Die Schallschnelle, Formelzeichen ( auch ), gibt an, mit welcher Wechselgeschwindigkeit die Luftteilchen (bzw. Partikel des Schallübertragungsmediums) um ihre Ruhelage schwingen; also die Momentangeschwindigkeit eines schwingenden Teilchens.
Definition, verwandte Größen
Die Schallschnelle ist in der
Akustik eine lineare,
vektorielle Schallfeldgröße, die oft kurz als "
Schnelle" bezeichnet und in m/s angegeben wird. Sie berechnet sich als
Ableitung der
Auslenkung des Teilchens nach der Zeit (
Schallauslenkung):
- .
Eine weitere verwandte Größe ist die Schallbeschleunigung:
- .
Vor allem für mathematische Berechnungen wird das Schnellepotenzial verwendet.
Die Schallschnelle darf nicht mit der Schallgeschwindigkeit c, also der Ausbreitungsgeschwindigkeit der Schallwellen im Übertragungsmedium verwechselt werden, obwohl beide in m/s gemessen werden.
Schallschnellepegel
Da die Schallschnelle eine Vektorgröße ist, wird für Zahlenwertangaben häufig vom
Betrag oder den Komponenten des Vektors der
Effektivwert gebildet. Dadurch kann eine Angabe als
Pegel in
Dezibel erfolgen (Schallschnellepegel):
L_v = 10 \lg\left(\frac{\tilde{v}}{v_0}\right)^2 \mathrm{dB}
= 20 \lg\left(\frac{\tilde{v}}{v_0}\right) \mathrm{dB}
.
v0 ist der Bezugswert. In Deutschland ist ein Bezugswert von
v_0 = 5,0 \cdot 10^{-8} \frac{m}{s}
üblich. Dieser Wert entspricht in etwa der Schallschnelle in einer ebenen Welle in Luft mit einem Schalldruckpegel von 0 dB (Effektivwert des Schalldrucks = ). Teilweise wird aber auch ein Bezugswert von verwendet.
Zusammenhang mit anderen Größen
Die Schallschnelle ist über die
Euler-Gleichung mit dem
Schalldruck verknüpft. Dieses wird z. B. bei der Bestimmung der
Schallintensität, dem Produkt von Schallschnelle und Schalldruck (s. dort), ausgenützt. Bei einer ebenen fortschreitenden Welle sind Schallschnelle und Schalldruck phasengleich.
Die Schallschnelle v in m/s ist bei ebenen fortschreitenden Schallwellen:
v = \frac{p}{Z} = \frac{I}{p} = \sqrt \frac{I}{Z} = \xi \cdot \omega = \frac{a}{\omega} = \sqrt \frac{E}{\rho} = \sqrt \frac{P_{ak}}{Z \cdot A}
.
Hierbei stehen die Formelzeichen für folgende Größen:
- {|
! Symbol !! Einheiten !! Bedeutung
| v
| m/s | Schallschnelle
|
| p
| Pascal = N/m2 | Schalldruck
|
| Z = c · ρ
| N·s/m3 | Schallkennimpedanz, Akustische Feldimpedanz
|
| I
| W/m2 | Schallintensität
|
| ξ
| m, Meter | Schallauslenkung
|
| = 2 · · f
| Radiant/s | Kreisfrequenz
|
| a
| m/s2 | Schallbeschleunigung
|
| ρ
| kg/m3 | Luftdichte, Dichte der Luft (des Mediums)
|
| f
| Hertz | Frequenz
|
| E
| W·s/m3 | Schallenergiedichte
|
| Pak
| W, Watt | Schallleistung
|
| A
| m2 | Durchschallte Fläche
|
| c
| m/s | Schallgeschwindigkeit
|
Messung der Schallschnelle
Die Messung der Schallschnelle gestaltet sich schwierig, weil eine Membran wie sie in Mikrofonen verwendet wird, der Bewegung der Luftteilchen trägheitsfrei folgen und daher praktisch masselos sein müsste. Bändchenmikrofone erreichen sehr geringe Membranmassen und könnten daher mit Einschränkungen als Schallschnelleempfänger gesehen werden. Mikrofonentwickler widersprechen dieser Annahme und verwenden lieber das Wort Druckgradientenmikrofon. Hitzdrahtmikrofone erlauben die Erfassung des Effektivwertes der Schallschnelle in bestimmten Richtungen, geben aber das akustische Signal nicht wieder.
Meist wird die Schallschnelle mit Hilfe der Zweimikrofontechnik bestimmt.
Siehe auch
Weblinks
Schall
Particle velocity | Deeltjessnelheid