Das Schauspiel Frankfurt ist eine der beiden Sparten der Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main, neben der Oper Frankfurt.
Am 3. September 1782 hob sich erstmals der Vorhang des neuerrichteten Comoedienhauses an der Nordseite des damaligen Theaterplatzes (heute Rathenauplatz) in der Neustadt. Der klassizistische Bau von Stadtbaumeister Johann Andreas Liebhardt erregte bei seiner Eröffnung große Bewunderung. Erster Theaterdirektor wurde Friedrich Wilhelm Großmann. 1784 wurde in dem Neubau das Schauspiel Kabale und Liebe von Friedrich Schiller uraufgeführt. Der bekannteste Frankfurter Schauspieler des 19. Jahrhunderts war Samuel Friedrich Hassel, bedeutende Frankfurter Theaterautoren waren Carl Malß und Adolf Stoltze.
Das alte Stadttheater wurde allmählich zu klein für die im 19. Jahrhundert zur Großstadt herangewachsene Stadt Frankfurt. 1902 wurde es geschlossen, 1911 niedergelegt und durch ein prunkvolles Geschäftshaus ersetzt. Am 1. November 1902 eröffnete das neue Schauspielhaus, ein monumentaler Jugendstilbau am Gallustor (seitdem Theaterplatz, heute Willy-Brandt-Platz), das sich unter dem langjährigen Leiter Emil Claar (Intendant von 1879 bis 1912) zu einem der bedeutendsten Theater des Landes entwickelte. Sein Nachfolger wurde Max Behrend (1912-1916).
Unter dem Intendanten Karl Zeiss (1916-1920) wurden Oper und Schauspiel für kurze Zeit wieder gemeinsam geführt. 1920 bis 1929 leitete Richard Weichert, ein Schüler von Max Reinhardt, das Schauspiel. Während dieser Zeit erarbeitete das Frankfurter Theater überregional bedeutende expressionistische Inszenierungen. Ein bedeutender Bühnenbildner dieser Zeit des Frankfurter Expressionismus war Ludwig Sievert. Der Nachfolger Weicherts war Alwin Kronbacher (1929-1933).
1933 sorgte die Gleichschaltung des Theaters nach der nationalsozialistischen Machtergreifung für eine Zäsur. Neuer Generalintendant der städtischen Bühnen wurde Hans Meissner (1933-1944). Zahlreiche Autoren wurden verboten, jüdische Schauspieler entlassen oder vertrieben. Einzig die Römerberg-Festspiele, sommerliche Freilichtinszenierungen vor der Kulisse des Römers, sorgten bis 1939 noch für internationalen Glanz.
1945 lagen alle Frankfurter Theater in Trümmern. Schon kurz nach Kriegsende begannen die städtischen Bühnen in den wenigen unzerstörten Sälen Frankfurts, in der Frankfurter Börse und dem ehemaligen Reichssender Frankfurt an der Eschersheimer Landstraße, wieder mit ihrem Spielbetrieb. Erster Nachkriegsintendant wurde Toni Impekoven (1945–1947). Zu den beliebtesten Schauspielern dieser Zeit gehörten Carl Luley und seine Partnerinnen Anny Hannewald und Else Knott. Nachfolger des im Mai 1947 verstorbenen Impekoven wurde erneut Richard Weichert als Generalintendant. Für kurze Zeit wirkte auch Heinz Hilpert als Chefintendant des Schauspiels.
1949 bis 1951 wurde das im Krieg beschädigte Schauspielhaus wiederhergestellt und danach im wesentlichen für die Oper genutzt. Es erwies sich jedoch bald als zu klein, so daß es 1959-63 erneut umgebaut wurde. Für das Schauspiel entstand ein Neubau (Kleines Haus), während der Saal des früheren Schauspielhauses künftig als Großes Haus von der Oper Frankfurt genutzt wurde. Die alte Jugendstilfassade wurde abgerissen und durch eine 120 Meter lange Glasfassade ersetzt.
In den Fünfziger und Sechziger Jahren knüpfte das Schauspiel Frankfurt unter dem Intendanten Harry Buckwitz (1951-1968) an frühere Erfolge an. Letzter Generalintendant der Städtischen Bühnen war 1968-1972 Ulrich Erfurth. Mit dem Auslaufen seines Vertrages wurden die beiden bis dahin gemeinsam geführten Sparten getrennt.
Peter Palitzsch, Schauspielintendant von 1972 bis 1980, führte das Mitbestimmungsmodell am Theater ein. Verschiedene Inszenierungen sorgten in dieser Zeit für politische Skandale, z.B. Medea von Euripides (1975 durch Hans Neuenfels inszeniert) und Tage der Commune von Bertolt Brecht (1977 im Deutschen Herbst durch Palitzsch). Nach einer Interimszeit unter Wilfried Minks und Johannes Schaaf übernahmen nacheinander Adolf Dreesen (1981-1985), Günther Rühle (1985-1990), Hans Peter Doll (1990/91), Peter Eschberg (1991-2001) und seitdem Elisabeth Schweeger die Leitung des Hauses, das jedoch seitdem nicht mehr an den Ruf früherer Zeiten anknüpfen konnte.
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