Die Schiffstaufe ist ein feierlicher Akt vor dem Stapellauf von Schiffen. Dabei wird eine Flasche Sekt oder Champagner am Schiffsrumpf zerschlagen und dem Schiff sein Name verliehen. Häufig wird auch eine Rede gehalten. Der Begriff Schiffstaufe rührt allerdings von einem Missverständnis der christlichen Taufe her. Durch die Praxis der Säuglingstaufe gerieten Namensgebung und Taufe in einen engen zeitlichen Zusammenhang. Getauft wird im biblischen Sinne nicht auf den Namen des Täuflings, sondern auf den Namen des dreieinigen Gottes.
Wenn es so weit war, dass auf einen Segelschiff der Großmast eingesetzt wurde, legte man in der Höhlung der Mastspur ein blankes Goldstück ein, dorthin also, wo der Fuß des Mastes ruhen sollte. Dieses Goldstück, genannt der Goldfuchs, sollte das Schiff von den unbekannten Mächten des Meeres behüten.
Auf manchen Werften ist es Brauch, auf einen Pall einen Pfennig/Cent zu legen, bevor die erste Kielplatte gelegt wird. Nach dem Stapellauf wird dieser geborgen und der Auftraggeber des Schiffes muss ihn bei den Schiffbauern (mit viel Schnaps und Bier) freikaufen.
Ähnlich ist es mit den Korken der Sektflasche. Die Taufpatin, denn es ist meist eine Frau, schmeißt die Flasche mit Vehemenz gegen die Bordwand. Dann wird der Korken gesucht, der zum Beweis der Echtheit / Wirksamkeit der Taufe noch fest im oberen Rest des Flaschenhalses sitzen muss. An der weißen Tafel zum anschließenden Festschmaus wird der Taufpatin nochmals die Verantwortlichkeit des Taufaktes optisch vor Augen geführt, indem eine Abordnung der Werftarbeiter den Korken zur Auslösung präsentiert. Meist ist das wertvolle Stück in der Werkstatt schnell mit einer Kupfer- oder Messingschelle auf eine Holzplatte montiert worden und wird dann wie eine Jagdtrophäe vorgezeigt.
Die Taufrede zu einem Schiff ist frei gestaltbar, muss aber drei Dinge enthalten:
In anderen Länder gibt es Variationen zu der Taufe mit einer Flasche Sekt oder Champagner:
Im Jahr 1964 kam es im österreichischen Ort Fußach zu einem Aufruhr bei der Taufe eines Bodensee -Schiffs.
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