article

Schalenstein Sømarkedyssen.jpg | Schalenstein_auf_Geierhütt-01.jpg Schalenstein.jpg

Schalensteine, auch Näpfchen- oder Schälchensteine, werden in der Regel unbewegte und ansonsten auch ungearbeitete Steine genannt, in die Menschen runde oder ovale 2 - 8 cm tiefe Gruben von zumeist 4 - 6 cm Durchmesser eingearbeitet haben. Einzelne weisen zusätzlich Schleifrillen auf.

Die ältesten Schweizer Schalensteine werden der Mittelsteinzeit (8.000 bis 4.500 v. Chr.) und der Jungsteinzeit (4.500 bis 1.500 v. Chr.) zugeschrieben. Sie gehören aber nur in Ausnahmefällen (sh. Cup-and-Ring-Markierungen), auch wenn sie auf den Decksteinen von Megalithanlagen (Bunsoh) vorkommen in den Bereich der Megalithkultur. Ein Drittel der mecklenburgischen Megalithanlagen haben (mindestens) einen Deckstein der mit Schalen versehen ist. Wenn Schalen im Inneren der Megalithanlagen vorkommen, was selten der Fall ist, stammen sie von bronzezeitlichen Nachnutzungen. Schalensteine sind in ganz Europa und darüber hinaus zu finden. Auf franz. heißen sie Pierres à écuelles. In Schweden heißen sie Elfenmühlen (Älvkvarnar), auf dän. werden sie Skåltegn (Schalenzeichen) genannt. Die Schälchen sind eigentlich undatierbar, aber durch Fundzusammenhang ist ihre Entstehung für die Bronzezeit sicher nachgewiesen. Der mit diesen Schalen verbundene Kult lief mit dem Beginn der Eisenzeit aus.

Ernsthafte Deutungsversuche:

  • Fruchtbarkeitssymbole
  • Kalender, astronomische Zeichen
  • Lichtbrennstoffbehälter
  • Mörser zum Zerstossen von Mahlgut
  • Spuren von Feuerbohrstellen
  • Sternbilddarstellungen
  • Wegweiser, Wegzeichen* Opfergefässe für Kulte

Der schweizerische Geologe W. A. Mohler war Zeuge, wie in einen verfallenen Hindutempel Opferwasser in die Schalen gegossen wurde, in die Blüten und Blätter gestreut waren. Nach anderen Berichten waren Schalensteine Naturaltäre, auf denen verschiedenen Gottheiten Nahrungsmittel, Blumen oder Räucherpflanzen dargeboten wurden. Gut dokumentiert sind die südtiroler Schalensteine in der Gegend von Meran und um Latsch im Vintschgau. Es wird angenommen, dass Sie einen Teil einer noch fast unerforschten Landschaftsmystik darstellen.

Ihre Hohlform ist jedoch vorzeitlich, etwa zum Zwecke der Aufnahme von Flüssigkeiten, ohne Interesse. Durch die parallele Existenz horizontaler und vertikaler Schalen am selben Stein gilt dies inzwischen als geklärt, auch wenn Esoteriker es mit Hilfe von Kerzentalg und flackerndem Feuerschein in nächtlicher Filmkulisse anders suggerieren wollen. Das Trilithentor am Südtempel der Mnajdra auf Malta ist mit einer Grübchenverzierung völlig bedeckt. Andere maltesische Tempel zeigen Dekorationen aus erhabenen Kreisen. Sie dokumentieren damit, daß die konkaven Formen im Prinzip auch konvex sein können, daß es also nicht um die Aufnahme von Substanzen ging. Auch das Erzeugen von Steinmehl, als Aphrodisiakum oder für andere Zwecke, war nicht der Zweck der vorzeitlichen Bohrungen. Es galt unter Umständen auch einen Felsen durch Hierogramme, die vermutlich mit (roter oder weißer) Farbe ausgelegt waren, als einen sakralen Ort zu kennzeichnen.

Sh. auch Bullaun.

Weblinks


Jungsteinzeit | Archäologischer Fachbegriff | Kultgerät | Megalith

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Schalenstein".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld