article

Gotland-Tjelvars_grav_2.jpg Eine Schiffssetzung (schwed. skeppssättning, dän. skibssætning) ist eine bootförmige Steinsetzung, die ein Brand- oder Urnengrab markiert. Die Urnen stellte man in kleine, wie eine Hütte geformte Steinkisten, die sich innerhalb oder neben der Schiffssetzung fanden. Während die älteren Schiffssetzung in die späte Bronze- und frühe Eisenzeit datiert werden können, gehört eine zweite Gruppe in die Wikingerzeit. Sie sind zu trennen von den viel älteren Schiffsopfern (Nidam-Boot) und den ebenfalls wikingergerzeitlichen Schiffsgräbern (Ladby-Skibbet, Oseberg).

Schiffssetzungen oder Schiffssteinsetzungen sind megalithische Gebilde aus Findlingen (Monolithen), die in Skandinavien in der Form eines Schiffsrumpfes zumeist in Nord-Süd-gerichtet aufgestellt wurden. Am niedrigsten sind in der Regel die Steine in der Schiffsmitte. Richtung Bug und Heck können sie bis zu 4 m hoch werden. Von dieser Erscheinung weichen die gotländischen Schiffe ab, die ausnahmsweise bis zu 1,5 m hoch werden, während viele Bornholmer Schiffe kaum aus Menhiren sondern aus flachen Platten bestehen, die am Boden verlegt sind. Einige dänische Schiffssetzungen zeigen am Bug einen Runenstein.

Verbreitung


Schiffssetzungen finden sich vorrangig im Ostseeraum. Es gibt sie vereinzelt im Baltikum, in Deutschland, Norwegen und Russland. Besonders groß und zahlreich sind sie jedoch in Dänemark und Schweden, wo in den Südprovinzen zwischen 80 und mehreren hundert (Småland) vorkommen. Auf der Insel Gotland gibt es noch 350, auf der dänischen Insel Bornholm standen einst 50 dieser Grabmale.

Beispiele


Schweden

Ale stenar klein.jpg, von Anders Österling in einem berühmten Gedicht beschrieben]]
  • Die größte erhaltene Schiffssetzung ist Ales stenar bei Kåseberga an der Südküste der schwed. Provinz Skåne (Schonen). 59 Steine bilden hier ein Schiff von 67 m Länge und mittig 19 m Breite. Die Höhe der Steine liegt am Bug bei 3,3 m, am Heck bei 2,5 m und ist im Mittelteil etwa mannshoch.
  • Ein 55 m langes breitovales Schiff liegt bei Askeberga in Västergötland.
Bei Badelunda am Anundshög in Västmanland liegen gleich 5 Schiffe. Die beiden längsten sind 54 und 51 m lang und aneinander gebaut.
  • 44 m Länge hat das Domarring (Richterring) genannte Schiff bei Nässja in Östergötland.
  • 42 m lang, aber mit höherem Bugstein ausgestattet ist das Schiff bei Blomsholm in Bohuslän.
  • Eng benachbart liegen oft die erhaltenen Schiffssetzungen auf der Insel Gotland. Die schönsten sind in Djauvik, Gålrum, Gannarve, Gnisvärd (46 m), Lau, Rannarve (4 Schiffe) und an der Tjälder Vik (Tjelvars Grab) zu sehen.
  • Einige sind auf Karums Alvar (Noahs Ark) und bei Gettlinge auf der Insel Öland zu finden.

Dänemark

Dänische Schiffssetzungen oder deren Reste gibt es in Bække (45 m) Højtrup Mark, und Jelling alle auf (Jütland), Dyndved (Alsen), Konabbe (Langeland) und Lejre (Seeland). Die imposanteste Schiffssetzung Dänemarks (einst 60 m lang und 12 m breit) steht bei Glavendrup auf Fünen. Ihr Bugstein trägt die längste Runeninschrift Dänemarks.

Die größte Ansammlung wikingerzeitlicher Schiffe, die nicht solch gewaltige Abmessungen haben, liegt auf dem Lindholm Høje in Nordjütland.

Deutschland

Die einzigen erhaltenen Schiffsetzungen auf deutschem Boden liegen bei Menzlin im Krs. Anklam in Mecklenburg-Vorpommern. Die zugehörige Siedlung ist einer von mehreren Plätzen, die für das sagenhafte Vineta gehalten werden.

Literatur


  • Spuren der Wikinger in Dänemark. Museen und Monumente. Eine Einführung hrsg. von der Arbeitsgruppe des Projekts "Spuren der Wikinger in Dänemark". Købnhaven 1996. ISBN 87-89224-19-1
  • Peter Vilhelm Glob: Vorzeitdenkmäler Dänemarks. Gyldendal, Kopenhagen 1968, Wachholtz, Neumünster 1968.
  • J. E. Walkowitz: Das Megalithsyndrom. Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas. Bd 36. Beier und Beran, Langenweissbach 2003. ISBN 3-930036-70-3

Weblinks


Siehe auch


Kultbau | Grabbau | Archäologischer Fachbegriff | Megalith | Bronzezeit | Eisenzeit | Wikinger

Stone ship | Skeppssättning

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Schiffssetzung".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld