Das Schauspielhaus Bochum ist ein überregional anerkanntes Theater in Deutschland.
In einem 1908 gebauten ehemaligen Varietétheater (Apollo-Theater) eröffnete 1915 das städtische Theater. Durch einen Umbau wurden die Fassade mit ihren Jugendstilelementen im Stil des Klassizismus gestaltet.
Während des Ersten Weltkrieges gastierte dort die städtische Bühne aus Düsseldorf. Nach Gründung der Duisburger Oper am 25. September 1921 schließt die Stadt Bochum mit Duisburg einen Vertrag, wonach die Schauspielaufführungen vom Schauspielhaus Bochum nach Duisburg und gleichzeitig musikalische Aufführungen der Duisburger Oper nach Bochum übernommen werden. Der gemeinsame Generalintendant beider Häuser war Professor Saladin Schmitt. Unter ihm machte sich das Theater schon bald als Shakespeare-Bühne einen Namen, der sich konsequent mit den deutschen Klassikern auseinandersetzte. Zu den Stars des Bochumer Ensembles dieser Zeit gehörten Gisela Uhlen und Horst Caspar. Zum Ende der Spielzeit 1934/35 wird die Theatergemeinschaft mit Duisburg beendet.
Bei einem Luftangriff am 4. November 1944 fast völlig zerstört, entstand auf den alten Fundamenten bis zum Herbst 1953 das heutige Bochumer Schauspielhaus nach den Entwürfen des Architekten Gerhard Moritz Graubner. In den acht Jahren von 1945 bis zum Wiederaufbau wurde im Stadtpark-Restaurant im Stadtpark Bochum gespielt. Nach Graubners Plänen entstanden zudem in direkter Nachbarschaft des Schauspielhauses auf dem Gelände von Haus Rechen die Kammerspiele, die im Oktober 1966 eröffnet wurden.
Intendant Hans Schalla etablierte in den 50er und 60er Jahren Stücke moderner Autoren wie Sartre oder Beckett am Haus. Ihm folgte ein kurzes Intendanten-Gastspiel von Peter Zadek in Bochum, in dessen Zeit unter anderem Rainer Werner Fassbinder regelmäßiger Gast war.
Seine Blütezeit erreichte das Schauspielhaus unter der Intendanz von Claus Peymann Anfang der 80er Jahre. Sein Bochumer Ensemble mit Stars wie Gert Voss, Kirsten Dene oder Traugott Buhre galt als innovativstes Theater der Bundesrepublik. Auch Peymann setzte einen Schwerpunkt auf Uraufführung zeitgenössischer Autoren wie Thomas Bernhard, Heiner Müller oder Peter Turrini.
Nach Peymanns Abschied zum Burgtheater Wien übernahm Frank-Patrick Steckel den Direktorenposten an der Königsallee. Er prägte ein eher nachdenkliches, weniger effektvolles Theater, als zuvor unter Zadek und Peymann und brachte Regisseure wie Andrea Breth und Jürgen Gosch zum ersten Mal nach Bochum.
Im Jahr 1995 kam Leander Haußmann als damals jüngster Intendant Deutschlands an die Bühne. Er strebte zusammen mit seinen Regiekollegen Jürgen Kruse und Dimiter Gotscheff, in bewusstem Kontrast zu seinem Vorgänger, ein lautes, "spaßiges" Theater an - und machte sich damit in Bochum nicht nur Freunde, schaffte es aber ein jüngeres Publikum als sein Vorgänger zu begeistern. Nach nur einer Vertragszeit musste Haußmann 2000 das Haus verlassen.
Ihm folgte mit dem damals 37-jährigen Matthias Hartmann ein weiterer "Jungintendant", der in Bochum seine erste Intendanz übernahm. Hartmann gelangen in seiner Amtszeit ebenso öffentlichkeitswirksame Coups wie die Verpflichtung von Harald Schmidt als auch weithin gefeierte Inszenierungen. Von Fachzeitschriften wurde das Schauspielhaus Bochum deshalb mehrfach als eine der besten deutschsprachigen Bühnen seiner Zeit ausgezeichnet.
Mit Beginn der Spielzeit 2005/06 übernahm der ehemalige Oberspielleiter des Münchner Residenztheaters, Elmar Goerden, die Bochumer Intendanz.
Am Schauspielhaus Bochum traten oder treten folgende Schauspieler und Gastschauspieler auf:
Theater (Deutschland) | Theater (Gebäude) | Bochum | 1915 | Kultur (Ruhrgebiet)
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