Als Schatzschiffe wurden die größten jemals gebauten Segelschiffe bezeichnet, die im frühen 15. Jahrhundert unter der Herrschaft von Zhu Di in China gebaut wurden. Diese Schiffe waren bis zu 120 Meter lang und bis zu 50 Meter breit und trugen 9 Masten.
Der bislang einzige archäologische Fund, der auf die Existenz der riesigen Schatzschiffe hindeutet, wurde 1963 in den Ruinen der Ming-Schiffswerften in Nanjing ausgegraben. Es handelt sich um einen 13 m langen Achtersteven (rudderpost) aus Pinienholz, an dem das Steuerruder des Schiffes befestigt war.
Schatzschiffe waren demnach 120-130 m lang und bis zu 50 m breit. Die Überwasserkonstruktion erinnerte mit hochgezogenen Aufbauten an Bug und Heck stark an das Aussehen von überdimensionierten Dschunken. Der Bug bestand aus einem dreieckigen Spiegel, der mit aufgemalten Augen verziert war und wahrscheinlich unter der Wasseroberfläche in den Kiel überging. Im Gegensatz zu zeitgenössischen, europäischen Schiffen hatten Schatzschiffe (nach Dschunken-Art) etwa ein Dutzend wasserdichter Abteilungen. Diese Querschotten nahmen die gesamte Rumpfhöhe ein und hatten keine Luken, sodass jede Abteilung nur von oben zugänglich war. Diese Bauweise machte den Schiffskörper sehr stabil und sicher. Das Gewicht eines solchen Schiffes wird auf 10.000 t geschätzt. Die Takelage bestand nach chinesischer Tradition aus Masten mit Luggersegeln aus roter Seide, die mit Bambushölzern verstärkt waren. Die bis zu neun Masten standen nicht in einer Reihe hintereinander, sondern teilweise nebeneinander oder diagonal versetzt.
Bewaffnet waren die Schiffe mit 24 Bronzekanonen.
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