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Eine Schaukel (niederd. Schukel) ist ein Schwebesitz, mit dem man hin- und herschwingen kann. Schaukeln stehen häufig auf Kinderspielplätzen und im Garten; es gibt sie auch im Zimmer. Das Schwungholen erfolgt durch Streck- und Beugebewegungen mit den Armen und Beinen und beim Schaukeln schwingt der Oberkörper hin und her. Es gibt Schaukeln für Kinder und für Erwachsene. Kultische Bedeutung hatte das altgriechische Schaukelfest (Aiora) in der Zeit der Weinernte.

Physik


Schaukelrp.png Wird eine Schaukel aus ihrer Ruhelage ausgelenkt, schaukelt sie einige Male hin und her, bis die Reibungskräfte ihre Bewegung zum Stillstand bringen.

Beim aktiven Schaukeln muss demnach Arbeit geleistet werden. Die schaukelnde Person erreicht dies durch eine Schwerpunktverschiebung während des Schaukelns. Nachdem sie sich durch Abstoßen am Boden in eine leichte Schwingung versetzt hat, verlagert sie bei jeder Viertelperiode ihr Gewicht.

Beim Durchgang durch den tiefsten Punkt bewegt sie den Schwerpunkt nach oben. Sie setzt sich aufrecht und hebt die Füße, siehe oberes Bild rechts. Dadurch vergrößert sie die potentielle Energie der Schaukel.

An den höchsten Punkten der Schaukelbewegung senkt sie den Schwerpunkt. Sie streckt den Oberkörper horizontal und bewegt die Füße weit nach unten, siehe unteres Bild rechts. Die eben gespeicherte Energie wird für die Pendelbewegung freigesetzt.

Das Prinzip wird deutlich, wenn man sich auf die Schaukel stellt. An den höchsten Punkten der Schaukelbewegung geht man in die Hocke, am tiefsten Punkt richtet man sich auf. Bereits wenige Pendelbewegungen genügen, um die Schaukel maximal auszulenken.

Immer wieder wird von Versuchen berichtet, mit einer normalen Seilschaukel höher als bis zur Horizontalauslenkung zu schaukeln. Davon ist dringend abzuraten. Im Scheitelpunkt der Auslenkung verharrt die Schaukel kurzzeitig in Ruhe, um dann, der Schwerkraft folgend, zurück zu pendeln. Anders als eine Stange kann ein Seil die Schaukel oberhalb der Horizontalen nicht auf eine Kreisbahn zwingen, die Schaukel fällt einfach nach unten.

Schaukeln als Fahrgeschäfte und im Zirkus


Es gibt auch zahlreiche Fahrgeschäfte auf Volksfesten, die Schaukeln darstellen. Hierbei kann der Antrieb entweder durch den Fahrgast (kleine Schiffschaukel) oder maschinell erfolgen. Der maschinelle Antrieb geschieht häufig elektrisch mit Hilfe eines stationären luftgefüllten Reifens, der an der Unterseite der Fahrgastgondel entlang läuft, sobald diese über ihn fährt. Durch Umschalten der Drehbewegung wird eine Vergrößerung der Schaukelamplitude erreicht.

Im Zirkus hängen Schaukeln frei an Seilen oder Ketten, wie das Schaukel- oder Schwebereck, das Trapez genannt wird.

Auswirkungen auf den Körper


Eine Untersuchung hat ergeben, dass beim Schaukeln (auch bei Jaktation) die Blut-Hirn-Schranke durchbrochen wird und das Gehirn Botenstoffe ausschüttet. Dadurch gerät der Schaukelnde nach einiger Zeit in eine Art Trance.

Übelkeit tritt beim Schaukeln von Fahrzeugen, insbesondere Schiffen, bei einigen Personen recht häufig auf (Seekrankheit). Hier ist jedoch weniger die schaukelnde Bewegung dafür verantwortlich, sondern der sich ständig verändernde Horizont vor den Augen.

Papageienschaukel und Bogerschaukel


Traurige Bekanntheit erlangten die sogenannte Papageienschaukel und die Bogerschaukel. Erstere ist eine Foltermethode, bei der die Opfer lange Zeit an einer Stange an den Kniekehlen aufgehängt werden. Der Begriff stammt aus Brasilien pau de arara und soll besagen, dass die Trapezstange im Papageienkäfig den einzigen Halt für den Vogel darstellt. Beschreibung der Papageienschaukel.

SS-Oberscharführer Wilhelm Boger (1906-1977) und Leiter der politischen Abteilung im KZ-Auschwitz, rühmte sich als der Erfinder der "Sprechmaschine", der nach ihm benannten "Bogerschaukel". Dazu ließ er die zu vernehmenden Häftlinge in die Kniebeuge gehen, zog eine Eisenstange durch die Beuge, fesselte die Hände der Betroffenen daran, ließ die Opfer mit dem Kopf nach unten und dem Gesäß nach oben aufhängen. Sodann führte er Verhöre derart durch, dass er selbst die Betroffenen mit einem Stock oder Ochsenziemer auf Geschlechtsteile, Rücken und Nieren schlug oder schlagen ließ und sie zwischendurch befragte. Viele KZ-Häftlinge überlebten diese Tortur nicht.

Schaukelsteine


Als Schaukelsteine oder Wackelsteine ((wackling stones) werden die durch Verwitterung entstandene Granitblöcke bezeichnet, die leicht beweglich auf ihrer Unterlage balancieren. Dabei wurde nach und nach eine im Granit nicht bemerkbare Zerklüftung bloßgelegt, die bei weiterem Fortschreiten der Zersetzung zur Bildung einzelner Blöcke führte. Die erstaunliche Bewegung jener im Gleichgewicht gehaltenen, oftmals riesigen Massen ließ die Kelten sie mit Göttern vergleichen. Solche Schaukelsteine gibt es in Irland oder in Brimham in Yorkshire und könnten vor mehreren tausend Jahren zur Wahrsagung oder orakelmäßigen Mitteilung durch Priester gedient haben. Andernorts glaubte man, dass sie das Spielzeug von Riesen waren.

Siehe auch


Weblinks


Sport | Mechanik | Stadtmöbel

Houpačka | Swing (seat) | Balançoire | ブランコ | Schommel | Huśtawka

 

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