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Die Schlacht am Kap Ecnomus, die vor der Südküste Siziliens in der Nähe des Kap Ecnomus im Jahr 256 v. Chr. im Verlauf des Ersten Punischen Kriegs ausgetragen wurde, war eine Seeschlacht zwischen den Flotten von Karthago und der römischen Republik. Aufgrund der großen Anzahl von Schiffen und Seeleuten wird diese Schlacht gelegentlich auch als größte Seeschlacht der antiken Geschichte bezeichnet.

Vorgeschichte


Nach der Eroberung von Agrigentum entschieden sich die Römer, eine Flotte zu bauen und damit Karthagos Überlegenheit im Mittelmeer zu bedrohen. Im Vergleich zu den Karthagern besaß Rom wenig Erfahrung im Aufbau einer Flotte, der anfängliche Nachteil wurde jedoch durch die Nutzung von Enterbrücken (corvus) gutgemacht. Die daraus resultierende Serie römischer Seeschlachtsiege führte zu einem Invasionsversuch in karthagischem Herrschaftsgebiet in Afrika.

Solch eine Eroberung machte eine große Anzahl von Schiffen notwendig, um sowohl Legionen als auch die dazugehörende Ausrüstung nach Afrika zu transportieren. Die logistischen Probleme wurden noch dadurch erhöht, dass Karthagos Flotte vor der Küste Siziliens patrouillierte. Für die Transporte konnten daher nur Kriegsschiffe wie Triremen und Quinquiremen benutzt werden, die wenig Laderaum boten. Rom reagierte auf dieses Problem mit dem Aufbau einer Militärflotte von über 200 Schiffen, unter deren Geleit das Mittelmeer sicher überquert werden sollte. Die zwei Konsuln dieses Jahres, Marcus Atilius Regulus und Lucius Manlius Vulso wurden mit dem Kommando über diese Flotte betraut. Die Karthager reagierten auf die Bedrohung mit der Aussendung einer gleich großen Flotte, die unter dem Kommando von Hanno und Hamilkar stand. Ihre Aufgabe sollte es sein, die Römer abzufangen.

Die Schlacht am Kap Ecnomus


Die römische Flotte näherte sich der sizilianischen Küste in Kampfformation; während ein Teil der Militärflotte in V-Formation die Flotte anführte, deckte ein weiterer Teil der Kriegsschiffe die Rückseite der in der Mitte befindlichen Transportschiffe. An der Südküste von Sizilien trafen sie auf die karthagische Flotte, die sich traditionell in einer langen Reihe aufgestellt hatte. Hamilcar kommandierte die Flotte von einem in der Mitte befindlichen Schiff. Hanno, der zweite karthagische Kommandeur, befand sich auf einem Schiff an der rechten Flanke.

Hamilkar leitete einen scheinbaren Rückzug seiner in der Mitte befindlichen Schiffe ein: Ziel dieses Scheinrückzugs war es, die vordere Militärflotte der Römer zu einer Verfolgungsfahrt zu verleiten, um sie so von den römischen Transportschiffen abzutrennen. Die karthagischen Schiffe an den Flanken nutzten die so entstehende Lücke und griffen die Transportschiffe von zwei Seiten an. Die römischen Transportschiffe wichen Richtung sizilianischer Küste aus, während sich die Nachhut der römischen Marineflotte dem Kampf gegen die karthagischen Flanke stellte.

Währenddessen war der Teil der karthagischen Flotte unter Hamilcars Kommando in eine langwierige Seeschlacht mit dem Teil der Militärflotte verwickelt, die ihnen gefolgt war. Die Karthager unterlagen in diesem Seegefecht und wichen durch Flucht aus. Daraufhin kehrte der nun frei gewordene römische Flottenteil um, um in das Seegefecht in ihrem Rücken einzugreifen. Aufgrund der nun eingetretenen zahlenmäßigen Unterlegenheit, wurde dieser Verband der karthagischen Flotte vernichtend geschlagen. Etwa die Hälfte der noch in das Kampfgeschehen involvierten karthagischen Schiffe wurde entweder versenkt oder von den Römern geentert.

Nachwirkung


Nachdem die Römer in Sizilien ihre Schiffe repariert hatten, setzten sie ihren Angriff auf Karthago fort. Die römische Armee landete in Afrika und begann ihren Straffeldzug gegen Karthago unter dem Kommando von Marcus Atilius Regulus.

Seeschlacht (Altertum & Antike) | Schlacht (Römisches Reich) | Punische Kriege (Schlacht) | Schlacht (Karthago) | 3. Jahrhundert v. Chr.

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