Als Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom, lat. Struma maligna) wird eine bösartige (maligne) Neubildung der Schilddrüse bezeichnet.
Vorkommen und Ursachen
Frauen sind etwa dreimal so häufig betroffen wie Männer, der Altersgipfel liegt zwischen dem 25. und 50. Lebensjahr. Die Ursachen sind im Einzelnen nicht vollständig geklärt. Es besteht ein kausaler Zusammenhang mit
Iodmangel (etwa 2,3fach erhöhtes Risiko). Auch
Strahlung spielt - wie bei vielen Krebserkrankungen - eine wesentliche Rolle: nach den Atombombenabwürfen auf
Hiroshima und
Nagasaki stieg das Risiko in den betroffenen Gebieten, ein Schilddrüsenkarzinom zu entwickeln, um ein Vielfaches an.
Symptome
Als Symptome gelten derbe Knotenbildung im Bereich der Schilddrüse mit Wachstumstendenz,
Heiserkeit und vergrößerte Hals
lymphknoten (Spätsymptome).
Diagnostik
Differentialdiagnose
Tumorarten und Therapie
Im Wesentlichen liegen epitheliale Neubildungen (
Karzinome) vor.
Lymphome,
Metastasen anderer Tumore oder andere Tumorformen können vorkommen, sind aber selten.
Follikuläres und papilläres Karzinom
Sie machen 80 % aller bösartigen Schilddrüsentumore aus.
Die Therapie besteht aus Kombination von radikaler
Thyreoidektomie und
Resektion aller
verdächtigen Lymphknoten, einer (bzw. falls notwendig, mehrerer)
Radiojodtherapie(n) sowie einer dauerhaften Einstellung auf eine leichte Schilddrüsenüberfunktion (Suppressionstherapie), um allfällige im Körper verbliebene kleinste Schilddrüsenreste (die möglicherweise bösartig sein könnten) von Wachstum abzuhalten. Regelmäßige Kontrollen (
Tumormarker Thyreoglobulin) müssen lebenslang durchgeführt werden. Der
Haupmetastasierungsweg ist lymphogen, wobei besonders regionäre Halslymphknoten betroffen sind.
Anaplastisches Karzinom
Das anaplastische Karzinom macht 1-2 % aller bösartigen Schilddrüsentumore aus. Es ist hochmaligne. Die Behandlung erfolgt als totale Thyreoidektomie inkl.
Neck-Dissection.Chirurgische Intervention ist anzustreben, das anaplastische Karzinom ist jedoch oftmals inoperabel. Die Metastasierung erfolgt lymphogen und hämatogen.
Medulläres Karzinom (C-Zellkarzinom)
Es macht 5 % der bösartigen Schilddrüsentumore aus. Das medulläre Karzinom kann im Rahmen der familiären Form (siehe auch
MEN 2) oder sporadisch vorkommen. Der Tumormarker des medullären Karzinomes ist das
Calcitonin. Es sollte die Thyreoidektomie und Neck-Dissection bds. erfolgen.
Adjuvante Therapieformen sind wenig effektiv.
Siehe auch
Radiojodtherapie,
Chemotherapie,
Hormontherapie
Prognose
Folgende 5-Jahres-Überlebensraten werden im Allgemeinen angegeben (bei Behandlung):
- papilläres Karzinom 80-90 %
- follikuläres Karzinom 80 %
- medulläres Karzinom 60-70 %
- anaplastisches Karzinom unter 10 %
Weblinks
Krebserkrankung
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