Die Schlacht um Athen fand vom 3. Dezember 1944 bis zum 12. Februar 1945 statt. Zu den bewaffneten Auseinandersetzungen kam es, weil sich Einheiten der ELAS im Großraum Athen gegen die britische Invasion und die damit einher gehende Entwaffnung und Verfolgung durch Royalisten und faschistische Kolaborateure zur Wehr setzten.
Die übergeordnete EAM-Führung der ELAS und das ZK der KKE versagten den eigenen Aufständischen die militärische und politische Unterstützung und verständigten sich mit den Gegnern. Ohne Unterstützung aus dem Umland brach der Aufstand in Athen nach zwei Monaten zusammen. Im Abkommen von Varkiza wurde die Demobilisierung der ELAS durchgesetzt.
Ziel der EAM/ELAS war, eine sozialistische Republik Griechenland nach sowjetischem Vorbild zu errichten und die Wiedereinsetzung des griechischen Königs Georg II. zu verhindern. Die EDES kämpfte hingegen für ein bürgerlich-liberales System, das auch nicht unbedingt die Wiedereinsetzung des Königs vorsah. Unterstützt wurde die EDES von den griechischen Royalisten (hier vor allem die "Heilige Schar" und die "Riminibrigade") und den britischen Truppen. Die Rivalität der beiden Widerstandsgruppen ging soweit, dass die ELAS bereits Ende 1943 die Verbände der EDES angriff und ihnen schwere Verluste beibrachte, die die EDES zu Waffenstillstandsverhandlungen mit den Deutschen zwang. In der Folge versorgten die Deutschen dann die EDES mit Waffen zum Kampf gegen die ELAS .
Zunächst schien es, als könnten sich die EAM/ELAS und die EDES, sowie die restlichen politischen Gruppierungen einigen. Doch als die EAM/ELAS feststellte, dass die Briten die royalistischen Brigaden nach Abzug der Deutschen im Herbst 1944 nicht entwaffneten, weigerte auch sie sich, die Waffen niederzulegen und verließ schließlich am 1. Dezember die griechische Regierung. Bereits am 3. Dezember brach der offene Bürgerkrieg aus.
Bis heute ist strittig, von welcher Seite die Eskalation ausging. Ein Grund für eine Eskalation von Seiten der EAM/ELAS könnte gewesen sein, dass diese feststellte, dass Briten und Royalisten die Macht nicht aus den Händen gaben. Für die Briten wiederum könnte ein Grund zur Eskalation gewesen sein, dass diese Griechenland im Moskauer Geheimabkommen (9. April 1944) als britische Interessenssphäre zugesprochen bekommen hatten und nun eine günstige Gelegenheit sahen, die kommunistische EAM/ELAS auszuschalten.
Bürgerkrieg | Griechische Geschichte (20. Jh.) | Kalter Krieg | 1944 1945
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