Eine Schaltanlage ist eine Anlage, in der die Verteilung und Umspannung elektrischer Energie erfolgt.
Schaltanlagen für Nieder- und Mittelspannung
Schaltanlagen für
Nieder- und
Mittelspannung werden stets in geschlossenen Gebäuden ausgeführt. Während Schaltanlagen für Niederspannung in normalen Räumen in geschlossenen Schränken untergebracht sind, befinden sich Schaltanlagen für Mittelspannung oft in geeigneten Schalträumen in sogenannten Schaltzellen, die untereinander mit sogenannten
Sammelschienen in Verbindung stehen. Je nach Wichtigkeit sind diese als Einfachsammelschiene (mit Längstrennung), Doppelsammelschiene oder gar Dreifachsammelschiene ausgestattet. Die räumliche getrennte Anordnung der Sammelschienen ermöglicht Arbeiten in einer Schaltzelle unter Einhaltung gewisserer
Sicherheitsregeln. Es muss nur das Kabel/Leitung welche die Zelle versorgt hat, abgeschaltet und
geerdet werden. Bei der Auslegung einer Sammelschiene werden
Al- oder
Cu-Schienen verwendet, die den maximalen zulässigen Dauerbelastungsstrom tragen müssen, dies gilt für die Schienen selbst ebenso wie für Schraub- Verbindungsstellen zueinander und den Phasenabzweigungen zu
Trennschaltern,
Leistungsschaltern und sonstiger Betriebsmittel. Da die verwendeten Schienen (Aluminium und Kupfer) unter Einwirkung der von Stahlschrauben produzierten Anpresskräfte zum Fließen neigen, kommt es allmählich zu einer Erwärmung und Verschlechterung der
Schienenschraubverbindungen bis zur Zerstörung. Der konsequente Einsatz von
Spannscheiben aus
rostfreiem Stahl (Niro) hält die Schienenanpresskräfte konstant, indem die Spannscheibe sich in deren Länge ausdehnt. Die Anordnung der Stahlschrauben bei überlappenden Schienen sind lt. VDE-Vorschrift ...... geregelt. Die Mittelspannungsschaltanlagen unterteilt man in Anlagen für die Sekundärebene und die Primärebene der elektrischen Energieversorgung. Die modernen Mittelspannungsschaltanlagen werden heute luftisoliert mit ölarmen Leistungsschaltern, in kompakter Bauweise mit
SF6-Isolierung und
Vakuumschaltern gebaut.
Schaltanlagen für Hoch- und Höchstspannung
Schaltanlagen für
Hoch- und
Höchstspannung werden häufig als
Freiluftschaltanlage ausgeführt. Seit den
70er Jahren werden solche Anlagen auch unter der Bezeichnung
Gasisolierte Schaltanlage vorwiegend in Gebäuden in SF6-Technik errichtet. Das bedeutet, dass diese Anlagen ein- oder dreiphasig gekapselt ausgeführt sind, als Isoliergas dient
Schwefelhexafluorid (SF
6). Diese Bauweise hat zum Einen einen geringeren Platzbedarf, zum Anderen wird wegen der schützenden Kapselung auch die Verfügbarkeit der Anlage erhöht.
Besondere Schaltanlagen
Besondere Schaltanlagen sind Stromrichterstationen für die
Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung und
Bahnstromumformerwerke. Eine weitere Form besonderer Schaltanlagen trifft man bei Antennenschaltern von Großsendern mit umschaltbarer Richtcharakteristik an.
Sicherheitsvorschriften
Unbefugten ist wegen der Gefahr der teilweise zugänglichen Hochspannungsteile das Betreten von Schaltanlagen untersagt. In Deutschland müssen die Anlagen mit verschlossenen, von innen jedoch öffenbaren Türen ausgerüstet sein
(Panikschloss). Freiluftschaltanlagen müssen mit einem 1,80 Meter hohen Zaun umgeben sein, der oftmals mit der Stationserdung oder separatem Potentialsteuerring verbunden ist.
Siehe auch
Elektrische Energie
Switchgear | Rozdzielnica elektryczna