500 Mann) auf Zerstörern nach New Georgia evakuierten (Operation KE). Damit war der Seeweg zwischen Australien und Amerika gesichert, und Guadalcanal wurde ein wichtiger Ausgangspunkt der alliierten Operationen gegen Rabaul, den japanischen Hauptstützpunkt im Südpazifik.
Das damals umkämpfte Flugfeld ist heute der zivile Flugplatz Honiaras, der Hauptstadt der Solomonen-Inseln. Der alte Name Henderson Field wurde erst im Dezember 2003 unter Protest vieler amerikanischer Veteranen in Honiara International Airport geändert.
Die Schlacht von Guadalcanal bildet den Hintergrund des Antikriegsromans The Thin Red Line (deutscher Titel: Die Insel der Verdammten) des amerikanischen Schriftstellers James Jones, der selbst an den Kämpfen teilgenommen hatte. Das Buch wurde unter dem Originaltitel 1964 von Andrew Marton und 1998 erfolgreich von Terrence Malick verfilmt. Der deutsche Filmtitel lautet: Der schmale Grat.
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