Die Schlacht bei Hastings fand am 14. Oktober 1066 statt und war der erste militärische Erfolg der französischen Normannen bei der Eroberung Englands. Das normannische Heer unter Herzog Wilhelm besiegte die Angelsachsen unter ihrem König Harald II.
Harald II. wurde der Königstitel bereits nach kurzer Zeit streitig gemacht. Sein Bruder Tostig erhob Anspruch auf die Krone, wobei er von dem norwegischen König Harald Hardrade unterstützt wurde. So wie die Dänen hatten auch die Norweger seit dem 9. Jahrhundert Eroberungszüge gegen die britischen Inseln unternommen und dabei zeitweilig Teile Englands besetzt. Harald Hardrade wollte ebenfalls auf den englischen Thron gelangen, oder zumindest mit Tostig einem ihm wohlgesonnenen Angelsachsen zum Königstitel verhelfen. Der normannische Herzog Wilhelm hatte kurz nach Eduards Tod ebenfalls Ansprüche auf den englischen Thron erhoben. Er berief sich dabei auf ein angebliches Versprechen, das ihm Eduard während seines langen Aufenthalts in der Normandie gegeben haben soll. Außerdem habe Harald Godwinson wenige Jahre vor seiner Krönung einen Eid abgelegt, mit dem er Wilhelm Treue geschworen und auf den Königstitel verzichtet habe. Dieser Eid wird jedoch nur in normannischen Quellen erwähnt, so dass es als fragwürdig einzustufen ist, ob er tatsächlich geleistet wurde. Um seinem Anspruch auf den englischen Thron eine größere Legitimität zu verleihen, wandte sich Wilhelm an Papst Alexander II. Er stellte Harald Godwinsons Einsatz für die Kirche als mangelhaft dar und konnte den Papst davon überzeugen, seinem Kriegszug nach England den Segen zu erteilen. Im Frühjahr 1066 begann Wilhelm mit der Organisation seines Feldzuges. Mit Hilfe normannischer Fachleute aus Süditalien ließ er eine große Transportflotte bauen und rekrutierte in der Bretagne, Flandern und der Picardie zahlreiche Kämpfer. Mehrere französische Adlige schlossen sich Wilhelm in der Hoffnung auf den Erwerb englischer Ländereien an.
Tostig begann im Mai 1066 mit einem Feldzug gegen seinen Bruder Harald II., indem er die Isle of Wight überfiel. Von dort aus begab er sich im Juni mit seinen Gefolgsleuten an die englische Ostküste, wo es zum Kampf gegen ein Aufgebot unter Edwin von Mercia kam. Tostig wurde besiegt und floh nach Schottland, wo er auf die Ankunft von Harald Hardrade und dessen Heer wartete. Harald II. war inzwischen über eine bevorstehende Invasion der französischen Normannen informiert worden und entsandte im Juli zur Bewachung der englischen Südküste seine Flotte. Deren Vorräte waren am 8. September aufgebraucht, so dass sie in den Londoner Hafen zurückkehren musste. In dieser Situation erfuhr Harald II., dass 300 norwegische Schiffe unter Harald Hardrade an der Küste von Yorkshire eingetroffen waren. Gemeinsam unternahmen Tostig und Harald Hardrade einen Feldzug durch Nordengland, wo sie am 18. September eine lokale Miliz bei Gate Fulford besiegten. Harold II. sah sich nun zum Handeln gezwungen und begab sich mit seinem Heer in einem Gewaltmarsch nach Norden, wobei er den Süden seines Königreichs ungeschützt lassen musste. Am 25. September kam es bei Stamford Bridge nordöstlich von York zur Entscheidungsschlacht zwischen Harald II. und seinen Widersachern. Tostig und Harald Hardrade wurden geschlagen und fielen beide in der Schlacht. Bereits am 1. Oktober musste Harald II. erfahren, dass ein feindliches Heer unter Herzog Wilhelm von der Normandie in Südengland an Land gegangen war.
Unter Ausnutzung der Tatsache, dass die angelsächsischen Kriegsschiffe seit dem 8. September im Londoner Hafen vor Anker lagen, war Wilhelms Flotte wenige Wochen später von Dives-sur-Mer aus aufgebrochen und am 28. September ungehindert in Pevensey an der südenglischen Küste eingetroffen. Vorher hatten ihn ungünstige Winde wochenlang an einer Überfahrt gehindert. Wilhelm stationierte etwa 1.000 Fußsoldaten in der Stadt und begab sich nach einer mehrtägigen Plünderung des Umlands mit dem restlichen Heer nach Hastings. Harald II. hatte sich in der Zwischenzeit in einem weiteren Gewaltmarsch mit den unverletzten Kämpfern seines Heeres von York nach London begeben. Innerhalb weniger Tage stellte Harald II. einen Fyrd auf, wobei es sich um die angelsächsische Miliz handelte. Danach machte er sich mit seinem Heer auf den Weg nach Hastings. Harolds Plan war es, die normannischen Invasoren auf der dortigen Halbinsel festzusetzen. Dazu bezog er mit seinen Kämpfern am 13. Oktober auf dem Senlac-Hügel nordwestlich von Hastings, nahe der heutigen Stadt Battle, Stellung. Am Morgen des 14. Oktober traf das normannische Heer vor dem Hügel ein und begab sich in Gefechtsordnung.
Herzog Wilhelm teilte sein Heer in drei Formationen auf. Im Zentrum postierten sich die normannischen Kämpfer, während die Bretonen unter Graf Alain de Bretagne den linken Flügel bildeten. Der rechte Flügel von Wilhelms Heer bestand aus einem franko-flämischen Kontingent unter Eustace II. von Boulogne und Roger de Montgoméry, dessen Teilnahme an der Schlacht allerdings nicht zweifelsfrei belegt ist. Wilhelms Aufgebot war etwa 9.000 Mann stark, unter denen sich 2.000 bis 3.000 schwere Reiter befanden. Diese waren mit Kettenrüstungen, Nasalhelmen und Langschilden ausgerüstet und kämpften mit Lanzen, Schwertern und Streitkolben. Die meisten Reiter waren Angehörige des normannischen Adels. Besondere Schlagkraft verlieh ihnen die Verwendung von Steigbügeln, die es ihnen ermöglichten, im vollen Galopp mit ihrer Lanze auf einen Gegner zuzureiten, ohne dass sie der Aufprall vom Pferd werfen würde. Ergänzt wurde das normannische Heer durch zahlreiche Bogenschützen. Darüber hinaus wurden von den Normannen erstmals auf einem europäischen Schlachtfeld Armbrustschützen eingesetzt.
Am späten Morgen eröffneten normannische Bogen- und Armbrustschützen die Schlacht, indem sie ihre Pfeile und Bolzen auf den angelsächsischen Schildwall abfeuerten. Die meisten flogen jedoch an den Angelsachsen vorbei oder blieben in ihren Schilden stecken. Es folgte ein Sturmangriff der normannischen Fußsoldaten, der ebenfalls an dem Schildwall scheiterte. Auch die normannische Reiterei vermochte sich nicht durchzusetzen und musste sich zurückziehen. In dieser Situation ging das Gerücht um, dass Wilhelm gefallen sei. Dieser zog seinen Nasalhelm über die Stirn, womit er sich zu erkennen gab und die Kampfmoral seines Heeres rettete. Von diesem echten ersten Rückzug motiviert verließen einige Angelsachsen den schützenden Schildwall und jagten den Normannen nach. Wilhelm konnte jedoch die Schlachtreihen wieder herstellen und ritt zum Gegenangriff. Er prallte erneut vom Schildwall ab, jedoch metzelte er alle Engländer nieder, die den Schildwall verlassen hatten.
Wilhelm lernte schnell und ließ sein Heer weitere Male einen Rückzug vortäuschen um so den Schildwall zu überwinden. Dadurch wurden wie zuvor zahlreiche Angelsachsen dazu verleitet, den Schildwall zu verlassen, um die Verfolgung aufzunehmen. Diese Taktik war von Harald II. zuvor bei der Schlacht bei Stamford Bridge angewendet worden. In dieser Situation machten die normannischen Reiter kehrt, um ihre Gegner niederzureiten. Mit dieser Taktik wurde zunächst der rechte, dann der linke Flügel des angelsächsischen Schildwalls in Unordnung gebracht. Es folgten stundenlange Nahkämpfe, bei denen sich die Normannen aufgrund der Lücken im gegnerischen Schildwall langsam durchsetzen konnten. Gegen Abend leistete nur noch Harald II. mit seinen besten Huscarlen ernsthaften Widerstand, bis er bei einem weiteren Angriff normannischer Reiter den Tod fand. Durch den Tod Haralds II. wurden die Fyrd-Kämpfer von ihren Pflichten entbunden und flohen vom Schlachtfeld. Die Huscarle lieferten sich weiterhin zähe Kämpfe mit den Normannen, bis auch sie sich zurückziehen mussten. Die mit einer Dauer von etwa neun Stunden längste Schlacht des europäischen Hochmittelalters hatte ihr Ende gefunden.
In den 1070er Jahren entstand mit dem 70 Meter langen Teppich von Bayeux das wichtigste zeitgenössische Dokument über die Schlacht von Hastings. Dieser Wandteppich wurde möglicherweise von Wilhelms Halbbruder, Bischof Odo von Bayeux, in Auftrag gegeben. Odo hatte sich ebenfalls direkt an der Schlacht beteiligt, wie es mehrfach auf dem Teppich dargestellt wird. Auf dem Teppich von Bayeux wird auch der Tod von König Harald II. bildlich dargestellt. Die Platzierung des entsprechenden Textes lässt offen, ob er sich auf den Angelsachsen bezieht, den ein Pfeil ins Gesicht traf, oder auf einen anderen, der von einem normannischen Reiter niedergestreckt wird. Nach den künstlerischen Konventionen der damaligen Zeit war die Darstellung des Todes eines Königs, getroffen vom Pfeil eines einfachen Bogenschützen, unmöglich. Doch Wilhelm erkannte das Königtum Haralds nicht an. So ist es wahrscheinlich, dass er - als Auftraggeber des Teppichs - genau diese Darstellung als Dokumentation seiner Auffassung wünschte.
An der Stelle der Schlacht ließ Wilhelm noch zu seinen Lebzeiten das Kloster Battle Abbey errichten, das an die Opfer der Schlacht erinnern sollte. Um das Kloster entstand nach und nach die Kleinstadt Battle. Die Überreste der Abtei dienen heute als (Freilicht-)museum über die Schlacht von Hastings.
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