Die Schlacht von Argentoratum oder auch Schlacht von Straßburg fand im Herbst 357 in der Nähe des heutigen Straßburg statt.
Nach den Aufzeichnungen des römischen Historikers Ammianus Marcellinus sandte der römische Kaiser Constantius II. seinen Neffen Julian und den römischen Heermeister Barbatio (siehe Ursicinus) nach Rauracum (heute Kaiseraugst), um die Alamannen zu bezwingen. Aufgrund des Laeten-Aufstands und durch das Verschulden Barbatios, der Julianus keine Erfolge gönnte, gelang es den Alamannen unter dem Gaukönig Chnodomar, das zahlenmäßig überlegene römische Heer in die Flucht zu schlagen. Die Alamannen nutzten die Gelegenheit und besetzten zahlreiche linksrheinische Städte von Straßburg über Zabern, Speyer, Worms, Mainz, Bingen, Koblenz bis Andernach.
Die Alamannenkönige Hortar, Suomar, Ur, Ursicin, Vestralp, zehn Unterkönige sowie viele Adlige unter der Führung Chnodomars und seines Neffen Agenarich (Serapio) sammelten ihre Heere und zogen gegen Julian auf, um ihren Anspruch auf die linksrheinischen Gebiete zu bekräftigen. Julianus stand angeblich einem Heer von etwa 35.000 Alamannen gegenüber, die sich aus verschiedenen Teilstämmen zusammensetzten; diese Zahl dürfte jedoch übertrieben sein, um so die Bedeutung des römischen Siegs hervorzuheben. Wahrscheinlich waren beide Heere etwa gleich stark. Ein Überläufer aus Barbatios geschlagenem Heer berichtete den Alamannen zutreffend, dass Julianus 13.000 Mann unter Waffen hatte. Im Bewusstsein ihrer vorherigen Siege und Übermacht sandten die Alamannen Boten an Julian, die ihn aufforderten, das Land zu verlassen, das sie sich mit Tapferkeit und Waffen erworben hätten. Julian lachte die Boten aus, nahm sie gefangen und beschloss, in den Kampf zu ziehen.
Julian marschierte mit seinem Heer, in dem auch keltische und germanische Auxiliareinheiten dienten, von Zabern aus Richtung Straßburg und versorgte sich unterwegs von den Feldern alamannischer Bauern. In Straßburg wurden die Römer schon von den Alamannen kampfbereit erwartet, die vorher drei Tage und Nächte lang über den Rhein übergesetzt hatten. Beide Gegner bauten ihre Schlachtordnungen auf. Die Römer stellten ihre Reiterei auf dem rechten Flügel auf, Chnodomar versammelte seine Reiterei hinter sich auf dem linken Flügel. Noch bevor der Kampf begann forderten die alamannischen Fußtruppen ihre Unterkönige auf, von den Pferden herabzusteigen, damit sie sich bei Gefahr nicht davonmachen könnten. Chnodomar ging mit gutem Beispiel voran und die übrigen Könige stiegen ebenfalls von den Pferden.
Den Alamannen gelang es anfänglich, die römische Reiterei in die Flucht zu schlagen. Dann trafen die Fußtruppen aufeinander und die Kampferfolge ging wechselnd hin und her. Nach Ammianus Marcellinus kämpften ebenbürtige Gegner, die Alamannen durch ihre große Körperkraft, hohen Wuchs, wild und stürmisch gegen die gutgeschulten, ausgerüsteten und erfahrenen römischen Soldaten. Schließlich brachte die gute Erfahrung des römischen Heeres die Entscheidung. Als die Übermacht der Römer klar wurde, versuchten Chnodomar und seine überlebenden Alamannen über den Rhein zu entkommen. Die Römer verfolgten die ungeordnet flüchtenden Alamannen, trieben sie in den Rhein.
Auch Chnodomar versuchte über den Rhein in sein Land entkommen, jedoch wurde er mit drei engen Freunden und zweihundert Begleitern von einer römischen Kohorte gestellt. Chnodomar ergab sich und bat Caesar Julianus um Gnade, er wurde vor den Kaiser nach Rom geführt und soll später in einem Fremdenlager auf dem Mons Caelius an Alterschwäche gestorben sein.
Auf römischer Seite waren nur 243 Soldaten und 4 Militärtribunen gefallen. Auf alamannischer Seite waren nach Ammianus Marcellinus 6.000 (Ammian, XVI. 12,63), nach Libanios 8.000 Männer auf dem Schlachtfeld gefallen und eine etwa gleich große Zahl war nach Zosimos im Rhein ertrunken; während die römischen Verlustzahlen authentisch sein dürften, sind die Verluste der Alamannen wohl stark übertrieben. Die überlebenden Alamannen, die in ihre Gaue zurückkehrten, fühlten sich aber offenbar nicht an die Kapitulation Chnodomars gebunden. Caesar Julian ließ in der Nähe von Mainz eine Brücke über den Rhein bauen und setzte über. Er baute die alten Gutshöfe und Befestigungswerke im Feindesland wieder auf und plünderte Vieh und Getreide bei den Alamannen. Mit den in Straßburg beteiligten Königen ließ Julian Friedensverträge abschließen, wobei je nach Heftigkeit des Widerstands drastische Maßnahmen erforderlich waren.
Siehe auch die im Artikel Julian Apostata angegebenen Literaturhinweise.
Schlacht (Römisches Reich) | Schlacht (Germanen) | Völkerwanderung (Schlacht) | 357 | Alamannen
Schlacht von Argentoratum | Battle of Strasbourg | Bataille d'Argentoratum
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"Schlacht von Argentoratum".
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