Die Schlacht am Morgarten am 15. November 1315 war die erste Schlacht zwischen den Eidgenossen und den Habsburgern.
Nach der historisch nicht verbürgten Vertreibung der Vögte, die sicher nicht einzig im Jahre 1291 stattgefunden hatte, waren die Habsburger nach wie vor daran interessiert, ihren Machtanspruch in der Innerschweiz durchzusetzen. Zudem hatten sie gegenüber dem König auch Pflichten zu verrichten, wie zum Beispiel den Schutz des Klosters Einsiedeln, das über äusserst weitläufige Ländereien verfügte, die es jedoch lange nicht alle bewirtschaftete.
Die Schwyzer jedoch waren Bauern und mussten sich nicht an die ständischen Regeln des Rittertums halten, die sie vermutlich auch gar nicht kannten. Für Habsburg gab es zwei Möglichkeiten: Entweder Krieg gegen andere Edle, wobei man sich auf dem Schlachtfeld traf und nach einem Signal mit der Schlacht begann und diese zur Bergung der Toten und Verletzten auch zwischendurch unterbrach. Oder aber eine disziplinarische Massnahme gegen Bauern etwa, indem man einen Hof oder ein Dorf plünderte oder niederbrannte. In der mittelalterlichen Weltordnung hatten die einfachen Leute keine Kompetenz zu kämpfen - ausser sie wurden von ihrem Herrn als Fussvolk dafür eingezogen.
Allerdings muss hier auch deutlich gemacht werden, dass am Morgarten auf Schwyzer Seite nicht nur Bauern gekämpft haben. Sehr wohl war der schwyzerische Adel ebenfalls auf dem Schlachtfeld vertreten und ausserdem waren die Schwyzer kampferprobte Söldner und keine wehrlosen Bauern.
Auch ist sich die Wissenschaft in der Frage der Schlachtursache alles andere als einig. Die Haupttheorien dazu sind der Schwyzer Freiheitsdrang, die habsburgischen Hausmachtsansprüche in den eidgenössischen Gebieten, der Marchenstreit mit dem Kloster Einsiedeln und der deutsche Thronstreit von 1314/15.
Der Weg an dem See entlang ist eine enge Strecke zwischen Hang und dem versumpften Seeufer des damals noch grösseren Ägerisees. Dort errichteten die Schwyzer, zusammen mit den verbündeten Urnern etwa 1500 Mann, einen Hinterhalt für die 3000 bis 5000 Habsburger, etwa ein Drittel davon gepanzerte Reiter, die den Zug anführten. Die Verbündeten und Vasallen der Habsburger stammten vor allem aus den Kantonen Zug, Zürich, Aargau und Thurgau. Der Zug wurde durch eine Strassensperre gestoppt. Vom Hang her wurde er mit Baumstämmen von gefällten Bäumen an verschiedenen schmalen Stellen unterbrochen. Mit faustgrossen Steinen wurden die Pferde scheu gemacht und mit Hellebarden die Ritter angegriffen. Die Ritter hatten im engen Gelände kaum Raum zur Gegenwehr, und die Schlacht endete mit einer vernichtenden Niederlage.
Die Schwyzer konnten sich mit Steigeisen an den Füssen "wie Gemsen" im steilen Gelände bewegen. Zudem machten sie mit faustgrossen Steinen, welche sie den Pferden vermutlich an den Bauch warfen, die Reittiere scheu, sodass diese die Ritter abwarfen. Während die Ritter ihre Lanzen (geeignet für den Kampf zu Pferd auf Distanz) oft nicht griffbereit hatten, verfügten die Schwyzer mit der Hellebarde über eine ausgezeichnete Nahkampfwaffe, mit der sich ziehen, stechen und schlagen lässt. Im Gegensatz zur ritterlichen Ehre, Verwundete zu schonen, haben die Schwyzer ihre Gegner wie in einem Blutrausch gnadenlos abgeschlachtet. Siehe dazu auch den Chronikbericht.
Die Niederlage wurde von den Habsburgern nicht anerkannt, da die Schwyzer gottlos gekämpft hätten. Der folgende Kleinkrieg hält an bis zum Waffenstillstand von 1318.
Eine der Eigentümlichkeiten der Schlacht von Morgarten war die Befragung des Hofnarren Herzog Leopolds, Kuony von Stocken. Als dieser spasseshalber bei den Beratungen vor der Schlacht gefragt wurde, was er denn von der ganzen Angelegenheit hielte, riet er seinem Herrn:
Ihr geratet wohl, wie ihr wollt in das Land Schwyz hinein kommen, jedoch geratet keiner, wie ihr wieder wollt heraus kommen.
Kuony von Stocken deutete also mit seiner Aussage auf die Gefahr hin, wie es denn aussähe, wenn die Habsburger die Schlacht verlieren. Sein Ratschlag wurde lachend abgetan; nach der Schlacht erinnerte sich der Herzog jedoch an den weisen Rat seines Narren und gewährte ihm einen Wunsch. Dieser erbat sich das Privileg, jährlich in seiner Heimatstadt Stockach ein Narrengericht abhalten zu dürfen, das er allerdings erst erstmals 1351 tat. Der örtliche Narrenverein, das Hohe Grobgünstige Narrengericht zu Stocken, beruft sich heute auf diese Begebenheit.
Kuony von Stockens Geschichte war den meisten Chronisten bekannt. Zumindest erscheint der Hofnarr in den meisten Illustrationen zur Schlacht. Im hiesigen Beispiel der Berner Chronik ist Kuony am linken Bildrand im Heer der Österreicher zu erkennen, standesgemäss in einer langzipfeligen, roten Schellentracht, Gugel und Eselsohren.
Pikeniere, Hellebarde, Liste von Kriegen, Liste von Schlachten
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