| Battle of Gettysburg, by Currier and Ives.png |
| Schlachtszene bei Gettysburg, zeitgenössischer kolorierter Stahlstich |
| Kontrahenten | |
|---|---|
USA | CSA |
| Kommandeure | |
| TruppenstärkenNational Park Service: Truppenstärke | |
| Verluste | |
Nach der zweiten Schlacht von Winchester konnte Lee unbehelligt den Potomac River überqueren und bis zum Susquehanna River vordringen. Seine ca. 75.000 Mann starke Armee war in einem großen Bogen auf beiden Seiten des South Mountain verteilt. Das I. Korps unter James Longstreet hatte den Raum Chambersburg, das II. unter Richard S. Ewell den Raum südlich Carlisle und das III. unter Ambrose P. Hill den Raum Cashtown erreicht. Die Kavalleriedivision J.E.B. Stuarts befand sich ostwärts der Potomac-Armee, so dass Lee seit dem 24. JuniThe War of the Rebellion, Series I, Volume XXVII, Part II, S. 316: Lees Bericht über die Schlacht keine exakten Informationen über die Bewegungen der gegnerischen Armee hatte. Als Lee am 28. Juni erfuhr, dass die Potomac-Armee den Potomac-River nach Norden überquert hatte, befahl er der Nord-Virginia-Armee, sich im Raum Cashtown zu versammeln.
Am 30. Juni hatte sich J._Johnston_Pettigrew Brigade aus Generalmajor Henry_Heth Division auf der Suche nach Verpflegung und Schuhen Gettysburg genähert. In der Stadt befand sich jedoch bereits Kavallerie der Union. Diese konnte die Stadt halten, weil Pettigrew das Gefecht nicht annahm und nach Westen auswich.
Generalleutnant Hill befahl Heth für den nächsten Tag, eine gewaltsame Aufklärung gegen Gettysburg durchzuführen, weil er annahm, dass es sich bei den Kräften dort nur um pennsylvanische Miliz handele. Damit verstieß Hill nicht gegen Lees Anweisung, sich bis zur Versammlung der Nord-Virginia-Armee auf keine größeren Gefechte einzulassen.
Gegen 07:30 Uhr erreichten die Brigaden der Brigadegenerale James J. Archer und Joseph R. Davis – ein Neffe des Präsidenten der Konföderierten Staaten – die der Stadt im Nordwesten vorgelagerten Höhenrippen. Da Heth nur wenig Widerstand erwartete, entfaltete er die beiden Brigaden auf beiden Seiten des Chambersburg Pikes und marschierte auf die Stadt zu. Brigadegeneral John F. Buford war jedoch in der Nacht nicht untätig geblieben und verteidigte mit den abgesessenen Reitern – bewaffnet mit Sharps-Karabinern - seiner beiden Brigaden und einer berittenen Artilleriebatterie entlang der McPherson Ridge. Es gelang Buford, die überlegenen Südstaatler mehr als zwei Stunden aufzuhalten, bevor er nach Gettysburg ausweichen musste. Gettysburg Battle Map Day1.jpg In diesen Minuten erschienen die ersten beiden Brigaden der 1. Division des I. Korps der Potomac-Armee und lösten die Reiter Bufords ab. Der Kommandierende General Generalmajor John_F._Reynolds wies zu Pferde die Brigadekommandeure bei McPherson Ridge in die Stellungen ein und wurde dabei tödlich verwundet. Zuvor hatte Reynolds noch die Kommandierenden Generale der folgenden Korps, des XI. und III., gebeten, die Stadt mit ihren Truppen beschleunigt zu erreichen.
Der 1. Division des I. Korps, dessen Führung inzwischen Generalmajor Abner Doubleday übernommen hatte, gelang es, die Konföderierten unter beiderseitigen großen Verlusten bis gegen 14:30 Uhr aufzuhalten. In der Zwischenzeit hatten die ersten Brigaden des XI. Korps unter Generalmajor Oliver O. Howard Gettysburg erreicht und Stellungen rechts vom I. Korps nach Nordwesten und Norden bezogen.
Zu dieser Zeit hatte Heth die beiden anderen Brigaden der Division in das Gefecht eingeführt. Dabei war auch das 26. North Carolina Regiment, mit 900 Mann das stärkste der Nord-Virginia-Armee, das am Ende des 1. Tages 212 Mann und am Ende der Schlacht noch 60 Köpfe zählte. Heth selbst erhielt einen Kopfschuss und blieb den Rest der Schlacht dienstunfähig. Die Division übernahm Brigadegeneral Pettigrew.
Generalleutnant Hill hatte jetzt auch Generalmajor William_Dorsey_Pender Division in das Gefecht eingeführt, so dass das I. Korps über die Seminary Ridge auf die Stadt ausweichen musste. Noch bevor dieser Angriff begann, hatten die Divisionen der Generalmajore Robert_E._Rodes und Jubal Early des II. Korps unter Generalleutnant Ewell aus Norden kommend die noch in Stellung gehenden Regimenter des I. und XI. Korps der Nordstaatler bei Barlow’s Knoll angegriffen.
Als die Stellungen der Union schließlich im Norden und Westen der Stadt zusammenbrachen, befahl Generalmajor Howard den Rückzug auf den Cemetery Hill südlich der Stadt. Dort hatte er bereits beim Erreichen von Gettysburg der Division Generalmajor Adolph_von_Steinwehr befohlen, diese Höhe auf jeden Fall zu halten. Dadurch konnte der Rückzug, der teilweise in wilde Flucht ausgeartet war, aufgehalten und die Truppenteile reorganisiert werden.
Lee hatte das Schlachtfeld gegen 14:30 Uhr erreicht und das defensive Potential der Höhen südlich der Stadt für die Union erkannt. Er forderte deshalb A.P. Hill auf, den bisher erfolgreichen Angriff fortzusetzen und befahl Ewell, Cemetery Hill und Culp’s Hill zu nehmen, wenn das möglich sei - “if practicable”The War of the Rebellion, Series I, Volume XXVII, Part II S. 318: Angreifen, wenn möglich. Hill konnte den Angriff jedoch nicht fortsetzen, da seine Truppen schwere Verluste erlitten hatten und kaum noch über Munition verfügten. Die dritte Division des II. Korps würde erst gegen Abend den Raum westlich Gettysburg erreichen.
Ewell unternahm nichts, um die Voraussetzungen für den Angriff zu schaffen. Aber ohne diese Voraussetzungen war die Erstürmung der beiden Hügel nicht möglich. Die Anweisung “if practicable” hatte Ewell verwirrt und er vergab dadurch die Möglichkeit, die Potomac-Armee entscheidend zu schlagen.
Am 1. Juli hatten sich 25.000 konföderierte und 18.000 Soldaten der Union gegenüber gestanden. Lee hatte einen ersten großen Erfolg errungen. Am Nachmittag traf sich Lee noch mit dem Kommandierenden General seines I. Korps – Generalleutnant Longstreet, dessen erste Division erst am Vormittag des nächsten Tages nach ca. 28 km Marsch im Raum Gettysburg eintreffen würde. Trotz anderer Vorschläge Longstreets entschied sich Lee, die Schlacht am nächsten Tag auf den Flügeln wieder aufzunehmen.
Während der Nacht und am Morgen des 2. Juli erreichten die meisten der Infanteriedivisionen beider Armeen das Schlachtfeld, einzig Longstreets 3. Division unter Generalmajor George Pickett würde erst am späten Nachmittag eintreffen.
Generalmajor Meade verteidigte mit dem XII. Korps auf Culp’s Hill, links davon mit den Resten des I. und XI. Korps auf Cemetery Hill, weiter nach Süden mit dem II. Korps entlang der Cemetery Ridge und anschließend daran mit dem III. Korps unter Generalmajor Daniel_Sickles bis zum Little Round Top.
Lees Operationsplan für diesen Tag sah Angriffe auf beiden Flügeln der Potomac-Armee vor. Longstreet sollte mit drei Divisionen, davon Andersons Division aus Hills III. Korps, den linken Flügel rittlings der Emmitsburg Road nach Nordosten angreifen. Ewell sollte mit zwei Divisionen den rechten Flügel beschäftigen und nur zum Angriff übergehen, wenn sich eine “favorable opportunity” ergab. Dieser Plan litt wegen der fortdauernden Abwesenheit von Stuarts Kavalleriekorps an genauen Aufklärungsergebnissen, so dass Longstreets linke Division unter Generalmajor Lafayette_McLaws nicht die linke Flanke der Union sondern frontal gegen Sickles III. Korps angreifen musste. Gettysburg Battle Map Day2.jpg Sickles hatte eigenmächtig Stellungen westlich der Cemetery Ridge bezogen, weil das Gelände dort etwas überhöht war. Er wollte vermeiden nochmals wie in der Schlacht bei Chancellorsville tödlichem Artilleriefeuer ausgesetzt zu sein, als er das überhöhte Gelände, den “high Ground” ‘Hazel Grove’, aufgeben musste. Durch diesen Vormarsch überdehnte Sickles jedoch die Stellungen der beiden Divisionen des III. Korps. Als Meade Sickles am Nachmittag mit den Worten
Longstreet sollte so früh wie möglich angreifen; der Angriffsbeginn verzögerte sich jedoch, weil Longstreet auf das Eintreffen einer Brigade warten musste und während der Annäherung eine Beobachtungsstation auf dem Little Round Top erkannt wurde. Um unerkannt zu bleiben, mussten die Truppen zurück. Als Generalmajor John B. Hood gegen 16:00 Uhr die Stellungen Sickles’ erkannte, wollte Hood den Operationsplan ändern und ostwärts der Round Tops nach Norden angreifen, was Longstreet allerdings ablehnte. Schließlich griff Hood eigenmächtig gegen 16:30 Uhr die beiden Tops und Devil’s Den an.
Schnell erreichte das 15. Alabama Regiment die Höhe des Big Round Top und begann sofort mit der Annäherung an den Little Round Top, als es unter mörderisches Feuer geriet. Nur 10 Minuten vorher war das 20. Maine Regiment auf dem Hügel eingetroffen. Der Kommandeur des 15. Alabama, Oberst William_C._Oates, erkannte die Bedeutung des Little Round Tops und versuchte wiederholt, die Stellung des 20. Maine unter Oberst Joshua L. Chamberlain rechts zu umgehen, was aber nicht gelang. Als dem 20. Maine schließlich die Munition ausging, befahl Chamberlain einen Bajonettangriff, der das 15. Alabama auf dessen Ausgangsstellungen zurückwarf. Der Film „Gettysburg“ zeigt detailliert den Kampf des 15. Alabama gegen das 20. Maine. Nach und nach trafen weitere Verbände der 1. Division des V. Korps ein und die Lage an den Tops konnte stabilisiert werden. Der Angriff Hoods bei Devil’s Den war verlustreich, aber erfolgreich, konnte aber nicht weiter auf die Tops vorangetrieben werden. Little Round Top 1863.jpg Nachdem Hoods Brigaden gegen 17:00 Uhr Devil’s Den genommen hatten, griff McLaws Division das III. Korps, das inzwischen durch Brigaden des V. Korps verstärkt worden war, beim Wheatfield und am Peach Orchard an. Gegen 17:30 Uhr wurden die Unionsverbände aus dem Wheatfield nach Osten gedrängt und gleichzeitig gelang den Konföderierten ein Einbruch am Peach Orchard. Die Truppen des III. und V. Korps waren in Auflösung und flohen nach starken Verlusten in Richtung der nördlich der Tops liegenden Cemetery Ridge, des wegen des ‘High Grounds’ am Peach Orchard am Mittag von Sickles aufgegebenen Gebietes.
Eine von Meade befohlene Verstärkung aus dem II. Korps, Brigadegeneral John_C._Caldwell Division, erreichte gegen 18:00 Uhr den Kampfraum, und es gelang, den Angriff der Konföderierten kurzfristig zu stoppen. Die Konföderierten griffen gegen 19:30 Uhr erneut durch das Wheatfield an und wurden wiederum durch einen Gegenangriff am nördlichen Ende des Little Round Tops abgewehrt.
Die dritte für den Angriff bereitgestellte Division Andersons aus A.P. Hills Korps begann den Angriff nördlich Peach Orchard gegen die rechte Flanke von Sickles Korps gegen 18:00 Uhr. Die beiden dort eingesetzten Unions-Brigaden mussten ausweichen. Diese Ausweichbewegung war der Auslöser für den Zusammenbruch des gesamten rechten Flügels des III. Korps. Die am linken Flügel von Andersons Division eingesetzten Brigaden fanden schnell die Lücke, die sich durch den Zusammenbruch ergeben hatte, und drängten auf Cemetery Ridge. Für einige Zeit waren dort General Meade und sein Stab die einzigen Verteidiger der Union. Ob die Südstaatler die Kuppe der Cemetery Ridge erreicht hatten, ist historisch umstritten – vieles spricht jedoch dafür. Brigadegeneral Ambrose_R._Wright konnte die Höhenrippe jedoch nicht halten, da er keine Verstärkungen erhielt. Die links von Wright eingesetzten Brigaden gingen nur zögernd vor oder blieben stehen. Sogar den ausdrücklichen Befehl Andersons, weiter vorzugehen, ignorierte einer der Brigadekommandeure. Schließlich musste Wright wieder auf die Emmitsburg Road ausweichen. Der Kampf fand bei Einbruch der Dunkelheit auf ganzer Breite ein Ende. Während dieses Angriffs wurde Generalmajor Pender am Bein getroffen, als er die Front seiner Division, die sich zur Unterstützung des Angriffs formierte, abritt. Pender verstarb an den Folgen der Amputation. Brigadegeneral Trimble übernahm die Division.
Am Morgen des 2. Juli hatten eine Division des I. und zwei Divisionen des XII. Korps der Union begonnen, Culp’s Hill mit Stellungen zu befestigen. Ewell begann die befohlene Ablenkung gleichzeitig mit Longstreets Angriff gegen 16:00 Uhr zunächst ausschließlich mit Artillerie. Generalmajor Meade ließ sich durch die Aktionen Ewells jedoch nicht beeindrucken. Meade befahl dem Kommandierenden General des XII. Korps, Generalmajor Henry_Warner_Slocum, sein Korps zur Unterstützung der wankenden Front am linken Flügel der Armee bereitzustellen. Daraufhin zog Slocum alle Kräfte bis auf die Brigade Brigadegeneral George_S._Greene ab. Union breastworks Culp's Hill Gettysburg.jpg Erst zu Beginn der Dämmerung gegen 19:00 Uhr befahl Ewell den Angriff auf beide Hügel. Culp’s Hill wurde von drei Brigaden der Division Generalmajor Edward_Johnson_%28general%29 aus Osten angegriffen, Cemetery Hill durch die Division Earlys. Die Schwierigkeiten für die Angreifer lagen in der schnell hereinbrechenden Dunkelheit, dem ansteigenden Gelände und den ausgebauten Stellungen, auf die sie am Culp’s Hill trafen.
Die Angriffe der beiden im Norden angreifenden Brigaden aus Johnson Division wurden abgewehrt. Der Brigade des Brigadegenerals George_H._Steuart im Süden gelang es, die Stellungen der Unionstruppen südlich zu umgehen. Hier verteidigte, ähnlich wie das 20. Maine Regiment am anderen Ende der Potomac-Armee, das 137. New York Regiment unter Oberst David Ireland am äußersten rechten Ende der Armee. Es gelang dem Regiment unter großen Verlusten, die rechte Flanke der Armee mit nur geringen Geländeverlusten zu halten.
Da die Truppen nicht gewohnt waren, in der Dunkelheit zu kämpfen, kam es zu verlustreichen Zwischenfällen: Das 1. North Carolina Regiment feuerte auf das 1. konföderierte Maryland Regiment. Als die Reste des XII. Korps in ihre Stellungen zurückkehrten, fanden die Soldaten diese von Konföderierten besetzt. Um diesem Durcheinander ein Ende zu bereiten und um weitere Verluste zu vermeiden, beendeten die Divisionskommandeure auf beiden Seiten gegen 23:00 Uhr das Gefecht, um bei Tagesanbruch aus den erreichten Positionen weiter zu kämpfen.
Am Cemetery Hill gelang es Earlys Brigaden, bis auf die Höhe vorzustoßen und mehrere Geschütze zu erbeuten. Zwei neu herangeführte Unionsregimenter beendeten das Handgemenge der Infanterie mit den Geschützbedienungen. Dabei erkannte der konföderierte Brigadekommandeur, Brigadegeneral Harry_T._Hays, dass es nicht mehr möglich war, Freund und Feind zu unterscheiden. Als er dann auch noch von einer Brigade des II. Korps angegriffen wurde, befahl er den Rückzug an den Fuß des Hügels. An dem Angriff auf Cemetery Hill sollte auch Rodes Division teilnehmen. Diese hatte jedoch ihre Ausgangsstellungen erst nach Einbruch der Dunkelheit erreicht. Nach dem Ende der Kampfhandlungen war der Cemetery Hill wieder in der Hand der Potomac-Armee.
Die Südstaatler hatten am Culp’s Hill eine große Gelegenheit verpasst – die Hauptverbindungslinie der Potomac-Armee verlief auf dem Baltimore Pike, nur 600 m von den Stellungen des 137. New York Regiments entfernt.
Stuarts Kavallerie war am Nachmittag des 2. Juli im Raum Gettysburg eingetroffen, konnte jedoch nicht in das Geschehen eingreifen. Da durch diese Bewegung auch die restliche Kavallerie der Potomac-Armee im Raum Gettysburg erschien, musste Johnson eine Brigade gegen diese neue Bedrohung abstellen.
Generalmajor Meade entschied sich nach einer Besprechung mit seinem Stab und den Kommandierenden Generalen wegen der Verluste der Potomac-Armee, die Angriffe Lees am nächsten Tag abzuwarten. Am Ende der Besprechung warnte Meade Brigadegeneral John Gibbon, inzwischen Kommandierender General des II. Korps der Union, dass, wenn Lee morgen angreifen sollte, er das vor Gibbons Korps machen würde. Meade sagte Unterstützung durch das V. und VI. Korps zu. Dem XII. Korps erlaubte Meade einen Angriff am nächsten Morgen, um die verlorenen Stellungen am Fuße Culp's Hills zurück zu erobern.
Lee dagegen war missgelaunt, weil seine Aufträge und Pläne nur ungenügend ausgeführt worden seien. Longstreet schlug erneut eine strategische Umgehung der linken Flanke der Potomac-Armee vor, aber Lee entschied, am nächsten Tag erneut beide Flanken anzugreifen, während Stuart links und im Rücken Ewells operieren sollte.
Die Verluste für den 2. Tag sind schwierig einzuschätzen, weil beide Armeen erst nach der Schlacht einheitsweise die jeweiligen Stärken feststellten. Man schätzt, dass die Nord-Virginia-Armee ca. 6.000 Mann Verluste hatte, was für die am Angriff beteiligten Divisionen Longstreets Verluste in Höhe von 30 – 40% bedeutete. Die Potomac-Armee hatte ca. 9.000 Mann Verluste.
Lee erkannte am frühen Morgen des 3. Juli, dass sein Plan nicht durchführbar war – Longstreet war noch nicht genügend für den Angriff vorbereitet und Ewell war bereits in heftige Kämpfe am Culp’s Hill verwickelt. Lees Aufforderung an Ewell, das Gefecht nicht anzunehmen, kam zu spät.
Die Batterien des XII. Korps hatten in der Dämmerung begonnen, die Stellungen Steuarts für 30 Minuten zu beschießen. Dem anschließend geplanten Angriff kamen die Südstaatler jedoch zuvor. Insgesamt griffen die Soldaten Johnsons dreimal an, wurden aber jedes Mal abgewehrt. Die Kämpfe waren gegen 12:00 Uhr mit einem Angriff zweier Unionsregimenter beendet, der wegen Missinterpretation des Angriffbefehls frontal durchgeführt wurde. Der Kommandeur des 2. Massachusetts Regiments, Oberst Charles R. Mudge, ließ sich den Befehl sogar wiederholen, und sagte danach:
Während der blutigen zweitägigen Kämpfe am Culp’s Hill verloren die Union ca. 1.000 Mann und die Konföderierten 2.800 Mann – 1/5 und 1/3 der Mannschaftsstärke.
Ermutigt durch die Tatsache, dass den konföderierten Truppen gestern beinahe der Durchbruch rechts des Zentrums der Potomac-Armee gelungen war, entschied Lee sich in Abänderung des gestrigen Plans für einen Angriff auf die Mitte des Gegners.
170 konföderierte Geschütze begannen um 13:00 Uhr ein zweistündiges Trommelfeuer auf die Artilleriestellungen zwischen Cemetery Hill und den Round Tops entlang der Cemetery Ridge. Zunächst erwiderten 80 Geschütze der Potomac-Armee das Feuer, aber bald befahl der Kommandeur der Artillerie, Brigadegeneral Henry_Jackson_Hunt, das Feuer einzustellen, um für den zu erwartenden Angriff der Infanterie noch genügend Munition vorrätig zu haben. Obwohl das Feuer der Konföderierten wegen der schlechten Sichtverhältnisse meist zu hoch lag, waren die Verluste auf beiden Seiten erheblich.
Gettysburg Battle Map Day3.jpg Gegen 15:00 Uhr hatte sich die Artillerie nahezu verschossen und der Angriff begann. Am Angriff nahmen unter Longstreets Führung Picketts Division aus dem I. Korps und Isaac_R._Trimble, ehem. Penders, und Pettigrews, ehem. Heths, Divisionen aus dem Korps A.P. Hills teil. Die Gesamtstärke der eingesetzten Truppen betrug ca. 12.000 Mann. Der Angriff begann an der Seminary Ridge auf einer Breite von mehr als einer Meile. Die Brigaden gingen langsam über ein einen Kilometer offenes Gelände nach Osten auf die Stellungen der Union an der Cemetery Ridge vor. Sofort nach Überschreiten der Seminary Ridge eröffneten die Unionsbatterien entlang der Cemetery Ridge das Feuer auf die konföderierten Soldaten. Besonders das flankierende Feuer vom Cemetery Hill und nördlich des Little Round Top riss große Lücken in die angreifenden Linien. Als die Angreifer nur noch 360 m entfernt waren, schoss die Artillerie mit Kartätschen, und die Unionsinfanterie beteiligte sich mit Musketenfeuer. Die Konföderierten verkürzten die Linie auf eine halbe Meile und griffen weiter an. Picketts Division drehte nach Nordosten ein. Dadurch bot die Division den Unionsbatterien die Flanke, die jetzt parallel zu den Linien der Angreifer feuern konnten. Pettigrews linke Flanke sah sich plötzlich einem Flankenangriff des 8. Ohio Regiments ausgesetzt, der dazu führte, dass die links eingesetzte Brigade zu den Ausgangsstellungen am Seminary Rigde flüchtete. 3698.jpg Die angreifenden Konföderierten drängten sich im Zentrum immer mehr zusammen und bildeten eine 15 – 30 Mann tiefe Formation. An einem niedrigen Steinwall, der hier einen rechten Winkel beschrieb, brachen schließlich ca. 200 Mann unter der Führung Brigadegeneral Lewis A. Armisteads in die Stellungen der Unionsinfanterie ein und erreichten die ersten Artilleriestellungen. Im Gegenangriff wurden die Konföderierten wieder aus den Stellungen geworfen. Dieser Teil des Steinwalles - wegen des Winkels “The Angle” genannt - wurde später als “High Water Mark of the Confederacy” („Hochwassermarke der Konföderation“) bekannt. Die restlichen Einheiten und Verbände der Konföderierten wichen langsam auf die Seminary Ridge zurück, als klar wurde, dass keine Verstärkungen nachgeführt wurden. Der gesamte Angriff, später Picketts Charge genannt, dauerte wenig mehr als eine Stunde.
Als Generalmajor Pickett sich bei Lee zurückmeldete, befahl dieser, sich mit seiner Division auf einen Gegenangriff der Potomac-Armee vorzubereiten. Pickett antwortete darauf:
Generalmajor Stuart sollte mit der konföderierten Kavallerie die linke Flanke der Nord-Virginia-Armee überwachen und die Hauptverbindungslinie im Rücken der Potomac-Armee unterbrechen. Drei Meilen ostwärts von Gettysburg traf Stuart mit vier Brigaden, ca. 3.430 Reiter mit dreizehn Kanonen, gegen 13:00 Uhr auf Brigadegeneral David_McM._Gregg Division, verstärkt durch Brigadegeneral George A. Custers Brigade, ca. 3.250 Reiter. Stuart griff sofort mit dem 1. Virginia Regiment an, wurde jedoch im Gegenangriff durch das 7. Michigan Regiment unter Custers persönlicher Führung - “Come on, you Wolverines!”'Wolverines' (Vielfraße) ist der Spitzname der Bewohner Michigans - im Kampf mit Pistole und Säbel zurückgeworfen. Durch Verstärkungen gelang es Stuart, Custers Reiter in die Flucht zu schlagen. Stuart befahl einen erneuten Angriff mit der Masse der Brigade Brigadegeneral Wade Hamptons. Mit gezogenen Säbeln griffen die Reiter Hamptons das 7. Michigan Regiment an. Gregg ließ darauf die Flanken Hamptons angreifen. Von drei Seiten bedrängt wichen die konföderierten Reiter auf die Ausgangsstellungen aus. Das gesamte Gefecht dauerte ca. 40 Minuten. Obwohl ein taktisches Unentschieden bedeutete das Gefecht eine strategische Niederlage Lees, weil es Stuart nicht gelang, in den Rücken der Potomac-Armee zu gelangen. Einer der weniger bekannten Helden Gettysburgs war George Armstrong Custer, unter dem zwei Pferde weggeschossen wurden. Gettysburg stellte einen Höhepunkt seiner Karriere dar.
Die Kavalleriedivision der Union unter Brigadegeneral Hugh J. Kilpatrick griff gegen 15:00 Uhr die Stellungen von Hoods Division aus Süden beiderseits der Emmitsburg Road an. In mehreren Wellen ließ Kilpatrick die Kavallerieregimenter gegen Infanterie in Stellungen zunächst aufgesessen, später abgesessen angreifen. Die Konföderierten wiesen alle Angriffe ab, und ein Leutnant eines Alabama Regiments feuerte seine Soldaten mit den Worten „Kavallerie, Jungs, Kavallerie! Das ist kein Kampf, das ist ein Scherz, gebt’s ihnen!“ an.
Diese schlecht durchdachten und ausgeführten Kavallerieangriffe markierten den Tiefpunkt in der Geschichte der Unionskavallerie und die letzten bedeutenden Feindseligkeiten der Schlacht von Gettysburg.
Am Abend verließ die Nord-Virginia-Armee bei strömenden Regen die Stellungen und marschierte auf der Fairfield Road zum South Mountain und von dort über die Städte Hagerstown und Williamsport, beide in Maryland, nach Virginia. Während des Rückzuges galt Lees besondere Aufmerksamkeit den Verwundeten und den Versorgungskolonnen, ersteres aus der Verantwortung als Führer, letzteres, weil diese die einzige Möglichkeit darstellten, die Armee zu weiteren Kämpfen zu befähigen. Es gelang Lee, die teilweise unter erbarmungswürdigen Bedingungen - noch nicht einmal Stroh auf den Wagen und zu wenig Sanitäter für die Betreuung - transportierten Verwundeten, die ca. 5.000 Gefangenen, die erbeuteten Waffen und Munition und die Versorgungsfahrzeuge bis auf wenige Verluste nach Virginia zu bringen.
Meade folgte Lee nur halbherzig. Selbst als der Hochwasser führende Potomac River Lee zwang, auf dem nördlichen Ufer zu verbleiben, dauerte es zu lange, bis die Potomac-Armee heran war. Das Gefecht mit der Nachhut am 14. Juli bei Falling Waters im heutigen West Virginia beendete den Gettysburg Feldzug.
Lee hatte die Schlacht bei Gettysburg nicht gewollt. Das kam in seiner Befehlsgebung am 1. Juli deutlich zum Ausdruck, in der Lee immer darauf hinwies, dass Longstreets Korps noch nicht verfügbar war. Die Schlacht begann, um einen heutigen Begriff zu nennen, als Begegnungsgefecht. Sowohl A.P. Hill als auch der später vor Ort eintreffende Lee erkannten, dass die Nord-Virginia-Armee in diesem Moment ausreichend überlegen war, um das Gefecht zu ihren Gunsten zu entscheiden. Auch wenn die erste Gelegenheit, den Gegner zu schlagen, versäumt wurde, glaubte Lee nur durch Angriff die Initiative behalten zu können.
Lee hatte schon lange an eine Umgliederung der Nord-Virginia-Armee gedacht, weil ihm die Korps zu groß und entsprechend schwierig zu führen waren. Ein Kandidat für den Dienstposten eines Kommandierenden Generals war nach der Schlacht am Antietam A.P. Hill. Nach dem Tode Jacksons wurde die Personallage knapp. Übrig blieben als geeignete Kandidaten nur noch Hill und der gerade genesene Ewell Douglas S. Freeman, Robert E. Lee, Vol III Kap 2 Detaillierte Beschreibung der Personaldiskussion. Hill hatte bereits unter Lees direktem Kommando eine Division geführt, Ewell war mit der Befehlsgebung seines Oberbefehlshabers nicht vertraut. Letzterer hatte bis jetzt ausschließlich unter Jackson geführt und kannte nur dessen straffe Führung. Beide hatten noch nie im Gefecht ein Korps geführt. Der Präsident, Jefferson Davis, genehmigte die Umgliederung und am 30. Mai befahl Lee im Besonderen Befehl Nr. 146 die neue OrganisationThe War of the Rebellion, Series I, Volume XXV, S. 840: Special Orders No. 146. Hills III. Korps bestand aus zwei neu gebildeten Divisionen mit neuen Divisionskommandeuren und Andersons Division aus Longstreets Korps. Ewells II. Korps bestand aus den Divisionen aus Jacksons ehemaligen Korps mit den erfahrenen Divisionskommandeuren.
J.E.B. Stuarts Kavallerie war Lees wichtigstes Aufklärungsmittel. Lee hatte Stuart am 23. Juni das weitere Vorgehen befohlen, die Durchführung Stuart überlassen, da dieser die Lage besser beurteilen konnteThe War of the Rebellion, Series I, Volume XXVII, Part III S. 923: Die Durchführung überlasse ich Ihrer Beurteilung. Lee hatte Stuart angewiesen, die Verbindung zum rechten Flügel des II. Korps unbedingt herzustellen, sobald sich die Potomac-Armee zu bewegen begann. Lee konnte nicht voraussehen, dass Stuart diese Gelegenheit zu einem erneuten Husarenritt um die Potomac-Armee nutzen würde und einen eindeutigen Auftrag missachten würde. Da Stuart sich am 30. Juni ostwärts der Potomac-Armee befand, hatte Lee keine Erkenntnisse über das Verhalten des Gegners. Die gewaltsame Aufklärung am 1. Juli wäre sicherlich unterblieben, hätte Lee geahnt, dass es sich bei der pennsylvanischen Miliz um eine Kavalleriedivision, dicht gefolgt von zwei Korps der Potomac-Armee handelte.
Ewell hatte bis dato unter dem nach der Schlacht bei Chancellorsville verwundeten und kurz darauf an Lungenentzündung verstorbenen Generalleutnant Jackson gedient und war mit Lees Befehlsgebung nicht vertraut. Lee gewährte den ihm direkt unterstellten Truppenführern einen großen Ermessensspielraum. Ewell konnte mit diesem Ermessen nichts anfangen. Unter Jackson hatte es so etwas nicht gegeben; dieser hatte detailliert befohlen und nichts in das Ermessen seiner Truppenführer gestellt. Deshalb unternahm Ewell am 1. Juli nichts, um die Möglichkeit eines erfolgversprechenden Angriffs herbeizuführen.
Am Abend des 1. Juli war Lee beim II. Korps und fragte Ewell im Beisein der Divisionskommandeure des II. Korps, ob er Cemetery Hill angreifen könne oder einen Angriff auf der rechten Flanke der Armee bevorzuge. Bezeichnenderweise antwortete nicht Ewell, sondern Jubal Early und Ewell nickte zu den Antworten sprachlos. Noch in der Nacht ritt Ewell zu Lee und meldete, dass er die Möglichkeit sehe, Culp's Hill anzugreifen. Am 2. Juli war Ewell nicht in der Lage, die Angriffe seines Korps auf Culps Hill und Cemetery Hill zu koordinieren. Lee versäumte es hier einzugreifen und ließ Ewell die Angriffe erneut nach dessen Ermessen führen. Die dritte Division hatte Ewell dabei überhaupt nicht eingesetzt.
Longstreet hatte die ursprüngliche Absicht Lees, den Gegner auf einem von den Konföderierten ausgesuchten Gelände angreifen zu lassen, tief verinnerlicht. Er schlug Lee an den ersten beiden Tagen der Schlacht vor, die Nord-Virginia-Armee zwischen Washington und die Potomac-Armee zu schieben und sich dort angreifen zu lassen. Longstreet verzögerte den Beginn des Angriffs am 2. Juli und änderte den Operationsplan selbstständig, so dass Lee zustimmen musste, die drei für den Angriff vorgesehen Divisionen zeitlich und räumlich gestaffelt in das Gefecht einzuführen. Lee, der sich am frühen Nachmittag bei Longstreet aufhielt, tat nichts gegen das Tändeln Longstreets und ritt zu seinem Hauptquartier zurück, ohne Longstreet energisch in die Schranken zu weisen.
Am 3. Juli machte zunächst Meade Lee einen Strich durch die Rechnung, als die Potomac-Armee Ewell angriff und eine gemeinsame Aktion der Nord-Virginia-Armee auf den Flügeln verhinderte. Longstreet hatte entgegen der Befehle Lees, einen Angriff gegen die linke Flanke der Potomac-Armee vorbereiten lassen. Da ein koordinierter Angriff unmöglich geworden war, entschloss sich Lee, das Zentrum der Potomac-Armee anzugreifen. Mit der Durchführung beauftragte Lee Longstreet. Dieser wollte den Angriff nicht führen, weil er ihn für falsch hielt.
Picketts Charge war aus heutiger Sicht eine absurde Möglichkeit. Zu der Zeit der napoleonischen Kriegsführung war ein solcher Angriff etwas ganz Normales. Gerade bei Chancellorsville hatten Lees Truppen immer wieder frontal gegen die Stellungen der Potomac-Armee angegriffen und Erfolg gehabt. Lee hatte unbegrenztes Vertrauen in das überragende Können der Nord-Virginia-ArmeeDouglas S. Freeman Vol III Kap. VIII S. 110: Vertrauen in die Armee, besonders der große Sieg bei Chancellorsville und die Niederlage der Potomac-Armee am 1. Juli ließen ihn das glauben. Aber der Gegner war nicht die schlecht geführte Potomac-Armee vom Mai, sondern eine gut geführte und tapfer kämpfende Armee.
Pickett hatte früh erkannt, dass nach Nehmen des Angriffsziels Verstärkungen notwendig waren, um den Erfolg ausweiten zu können. Schon während der Annäherung sandte er einen Offizier mit der Bitte zu Longstreet, Verstärkungen in Marsch zu setzenSouthern Historical Papers Vol 31 S. 228 - 236: Bitte um Verstärkung. Longstreet war anderweitig beschäftigt - während des gesamten Angriffs kümmerte er sich mehr um Kleinigkeiten als um den Angriff. Tatsächlich stand die Division Andersons bereit. Dieser schrieb am 7. August 1863 in seinem Bericht:
Die verheerenden Auswirkungen der Schlacht waren noch 4 Monate später sichtbar, als am 19. November der Nationale Soldatenfriedhof auf dem Cemetery Hill eingeweiht wurde. Dort hielt Präsident Lincoln die berühmte Gettysburg Address, in der er die Nation aufrief, an eine gemeinsame Zukunft der Kriegsparteien zu glauben, damit kein Soldat umsonst gefallen sei.
Die Nord-Virginia-Armee erreichte Virginia in guter Ordnung. Die Konföderierten waren geschlagen, aber nicht besiegt worden. Die materiellen Verluste hielten sich in Grenzen. Die personellen Verluste wogen schwer. Lee gelang es jedoch, die personelle und materielle Kampfkraft der Armee wiederherzustellen, nachdem er sie nach Virginia zurückgeführt hatte. Die Nord-Virginia-Armee kämpfte noch nahezu 2 Jahre weiter und blieb zu jeder Zeit ein gefährlicher Gegner auf dem Schlachtfeld.
General Lee fand für die zurückströmenden Soldaten aufmunternde Worte. Viele rissen sich bei seinem Anblick den Hut vom Kopf und ließen Lee hochleben. Zu Pickett sagte Lee:
Der Streit um den ‘Lost Cause’Alle Dokumente zum Streit sind in den Southern Historical Society Papers aufgeführt. Auszüge davon bei: Gettysburg Discussion Group entstand aus einem Artikel in der New York Times. Longstreet hatte einem Redakteur der Zeitung, der einen Bericht über die Potomac-Armee schreiben wollte, Informationen über die Schlacht von Gettysburg aus seiner Sicht gegeben. Dabei warf Longstreet General Lee Fehler bei dessen Entscheidungen vor.
General Early griff Longstreet deshalb in einer Rede zum zweiten Todestag General Lees an der Washington und Lee Universität heftig an. Early brandmarkte Longstreet als Abtrünnigen, der mit dem Kainsmal gezeichnet wäreRede und Widerrede Earlys und Longstreets: Artikel und Antworten.
In seiner Antwort beschuldigte Longstreet nun auch Ewell und Stuart, an der Niederlage mitschuldig zu sein. Antworten und Erwiderungen gingen hin und her, andere Persönlichkeiten des Südens meldeten sich ebenfalls zu Wort. Der Grundstein für die Legende des ‘Lost Cause’ war gelegt.
General Longstreet eignete sich besonders als Hauptschuldiger. Longstreet war in seinen MemoirenJames Longstreet: From Manassas to Appomatox: Memoiren, in denen er sein Handeln zu rechtfertigen versuchte, nicht zimperlich mit seinen ehemaligen Kameraden aus Kriegszeiten umgegangen. Longstreet war vor dem Krieg mit Ulysses S. Grant befreundet und ließ diese Freundschaft wiederaufleben. Und - Longstreet trat der republikanischen Partei bei.
Longstreet wurde praktisch geächtet und zog sich ganz zurück. Jahre später reiste er zu einer Gedenkveranstaltung und Veteranen erkannten ihn. Diese zogen den Hut und ließen Longstreet hochleben.
Die Diskussion um den ‘Lost Cause’ zog im Laufe der Jahre immer weitere Kreise und bezog außer den handelnden Personen in Gettysburg auch noch andere Führer der Konföderation mit ein. Den Verantwortlichen für diese Diskussionen gelang es, Lee und Jackson bei beiden Kriegsparteien den Status von Helden zu verleihen und bis heute zu bewahren.
Schlacht (USA) | Sezessionskrieg (Schlacht) | 1863
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