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Niederfinow_Schiffshebewerk.jpg Das Schiffshebewerk Niederfinow ist das älteste in Betrieb befindliche Schiffshebewerk Deutschlands. Es liegt am Oder-Havel-Kanal bei Niederfinow in Brandenburg. Das Schiffshebewerk überwindet einen Höhenunterschied von 36 m am Nordrand des Eberswalder Urstromtals.

Geschichte


Schiffshebewerk.jpg | Fahrrad-ostern-2006-10a.jpg Am 17. Juni 1914 wurde der Großschifffahrtsweg Berlin - Stettin feierlich eröffnet. Bei Niederfinow wurde dabei der erwähnte Höhenunterschied mit einer Schleusentreppe von vier Schleusen überwunden. Die Reste dieser heute nicht mehr betriebenen Schleusen kann man noch in unmittelbarer Nähe zum Hebewerk besichtigen (im Bild vorne erkennbar).

Die Kapazität der Schleusentreppe war allerdings schnell erschöpft und so wurde zwischen 1927 und 1934 das Schiffshebewerk errichtet und am 21. März 1934 eingeweiht. Bereits am 26. Januar 1939 wurde der Kahn des Schiffers Haak als 100.000ter Kahn geschleust. Der Güterverkehr betrug im Gründungsjahr 2.832.000 Tonnen.

1980 wurde das Hebewerk einer Generalüberholung unterzogen.

Heute ist das Schiffshebewerk für Schubverbände zu kurz, so dass die Einheiten getrennt werden müssen. Es ist heute an seiner Kapazitätsgrenze angelangt, so dass 1997 der Neubau eines größeren Hebewerkes zwischen dem heutigen und der Schleusentreppe beschlossen wurde. Baubeginn soll 2006 sein, die Fertigstellung ist für 2011 geplant. Das alte Hebewerk soll aber noch bis mindestens 2025 in Betrieb bleiben.

Das Schiffshebewerk Niederfinow ist ein beliebtes Ausflugsziel und hat zur Zeit derart hohe Besucherzahlen (über 100.000 im Jahr), dass im Jahr 2003 ein neuer größerer Parkplatz eröffnet werden musste.

Technik


SHWniederfinoKanal.jpg Das Schiffshebewerk besteht aus einer genieteten Stahlkonstruktion, die auf Stahlpfeilern steht. Der Oder-Havel-Kanal wird mit einer ebenfalls genieteten Trogbrücke an das Hebewerk herangeführt. Der Trog hängt hier an Stahlseilen, die über Umlenkrollen geführt mit Ausgleichsgewichten aus Beton den Trog ausbalancieren. Den symmetrischen Antrieb über die Hubspindeln realisierte man mit Gleichstrommotoren in Leonardschaltung. Dadurch laufen die Motore drehzahlsynchron.

Die Wasserhaltung des Kanals ist an dieser Stelle besonders kritisch, weil keine natürlichen Zuflüsse den Kanal speisen, so dass alle Verluste durch Zupumpen von Wasser aufgefangen werden müssen. Da das Schiffshebewerk praktisch ohne Wasserverluste arbeitet, stellt es auch in dieser Hinsicht einen Fortschritt gegenüber den Einzelschleusen dar. Die Treppenschleusen wurden mit seitlich gelegenen 'Sparbecken' betrieben, was den Wasserverlust teilweise ausglich.

Literatur


  • Haesler-Braun-Grotenwold, Karten des Großschiffahrtsweges, bautechnische Erläuterungen 1914
  • Rudolf Schmidt Festschrift zur Eröffnung des Hohenzollernkanals 1914
  • Rudolf Schmidt Handel und Industrie am Großschiffahrtsweg Berlin-Stettin 1914

Weblinks


Schiffshebewerk | Industriedenkmal | Élévateur de bateaux de Niederfinow

 

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